23. Oktober 2020
23.10.2020
Mallorca Zeitung

Premier Sánchez schwört Spanier auf "harte Monate" ein

Weitere Corona-Restriktionen seien Sache der Regionen, so der Ministerpräsident. Extremadura, Asturien und Baskenland fordern erneuten Alarmzustand. Epidemiologischer Bericht auf den Balearen weist Anstieg der 14-Tage-Inzidenz aus

23.10.2020 | 18:14
Premier Sánchez.

Der spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez hat in einer Regierungserklärung am Freitag (23.10.) die Corona-Situation im Land als "ernst" eingestuft und die Bevölkerung auf "harte Monate" eingeschworen. Allerdings nannte er in seiner Ansprache keine konkreten Maßnahmen und ging auch nicht auf die Forderungen einzelner Regionen wie dem Baskenland oder Asturien nach einem erneuten Alarmzustand ein. Die Situation sei nicht mit dem 14. März vergleichbar, als eine allgemeine Ausgangssperre verkündet wurde. Um nicht wieder zu dieser Maßnahme greifen zu müssen, sei das Verantwortungsbewusstsein und die Disziplin eines jeden Einzelnen gefragt. 

Nach Informationen der Zeitung "El País" wird intern über einen erneuten, nach Regionen abgestuften Alarmzustand nachgedacht. Der spanische Gesundheitsminister Salvador Illa machte allerdings einen solchen Schritt in Anspielung auf die oppositionelle Volkspartei (PP) von einem breiten politischen Konsens abhängig, wie "El Mundo" schreibt.

Die Verschärfung von Restriktionen - in Kastilien-León oder Madrid soll es eine nächtliche Ausgangssperre geben - sei Sache der Regionen in Absprache mit dem spanischen Gesundheitsministerium, so Premier Sánchez in seiner Rede am Freitag. Ein neues Protokoll, das am Donnerstag beschlossen wurde, sieht für die spanischen Regionen vier Warnstufen vor. Die höchste ("Sehr hohes Risiko") soll bei einer Inzidenz von mehr als 250 Fällen pro 100.000 Einwohnern in den vergangenen 14 Tagen gelten, die zweithöchste ("Hohes Risiko") bei einer Inzidenz von mehr als 150 Fällen. Das spanische Mittel lag am Freitag (23.10.) bei 361,6 Fällen. In dem neuen Protokoll werden auch noch weitere Indikatoren wie etwa die Auslastung der Krankenhäuser berücksichtigt.

Situation auf den Balearen

Die 14-Tage-Inzidenz auf Mallorca und den anderen Balearen-Inseln ist seit der vergangenen Woche unterdessen wieder gestiegen, liegt aber deutlich unter dem spanischen Mittel. Wurden zum 13. Oktober 125,6 Fälle pro 100.000 Einwohner registriert, waren es zum Stichtag 19. Oktober 140,9 Fälle. Das geht aus dem Epidemiologischen Bericht des balearischen Gesundheitsministeriums hervor, der am Freitag (23.10.) veröffentlicht wurde.

Auf Mallorca wird die 14-Tage-Inzidenz mit 143 Fällen pro 100.000 Einwohnern angegeben, nach 131,2 Fällen in der Vorwoche. Diesem Ergebnis lägen die Positiv-Diagnosen zwischen dem 6. und 19. Oktober zugrunde, hieß es. Auf Ibiza liegt die Inzidenz laut dem Bericht inzwischen bei 173,7. Die Landesregierung verweist in einer Pressemitteilung darauf, dass die Daten im Vergleich zu den täglichen Statistiken variieren könnten, da diese auf positiven PCR-Tests statt auf bestätigten Diagnosen basieren. 

Übersicht: Das sind die Corona-Regeln auf Mallorca

Hinsichtlich der Gesundheitsbezirke wird auf eine Zunahme der Fälle insbesondere auf Ibiza, in Manacor sowie in mehreren Vierteln von Palma verwiesen. In Manacor wird für den Zeitraum vom 13. bis 19. Oktober eine Inzidenz von 1,47 Fällen pro tausend Einwohnern registriert. Die Werte in Palmas Vierteln: Mar Ponent (1,42), Son Gotleu (1,34), Son Rutlán-Aragó (1,09), Escola Graduada (1,32), Arquitecte Bennàzar (1,2), Emili Darder (1,01), Pere Garau (1), Santa Catalina (0,8) s'Escorxador (1,04), Son Serra (0,98).

Von den 16.894 Fällen, die seit Beginn der Pandemie und bis zum 21. Oktober auf den Balearen bestätigt wurden, haben 66 Prozent der Infizierten Symptome gezeigt. Bei 176 diagnostizierten Fällen wurde festgestellt, dass die Infektion aus anderen Regionen Spaniens "importiert" wurde, in 96 Fällen fand die Infektion nachweislich im Ausland statt, so der Bericht. 

Die Zahl der seit Ausbruch der Pandemie registrierten Infektionsherde auf den Balearen - wenn also mindestens drei Fälle in Bezug gesetzt werden können - beträgt 253. Der größte Infektionsherd mit insgesamt 94 Personen betraf ein Seniorenheim, im Schnitt waren es 7 infizierte Personen. Die meisten Infektionsherde gehen laut dem Bericht mit 36 Prozent auf das familiäre Umfeld zurück, dahinter folgen private Treffen (21 Prozent) und das Arbeitsumfeld (15 Prozent). Im Fall von 64 Infektionsherden werden weiterhin Infektionsketten nachverfolgt.   /ff

Das sind die aktuellen Corona-Zahlen auf den Balearen


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