08. Mai 2008
08.05.2008

Laborwerte - und was sie über das Risiko einer Herz-Kreislauf-Erkrankung aussagen

08.05.2008 | 14:42
Ärzte können aufgrund der modernen kardialen Labordiagnostik ihre Herz-Kreislauf-Patienten immer effektiver betreuen.

Von Dr. Luai Chadid

Viele Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen werden hausärztlich betreut. In den vergangenen Jahren sind zuverlässige ­Indikatoren erarbeitet worden, um gefährdete Patienten zu identifizieren und um den Krankheitsverlauf zu überwachen. Diese kardiale Labor­diagnostik wird immer wichtiger.

Gleichzeitig wurden auch neue Marker entwickelt. Ihre Vorteile müssen in den meisten Fällen noch durch Studien belegt werden. Wichtig ist, dass der Hausarzt seine im Labor ­genutzten Tests genau kennt.

Für die Entstehung einer koronaren Herzerkrankung (Verengungen der Herzkranzgefäße) gibt es zahlreiche Risikofaktoren. Das individuelle Risiko muss für jeden Patienten abgeschätzt werden, um möglichst wirksam vorbeugende Maßnahmen zu ergreifen. Diese Abschätzung des individuellen Risikos ­berechnet, wie wahrscheinlich das Auftreten eines kardiovaskulären Ereignisses innerhalb der nächsten zehn Jahren ist. Bei einem hohen Risiko einer Gefäßerkrankung (Herzinfarkt, Schlaganfall, Schaufensterkrankheit, Impotenz etc.) müssen alle konservativen und medikamentösen Maßnahmen zur Vorbeugung ergriffen werden. Bei einem niedrigen Risiko reicht die allgemeine Lebensstilberatung aus.

Zu den bekannten Risikofaktoren für kardiovaskuläre Erkrankungen zählen: Rauchen, Bluthochdruck, Menschen in der Familie mit frühzeitigen Erkrankungen des Herzkreislaufsystems, Diabetes mellitus, Bauchfettleibigkeit (Bauchumfang Männer ?102 cm, Frauen ?88 cm), Alter (Männer >55 Jahre, Frauen >65 Jahre), körperliche Inaktivität sowie ­Nierenfunktionsstörungen.

Zur Ermittlung des individuellen Risikoprofils stehen verschiedene Untersuchungsmethoden zur Verfügung (Blutuntersuchungen, EKG und Belastungs-EKG, Ultra­schalluntersuchungen des Herzens und der Halsgefäße etc.). Die einzelnen Risikofaktoren werden dabei unterschiedlich bewertet. Der Bluthochdruck beispielsweise erhöht das Risiko für Schlaganfall, Ruptur der Hauptschlagader und Tod aufgrund peripherer Gefäß­erkrankungen (Herztod).

Ein messbarer Laborparameter für den Risikofaktor Blutfetterhöhung ist das Cholesterin und die Triglyceride. Ein niedriger Gesamtcholesterinwert (<200mg/dl) bedeutet nachweislich ein geringeres kardiovaskuläres Risiko. Dieser reicht allerdings für eine genaue diagnostische Aussage nicht aus. Daher müssen zusätzlich die einzelnen Cholesterinfraktionen LDL (ýschlechtes Cholesterin") und HDL (ýgutes Cholesterin") bestimmt werden. In erster Linie wird das LDL-Cholesterin für die Risikobewertung herangezogen, darauf basieren auch die Empfehlungen für den Beginn einer medikamentösen Therapie (Statine). Ein zehnprozentiger LDL-Anstieg erhöht das Risiko für eine koronare Herzerkrankung um etwa 20 Prozent.

Die Bedeutung der lokalen Entzündung in arterioskle­rotischen Plaques ist mittlerweile unumstritten. Hochsensitives CRP, ein Entzündungsparameter, erlaubt die Einteilung in drei Risikoklassen: niedriges Risiko, mittleres Risiko und hohes Risiko. Homozystein schädigt die Gefäßwände und erhöht die Thromboseneigung. Allerdings konnte bisher nicht nachgewiesen werden, dass die Senkung eines erhöhten ­Homozysteinspiegels das kardiovaskuläre Risiko senkt. Auch Nierenfunktions­störungen erhöhen das kardiovaskuläre Risiko. Bei Risikopatienten wird daher empfohlen, das Kreatinin oder besser das Cystatin C zu bestimmen. Außerdem wird die Untersuchung des Urins auf Mikroalbumine empfohlen. Die Mikroalbuminurie ist ein wertvoller prognostischer Parameter und einfach nachweisbar.

Troponin I und T sind weitere hochsensitive Marker, die nur im Herzmuskel vorkommen. Sind diese Werte im Blut nachweisbar, ist mit hoher Wahrscheinlichkeit von einem beträchtlichen Schaden des Herzens auszugehen.
Zuletzt sollte noch das BNP erwähnt werden. Dieses Hormon spiegelt die Belastung des Herzens wider. Je höher dieser Wert im Blut konzentriert ist, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit eines frühzeitigen Todes aufgrund eines Herzschadens.

Der Autor ist Internist und Kardiologe in der Clinica Picasso in Palma, Tel.: 971-22 06 66.

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