06. März 2020
06.03.2020

Balearen: Weitere Ansteckungen mit Coronavirus bestätigt

Fälle jetzt auch auf Menorca und Ibiza. Damit steigt die Gesamtzahl der Fälle auf den Balearen auf 13. Sorge in Tourismusindustrie, Kulanzregelungen bei Reiseveranstaltern und Airlines

06.03.2020 | 19:49
Balearen: Weitere Ansteckungen mit Coronavirus bestätigt

Die Gesundheitsbehörden auf den Balearen haben am Dienstag (10.3.) zwei weitere Coronavirus-Ansteckungen auf den Mallorca bestätigt. Damit steigt die Gesamtzahl der Fälle auf den Inseln auf 13

Bereits am Samstagabend (7.3.) wurde ein Coronavirus-Fall auf Menorca bestätigt. Bei der infizierten Person handelt es sich um einen Arzt des Krankenhauses Mateu Orfila, wie es in einer Pressemitteilung der Landesregierung heißt. 

Aufgrund der vorliegenden Information sei auszuschließen, dass der Mann den Virus an einen Patienten übertragen haben könnte, heißt es - der Mediziner habe im Umgang mit Patienten bereits Schutzmaßnahmen getroffen. Derzeit würden 27 Kollegen, die im Kontakt mit dem Mann standen, gesundheitlich überwacht und seien nicht im Dienst. Unklar sei, wie sich der Arzt mit dem Virus angesteckt habe, möglicherweise bei einem zweitägigen Aufenthalt in Palma de Mallorca. Der Gesundheitszustand des Mannes wird als stabil beschrieben. 

Zuletzt hatte das Landeskrankenhaus Son Espases in Palma de Mallorca am Freitag den ersten Fall von Coronavirus auf Ibiza bestätigt. Bei dem Infizierten handelt es sich um einen Mann mittleren Alters mit gewöhnlichem Wohnsitz in Italien - Nationalität und Alter wurden nicht bekannt gegeben. Mit Grippesymptomen wie Husten und Fieber wurde er ins Krankenhaus Son Misses eingeliefert und liegt dort auf der Isolierstation. Nach Informationen des "Diario de Ibiza" ist der Gesundheitszustand des Patienten "gut". Die Gesundheitsbehörden überprüfen nun wie in den vorherigen Fällen alle Personen, mit denen der Mann in Kontakt gestanden hatte.

Bei den bislang auf den Balearen bestätigten Fällen handelt es sich um folgende Personen:

  • 1. Fall: ein Brite, der sich in Frankreich angesteckt hatte und bereits entlassen ist
  • 2. Fall: eine Frau, die sich derzeit auf der Quarantäne-Station des Landeskrankenhauses Son Espases befindet
  • 3. Fall: eine Frau auf der Quarantäne-Station in Son Llàtzer
  • 4. und 5. Fall: eine Frau und ein Mann im Krankenhaus von Inca
  • 6. Fall: ein Mann im Krankenhaus Son Llàtzer
  • 7. Fall: ein Mann im Krankenhaus Can Misses auf Ibiza
  • 8. Fall: ein Arzt auf Menorca
  • 9. Fall: ein weiterer bestätigter Fall auf Menorca
  • 10. und 11. Fall: zwei weitere bestätigte Ansteckungen auf Mallorca, davon eine Krankenschwester aus Son Llàtzer
  • 12 und 13. Fall: Ein Ehepaar auf Mallorca, das zu Besuch in Italien war


Das balearische Gesundheitsministerium verweist darauf, dass die vorgesehenen Protokolle griffen und kein Grund zur Panik bestehe. Der Krankheitsverlauf bei den bislang angesteckten Personen auf den Inseln sei leicht. Bei Fragen sollten sich Patienten zunächst an die 061 wenden.

Angesichts der weltweiten Ausbreitung stellt sich allerdings auch das balearische Gesundheitssystem auf eine Zunahme der Zahl der Erkrankten ein. Konkret bedeutet das nicht nur, dass je nach aktuellem Bedarf mehr Räumlichkeiten und Ressourcen für die nötige Quarantäne zur Verfügung stehen sollen. Ziel ist es außerdem, Infizierte mit nur leichten Symptomen zu Hause zu behandeln. Um zu verhindern, dass solche Patienten das Gesundheitszentrum oder Krankenhaus aufsuchen und so die Ansteckungsgefahr vergrößern, steht seit Mittwoch eine neue, mobile Einheit bereit, die UVAC (Unidad Volante de Atención al Coronavirus). Sie besteht jeweils aus Arzt, Krankenpfleger oder -schwester sowie Fahrer. Acht solcher Einheiten sollen balearenweit aufgebaut werden, um Patienten zu Hause auf das Coronavirus zu testen.

In der Tourismusbranche auf Mallorca wächst unterdessen die Sorge um die wirtschaftlichen Auswirkungen der Coronavirus-Krise, nachdem die für diese Woche geplante Tourismusmesse ITB in Berlin abgesagt wurde. Reiseveranstalter und Airlines haben ihre Bedingungen für Umbuchungen und Stornierungen erleichtert, um der Flaute bei den Buchungen entgegenzuwirken.   /ff/lk

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