07. Januar 2020
07.01.2020

Galerie für Superreiche am Flughafen von Mallorca

Mallorcas exklusivste Ausstellungbefindet sich im Bereich für Privatflieger am Flughafen in Palma. Die Werke gehören dem US-Amerikaner Drew Aaron und kosten zwischen 5.000 und einer Million Euro. Wer will, kann sie gleich mitnehmen

07.01.2020 | 09:21
Drew Aaron vor Andy Warhols „Flowers"-Serie von 1970, die je nach Farbe zwischen 50.000 und 150.000 Euro pro Stück kosten.

Es ist viel in Bewegung an Mallorcas Terminal für Privatflugzeuge an diesem Donnerstagnachmittag. Nicht dass um diese Zeit viele Jets die Insel ansteuern, aber im 290 Quadratmeter großen Büro- und Lounge-Komplex von Mallorcair FBO werden gerade Bilder ausgetauscht. Ein Banksy im Wert von 30.000 Euro ersetzt ein Werk von Hugo Alonso für 9.650 Euro. Vorsichtig hängen die Mitarbeiter auch zwei Werke des verstorbenen New Yorker Neoexpressionisten Jean-Michel Basquiat, „Per Capita" und „Ernoc", auf.

„Alle drei Monate tauschen wir hier Bilder aus", sagt Drew Aaron. Dem US-Unternehmer und Kunstsammler gehört in Palma unter anderem die Gallery Red. Sowohl die dort ausgestellten Werke als auch die Bilder am Flug­hafen stammen aus seiner Sammlung. Die Idee, eine Galerie für Superreiche in der privaten Mallorcair-Lounge zu eröffnen, entwickelte Aaron vor einem Jahr zusammen mit Gloria Rodríguez, Eigentümerin der Luxusimmobilienagentur mallorcasite.com. „Gut 50.000 Leute passieren jedes Jahr diesen Bereich im Flughafen. Darunter sind natürlich auch viele wohlhabende Menschen, die vielleicht noch etwas Schönes für ihre Finca, Villa oder Wohnung auf Mallorca oder ihr Zuhause woanders in der Welt suchen", sagt Drew Aaron.

Seit fünf Jahren lebt der 42-Jährige mit seiner Frau Hana Soukupová, einem Model aus Tschechien, und den beiden Kindern (drei und sechs Jahre alt) in Alaró. Sie sind von New York aus auf die Insel gezogen, da ihre Kinder nicht in einer Großstadt, sondern naturverbunden aufwachsen sollen. Drew Aaron hat sein Vermögen als internationaler Papierhändler, mit Immobilien- und anderen Unternehmen gemacht. Schon früh habe er sich für Kunst interessiert, sagt er. Mit 20 habe er für 20.000 Euro seinen ersten Andy Warhol gekauft. „Fünf Jahre später bekam ich dafür 65.000 Euro." Für die Flughafengalerie habe er sich ein besonderes Konzept ausgedacht. Werke junger Künstler wie Edgar Plans aus Madrid (bis zu 15.000 Euro) mixt er mit den Klassikern von Andy Warhol oder Jeff Koons (zwischen 40.000 und 1.000.000 Euro), die Lust aufs Habenwollen machten. „Man kann nie genug Warhols oder Basquiats besitzen", sagt Drew Aaron.

Wer es sich leiste, einen Privatjet zu unterhalten, für den seien solche Summen keine Investition, über die man eine Nacht schlafen muss. „Die Wartezeit hier beträgt vielleicht 15 Minuten, bis der Jet abflugbereit ist", sagt Drew Aaron. Da säße die Familie zusammen mit ihrem sonst viel beschäftigten Vater und können eine spontane Gemeinschaftsentscheidung treffen. Die Werke können sofort mitgenommen werden oder werden nach­geschickt.

Unter einem Bild mit Hasen von Hunt ­Slonem für 40.000 Euro brüten zwei Piloten aus Frankreich auf den weichen Ledersofas über ­ihren Papieren. Den Champagner von Dom ­Pérignon für 300 Euro aus dem Schrank neben ihnen rühren sie nicht an, wie alle ­anderen ­Getränke und Snacks steht er den Wartenden ­kostenlos zur Verfügung. Auf die Bilder in der Lounge angesprochen werfen die Piloten einen Blick in die Runde. „Es ist schön hier", sagt einer der ­beiden. Man sehe diese Art von Galerien auf großen Flughäfen immer häufiger.

Auch Drew Aaron will expandieren. Dafür arbeitet er mit Sky Valet zusammen, einem der größten Anbieter von privaten Flughafen-Lounges in Europa. Geplant sind Galerien in Barcelona und Madrid, auf Ibiza gibt es schon eine. Die Ausstellungen würden dabei unterschiedlich bestückt. „Was auf Ibiza funktioniert, verkauft sich nicht unbedingt auch auf Mallorca gut", sagt Drew Aaron.

Auf ­Mallorca seien eher ruhigere, entspanntere Werke gefragt. Auf Ibiza drehe sich alles um Street-Art und superteure Handtaschen von Hermès oder Chanel, die Drew Aaron dort auch im Angebot hat. Auf Mallorca verkauft er sie am Borne in seinem Handtaschenladen Rouge und demnächst auch am ­Flughafen. „In diesem Jahr soll das Terminal ­umgebaut und modernisiert ­werden." Dann stünden 340 Quadratmeter ­Fläche zur Ver­fügung, und man könne statt 35 Werken 50 aufhängen.Ob ihm da nicht langsam die Kunstwerke ausgingen? „Keine Sorge. Auf Mallorca habe noch ich ein gut ­gesichertes Zweithaus, in dem noch einiges lagert", sagt Drew Aaron.

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