25. Februar 2021
25.02.2021
Mallorca Zeitung

Mallorca-Urlauber verlieren auch das "Köpi-Eck" in Can Picafort

Ebenso wie Daniela Büchner mit ihrer Faneteria müssen die Betreiber Petra und Detlef Tenbergen wegen der Corona-Krise ihr Lokal aufgeben

25.02.2021 | 01:00
Die guten Seelen hinter dem Köpi-Eck (v.l.): Detlef und Petra Tenbergen, Sänger Alex Engel, Mendy Tenbergen und ihr Mann Rafel.

28 Jahre lang war das „Köpi-Eck" am Passeig Colón in Can Picafort Anlaufstelle für zahlreiche vor allem deutsche Mallorca-Urlauber. Jetzt geben die Betreiber Petra und Detlef Tenbergen wegen der Corona-Pandemie ihre Kneipe auf. Das Lokal, das seit Mitte Oktober 2020 geschlossen ist, wird nicht wieder öffnen. Bei Facebook hinterließ das Ehepaar aus Duisburg die Nachricht: „Liebe Gäste und Freunde.... leider hat auch uns die Corona-Krise hart getroffen und wir müssen schweren Herzens unser 'KÖPI-ECK' aufgeben. Vielen lieben Dank für eure Unterstützung in all den Jahren. Detlef, Petra und das ganze Team."

Im Gespräch mit der MZ berichtet Petra Tenbergen, dass sie und ihr Mann keine Perspektive mehr für das „Köpi-Eck" sahen. „Wir haben nicht das Gefühl, dass wir in diesem Jahr noch einmal Geld verdienen können", sagt Tenbergen. Zwei Jahre nahezu ohne Einnahmen zu überstehen, sei nicht möglich. „Zumal wir die laufenden Kosten ja weiterzahlen mussten. Allein die Abgaben für Müll belaufen sich im Jahr auf 2.000 Euro." Und das, obwohl keiner anfalle, wenn das Lokal geschlossen sei. Ein Entgegenkommen der Gemeinde in dieser Hinsicht habe es nicht gegeben. Und auch finanzielle Hilfen der Balearen-Regierung kamen kaum an. „Nur in den ersten drei Monaten der Pandemie haben wir jeweils 600 Euro Unterstützung bekommen", erzählt Tenbergen.

Immerhin habe man im vergangenen Jahr knapp drei Monate im Sommer und Herbst öffnen können, doch der Umsatz habe nicht einmal 20 Prozent dessen erreicht, was in dieser Zeit sonst üblich war. So habe man sich nun schweren Herzens dazu entschlossen, aufzugeben. Detlef Tenbergen ist inzwischen 64 Jahre alt und geht in den vorzeitigen Ruhestand, seiner Frau stehen eigentlich noch sieben Jahre Erwerbstätigkeit bevor. „Aber zurzeit ist es natürlich schwierig, etwas zu finden." Momentan sind die beiden ohnehin noch mit dem Ausräumen der Kneipe beschäftigt, die sie gemeinsam mit ihrer Tochter Mandy und deren mallorquinischem Mann betrieben.

Die Anteilnahme in den sozialen Netzwerken über das Ende war groß. Petra Tenbergen wurde davon überrascht. „Das wirkte ja teilweise so, als wären die Gäste trauriger als wir über das Ende." Seit Tagen bekomme sie Anrufe von Stammgästen. Ein Wiedersehen mit ihnen ist nicht ausgeschlossen, müsste dann allerdings in privatem Umfeld steigen. Die Tenbergens bleiben Mallorca nämlich erhalten. „Nach Deutschland gehen wir nicht mehr zurück, das steht fest", sagt Petra Tenbergen. Schließlich lebten ihre beiden Kinder ebenfalls auf der Insel.

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