19. November 2009
19.11.2009

Der verflixte fünfte Lendenwirbel

Wie Bandscheibenvorfälle entstehen und wie man sie behandeln kann

05.11.2009 | 14:46
Regelmäßiges Schwimmen stärkt die Rückenmuskulatur.

Die Bandscheibe besteht aus einem äußeren bindegewebigen Faserring und einem inneren Gallertkern. Der Mensch besitzt insgesamt 23 Bandscheiben, die zwischen zwei Wirbelkörpern liegen und vor allem als Puffer und Stoßdämpfer dienen. Sie verteilen somit alle statischen und dynamischen Kräfte, die auf die Wirbelsäule einwirken, gleichmäßig.

Bei einer sogenannten Bandscheibenvorwölbung (Protrusion) drückt der innere Kern gegen den äußeren Ring, ohne dass dieser zerreißt. Bei einem Bandscheibenvorfall (Prolaps) hingegen kommt es entweder plötzlich oder auch langsam zunehmend zu einem Riss im Faserring und zum Austritt des Gallertkernes. Vorfallende Teile der Bandscheibe können dann mehr oder weniger stark auf Nervenwurzeln oder das Rückenmark drücken. Die Folge eines solchen Druckes sind Schmerzen, meist einseitige Gefühlsstörungen, zum Beispiel ein Taubheitsgefühl in den Armen oder in den Beinen und manchmal auch Lähmungen. Symptome müssen nicht immer entstehen, können aber je nach Lokalisation und Ausmaß sehr vielfältig sein.

Die Ursache für die Häufung von Bandscheibenvorfällen mit zunehmendem Alter ist die Abnahme des Wassergehalts der Bandscheibe, die so ihre Elastizität verliert. Ungünstige Haltung und falsche Belastung (zum Beispiel das Sitzen mit gebeugtem Oberkörper oder Heben aus dem Stand), sind begünstigende Faktoren für die Entstehung von Bandscheibenvorfällen. Der Hauptbelastungspunkt der Wirbelsäule liegt im Bereich des fünften Lendenwirbels – hier treten circa 70 Prozent der Bandscheibenvorfälle auf.

Die Diagnose eines Bandscheibenvorfalls erfordert eine genaue neurologische Untersuchung, die Sensibilität, Muskelkraft und Reflexe beurteilt. Durch den Untersuchungsbefund allein kann man in der Regel schon die Höhe des Vorfalles bestimmen. Mit der Messung der Nervenleitgeschwindigkeit wird das Ausmaß der Schädigung der Nervenwurzel beurteilt. Bei Bedarf werden mittels Röntgen, Computer- oder Kernspintomographie genaue Aussagen über Größe und Sitz des Bandscheibenvorfalles getroffen.

Therapeutisch stehen konservative und operative Verfahren zur Verfügung. Die Therapiewahl sollte ganz individuell und vor allem im Einklang mit dem Beschwerdebild erfolgen. Neben einer medikamentösen Schmerztherapie im Akutfall kommen auch krankengymnastische Übungsbehandlung, Osteopathie, Akupunktur und Massage in Betracht sowie in schweren Fällen die operative oder endoskopische Entfernung oder chemische Auflösung des Bandscheibenmaterials.

Mit viel Bewegung und Training der Rücken- und Bauchmuskulatur kann man Bandscheibenvorfällen ebenso vorbeugen wie auch durch die Beseitigung von Fehlhaltungen und -belastungen.

Die Autorin ist Neurologin und Psychiaterin in Palma, Tel.: 971-28 11 16.

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