12. Dezember 2018
12.12.2018

So geht Krebsvorsorge beim Arzt auf Mallorca

Das öffentliche Gesundheitssystem bietet Programme zu Gebärmutterhals-, Brust- und Darmkrebs an. Die deutschen Zentren empfehlen weitere Tests

12.12.2018 | 01:00
Die rosa Schleife gegen Brustkrebs.

Eine Krebserkrankung in frühem Stadium zu entdecken, kann Leben retten. Das öffentliche spanische Gesundheitssystem bietet auf Mallorca zumindest für drei Krebsarten Vorsorgeprogramme an: Gebärmutterhals-, Brust- und Darmkrebs. Die Kampagne gegen Brustkrebs wird bei Patienten der Balearen bereits seit 1991 angewandt, die gegen Darmkrebs wurde hierzulande 2015 eingeführt. Beide Programme richten sich an Frauen und Männer zwischen 50 und 69 Jahren. Sie werden, so María Ramos vom balearischen Gesundheitsministerium, per Brief zu einer eher simplen ersten Vorsorgeuntersuchung eingeladen. Für das Brustkrebs-Programm werden die Insel-Bewohner schon flächen­deckend kontaktiert, beim Darmkrebs-Programm habe man zunächst in Inca begonnen, worauf kürzlich Manacor folgte. Die Gebiete in Palma rund um die Krankenhäuser Son Espases und Son Llàtzer stehen noch aus.

Fällt das Ergebnis der Darm- oder Brustkrebsuntersuchung negativ aus, sollten Patienten im Zwei-Jahres-Rhythmus wiederkommen. Wird jemand in einer ersten Untersuchung positiv auf eine der Krebsarten getestet, folgen intensivere Untersuchungen – im Fall von Brustkrebs nach der Mammografie eine Biopsie, bei Darmkrebs nach der Stuhlprobe eine Darmspiegelung. Wer Familienmitglieder hat, die an Brust- oder Darmkrebs erkrankt sind, hat ein höheres Risiko, später auch an der Krankheit zu leiden, und sollte schon früher und häufiger als andere einen Arzt aufsuchen.

Das dritte Programm, zur Vorsorge von Gebärmutterhalskrebs, richtet sich an Frauen ab 25 Jahren. Sie werden momentan noch nicht gezielt angeschrieben. Das solle sich laut Ramos aber bald ändern. Bei einem Routinebesuch würde der Frauenarzt ihnen ab diesem Alter zu der Untersuchung raten. Zeigt ein erster Krebsabstrich keine Auffälligkeiten, werde häufig im Folgejahr ein zweiter gemacht. Danach sollten sich Frauen alle fünf Jahre lang auf den Krebs untersuchen lassen. Ergeben sich bei einem Abstrich Anzeichen, die auf die Krankheit hindeuten, wird eine Gewebeprobe entnommen und eine detailliertere Untersuchung mit einem Vergrößerungsgerät (Kolposkop) gemacht.

Wer besorgt ist und sich schon mit weniger als 25 beziehungsweise 50 Jahren auf eine der drei Krebsarten untersuchen lassen will, kann dies mit seinem Arzt besprechen, der dann je nach Symptomen über das weitere Vorgehen entscheidet. Die Kosten für die genannten Vorsorgeuntersuchungen übernimmt die Seguridad Social. Untersuchungen, etwa zu Prostata- oder Hautkrebs, ohne dass ein Patient Symptome hat, empfiehlt man von öffentlicher Seite her nicht. Die Ärzte der deutschen Privatkliniken auf Mallorca raten Patienten jedoch zu mehr Vorsorge. Internist Andreas Leonhard aus dem Deutschen Facharztzentrum in Peguera etwa empfiehlt neben den vom öffentlichen Gesundheitssystem vorgeschlagenen Untersuchungen Männern ab 40 Jahren eine Untersuchung auf Prostatakrebs per Blutwert, solchen ab 45 Jahren eine detailliertere mithilfe von Ultraschallbildern von Blase und Prostata. Auch auf Hautkrebs sollten sich Patienten ab 35 Jahren testen lassen. „Besonders die Sonnen-Genießer mit einem helleren Hauttyp und Menschen mit vielen Muttermalen sollten jährlich kommen", so Leonhard.

Zwischen 300 und 1.500 Euro würden die Untersuchungen kosten, die von den deutschen Versicherungen oft komplett, von den spanischen Privaten nach Absprache getragen werden. Dermatologe Andreas Jenke aus der Palma Clinic schlägt eine Erstuntersuchung zu verdächtigen Hautläsionen ab dem 18. Lebensjahr vor. Je nach individuellem Risiko sollte der 140 Euro teure Eingriff alle ein bis drei Jahre wiederholt werden. Sein auf Urologie spezialisierter Kollege Stefan Kamp rät Männern ab 40 Jahren zur Krebsvorsorge für Prostata, Niere und Blase. Ist alles in Ordnung, sollte die Untersuchung mit 45 Jahren und ab 50 jährlich wiederholt werden. Auch die spanischen Privatversicherungen würden

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