11. Februar 2021
11.02.2021
Mallorca Zeitung

Corona: Mallorca ist auf einem guten Weg

Die Kurve der Corona-Zahlen zeigt deutlich nach unten. In Palma, Inca und Manacor entstehen große Impfzentren

11.02.2021 | 08:06
Das Impfen privat wohnender Patienten mit Pflegestufe 3 hat begonnen. Auf Mallorca sind das zweimal 3.382 Hausbesuche.

Endlich eindeutig gute Nachrichten bei der Ansteckungsrate: Die Corona-Fallzahlen auf Mallorca sind in den vergangenen Tagen weiter gesunken. Schon am Freitag (5.2.) fiel die 14-Tage-Inzidenz erstmals seit Anfang Dezember wieder unter den Wert von 250. Am Mittwoch (10.2.) lag sie bei 179 Fällen pro 100.000 Einwohnern. Die Insel verlässt damit das „extreme Ansteckungsrisiko", befindet sich aktuell auf der Stufe des „hohen Risikos" und entwickelt sich schnell in Richtung „mittleres Risiko". Da sich die Situation schnell verbessert, liegt die 7-Tage-Inzidenz deutlich unter der Hälfte der 14-Tage-Inzidenz. Für die Balearen lag der Wert laut spanischem Gesundheitsministerium am Mittwoch bei 78 Fällen pro 100.000 Einwohnern. Zum Vergleich: In Deutschland waren es 68 Fälle.

Auch die weiteren Werte zeigen in die richtige Richtung: Der Anteil der ausgeführten Tests, die eine Covid-Krankheit anzeigen, liegt seit Tagen stabil unter fünf Prozent. Und die Lage in den Krankenhäusern entspannt sich zeitverzögert, aber eindeutig. Auf Mallorcas Intensivstationen liegen noch 79 Patienten, balearenweit 110 – das sind immerhin 29 weniger als eine Woche zuvor.

Hausbesuche und Impfzentren

Zumindest die Impfungen in den Senioren- und Pflegeheimen sind weitgehend ab-geschlossen. Nach Angaben des spanischen Gesundheitsministeriums wurden auf den Balearen 36.655 Impfdosen verabreicht (Stand Montag, 8.2.). Nun beginnen die Besuche bei zu Hause wohnenden Patienten der Pflegestufe 3. Auf Mallorca sind das offiziell 3.382 Personen, die jeweils zweimal besucht werden.

Am Mittwoch (10.2.) kam die erste Lieferung des Herstellers AstraZeneca auf Mallorca an. Die Impfstoffe ergänzen die wöchentlichen Lieferungen der Firmen Pfizer-Biontech und Moderna. Im Monat Februar sollen auf den Inseln insgesamt 83.600 Dosen der verschiedenen Impfstoffe verabreicht werden.

Auch wenn die Massen-Impfung noch auf sich warten lässt, stehen jetzt zumindest die Standorte der großen Impfzentren fest. In Palma werden die Sporthalle Germans Escales und das Gelände des alten Krankenhauses Son Dureta genutzt. In Inca wird die Sporthalle Mateu Canyelles zum Impfzentrum, in Manacor das Gelände der Pferderennbahn. Die Arbeit erledigen 58 Impfteams, die jeweils aus zwei Krankenpflegern und einem Pflegehelfer bestehen. Die Teams werden von sieben weiteren Personen koordiniert.

Viele Angestellte im Gesundheitssystem, die sich in den vergangenen Wochen mit dem Virus angesteckt hatten, verzichten unterdessen vorerst freiwillig auf eine Impfung. Sie folgen damit einer Empfehlung der Behörden, laut der die Immunität bei einer nur wenige Monate zurückliegenden Erkrankung noch ausreicht. Außerdem hatten mehrere Pflegekräfte, die die Krankheit durchgemacht hatten, beim Verabreichen der zweiten Impfdosis über stärkere Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen oder Fieber geklagt.

Weiter Ärger um Vordrängler

Indes ist der Streit um mögliche Impfvordrängler noch einmal richtig hochgekocht. Die balearische Gesundheitsministerin Patricia Gómez räumte am Dienstag (9.2.) Fehler bei der Planung und Naivität bei der Kontrolle ein. Künftig wolle man genau aufpassen, wer beim Impfen an der Reihe sei und wer nicht. Für Missmut hatte gesorgt, dass bei mehreren Mitarbeitern verschiedener Inselbehörden die Impfung vorgezogen worden war. Darunter befand sich auch der Leiter der balearischen Impfkampagne, Carlos Villafáfila.

Zunächst erklärte die Balearen-Regierung, dass die betroffenen Personen regelmäßig in den Seniorenheimen arbeiteten und somit zu den Erstempfängern gehörten. Später wurde eingeräumt, dass es sich um einen Planungsfehler gehandelt habe. Als nicht alle vorgesehenen Patienten erschienen, habe man vorbereitete Impfdosen genutzt, statt sie wegzuwerfen.

Ein zweifelhaftes Vorbild gab dabei der mallorquinische Bischof ab. Sebastià Taltavull ließ sich pünktlich zum Impftermin in einem Alterssitz für Priester anmelden. Zwar zog er dort nicht wirklich ein, erschien aber mit zwei Sakristanen zur Erst- und Zweitimpfung. Er habe mit gutem Beispiel vorangehen wollen. Die Linksregierung versprach, die Kontrollen der Impflisten zu verschärfen.  /tg

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