09. Dezember 2019
09.12.2019
Mallorca Zeitung

Johannes Oerding über sein neues Album: "Nicht immer nur um Liebe"

Das Konzert vom Münsteraner war der Schlussakt der Aida-Taufe. Die MZ sprach mit ihm über schicke Hüte und seine neue Nummer-1-Platte

09.12.2019 | 01:00
Johannes Oerding (mit Hut) an Bord der "Aida Mira".

Spätestens mit „Konturen" ist Johannes ­Oerding in der ersten Liga der deutschen Musiker angekommen. Sein Album stand drei Wochen auf Platz eins der Charts. Den 37-Jährigen aus Münster freut nicht zuletzt, damit endlich aus dem Schatten seiner Lebensgefährtin, der TV-Moderatorin Ina Müller getreten zu sein. Im März nächsten Jahres geht Oerding auf große Deutschland-Tour. Einige Konzerte sind schon jetzt ausverkauft (johannesoerding.de).

Der Verband der deutschen Hutgeschäfte hat Sie vergangene Woche zum Hutträger des Jahres gewählt. Was bedeutet Ihnen diese Auszeichnung?
Ich wusste bis dahin nicht einmal, dass es diese Auszeichnung gibt. Ich trage seit meiner Jugend Hüte. Immer wieder fragen mich Freunde und Kollegen um Rat, wenn es um die Wahl der richtigen Kopfbedeckung geht. Bei mir hat sich der Hut mittlerweile zum Markenzeichen entwickelt. Meine Band hat mich aber etwas aufgezogen, dass es nur zum Hutträger des Jahres gereicht hat – und nicht zu einem Musikpreis.

Was ist dann der passende Hut für eine Schiffstaufe?
Ich habe mich sowohl beim Hut als auch beim kompletten Outfit für eine schlichte schwarze Variante entschieden. Schließlich stehen das Schiff und die Taufpatin im Vordergrund. Und ich muss sagen: Franziska sieht in ihrem Kleid einfach nur spitze aus.

Sie haben mit „Konturen" Platz eins der Charts erobert. Wie schreibt und komponiert man die Songs für so eine Platte?
Ein schnelles Rezept dafür gibt es nicht. Ich habe 15 Jahre lang darauf hingearbeitet. Auf dem Weg habe ich einige Zuhörer und Fans eingesammelt. Ohne ein paar Hits und Glück im richtigen Moment geht es aber nicht.

Dabei war es die logische Folge. Ihre vergangenen Alben haben sich von Platz vier bis nun auf den ersten Platz vorgearbeitet...
Eine bessere Geschichte kann man nicht schreiben. Das ist die Story meines Lebens, und ich bin glücklich damit. Der Druck war hoch, denn mir war klar, dass ich nun ein Spitzenalbum liefern musste.

Dabei ist „Konturen" eher zufällig entstanden.
Das stimmt! Sonst schreibe ich während der laufenden Tour schon an einem neuen Album. Diesmal war ich aber so vertieft darin, die bestehenden Songs zu ändern, um live einen neuen Kick reinzubringen, dass ich dazu nicht gekommen bin. Ohne Album hätte ich nächstes Jahr aber nicht auf Tour gehen können. Da war es gut, dass sich mein Hit „An guten Tagen" letztlich fast von allein geschrieben hat.

Wäre eine Tour mit den alten Songs nicht möglich gewesen?
Ehrlich gesagt, kann ich die nach einer Weile selbst nicht mehr hören. Dann wird mir auf der Bühne langweilig.

Ihr Album greift auch einige sozialkritische Themen auf. Wie kam es dazu?
Der Kampf gegen Fremdenfeindlichkeit ist für mich wichtig. Ich war mein Leben lang politisch interessiert und aktiv. Es sagt schon etwas aus, wenn es so auffällig ist, wenn ich als ­Popmusiker kritischere Texte singe. In unserer Branche sollte es nicht immer nur um Liebe und Herzschmerz gehen. Die Sänger müssen auch mal Fragen stellen, die hier und dort ­anecken.

Viele deutsche Sänger singen lieber auf Englisch. Sie bleiben der deutschen Sprache treu. Wie kommt's?
Das ist eine Entscheidung fürs Leben. Ich schreibe meine Texte selbst und will damit auch nicht aufhören. Die Wortspiele und Bilder in meinen Texten, kann ich nur auf Deutsch bringen. So kann ich mit der Sprache spielen. Dafür würde mein Schulenglisch nicht ausreichen. Da würden sonst so Dieter-Bohlen-Songs rauskommen.

Kann ein deutscher Song auch im Ausland erfolgreich sein?
Falco, Nena und Tokio Hotel haben es vorgemacht. Ich habe in Holland studiert und war überrascht, wie viel deutsche Musik dort ­gehört wird. Wobei das mehr so Karnevalsongs und Ballermann-Hits sind. Der Markt in Deutschland, Österreich und der Schweiz ist jedoch riesig. Da gibt es viele Städte, in denen ich spielen kann. Das kann ich mit einer ­Künstlerkarriere gar nicht abdecken.

Spätestens mit „Konturen" haben Sie den Durchbruch geschafft. Hatte es Sie gestört, immer nur „der Freund von Ina Müller" zu sein?
Das habe ich bei früheren Interviews immer mit einem Augenzwinkern gesagt. Klatsch und Tratsch gehören bei Promi-Paaren halt dazu. Es stimmt aber, dass ich früher immer nur der Freund war. Heute sehen mich die ­Leute auch als eigenständigen Musiker. Das tut dem Ego gut. Wobei es mich früher auch nicht gestört hatte. Ich war und bin gern der Freund von Ina Müller.

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