Hände waschen, Abstand halten, Maske tragen – die allgemeinen Corona-Regeln können viele Menschen schon längst nicht mehr hören. Fällt dann aber tatsächlich ein Test positiv aus, steht man ähnlich wie bei einem Autounfall unter Schock und bekommt die einfachsten Dinge nicht mehr auf die Reihe. Zumal es auf Mallorca darüber hinaus zu sprachlichen Problemen kommen kann. Was also tun, wenn man sich mit Corona angesteckt hat?

Residenten

Wer auf Mallorca wohnt, hat es vergleichsweise einfach. Denn immerhin ist der Wohnsitz auf der Insel. Positiv getestete Personen müssen sich umgehend in häusliche Quarantäne begeben, sprich einfach nach Hause gehen. Dann muss die balearische Corona-Hotline angerufen werden (900-10 09 71). Ein Mitarbeiter wird die Daten aufnehmen. Ab diesem Moment beginnt die Quarantäne von zehn Tagen. Im Normalfall informiert die Corona-Hotline telefonisch die Personen in Quarantäne, wenn diese vorbei ist. Das Handy sollte daher griffbereit liegen. Es wird auch nachgefragt, ob mögliche aufgetretene Symptome verschwunden sind und man sich wieder gut fühlt. Ein erneuter Corona-Test, um die Quarantäne zu beenden, ist nicht notwendig.

Treten nach der Corona-Infektion Symptome auf, kann im Notfall die Hotline 061 gewählt werden. Im schlimmsten Fall geht es dann ins Krankenhaus. Im balearischen Gesundheitsministerium teilt man im Allgemeinen den Standpunkt, dass die Einnahme von Schmerzmitteln bei Symptomen der Corona-Erkrankung nicht schaden kann. Man solle zudem viel trinken und sich hin und wieder in der Quarantäne etwas bewegen.

Hygienemaßnahmen erhöhen

Die Familie oder Mitbewohner um sich zu haben, das hat bei einer Corona-Erkrankung Vor- und Nachteile. Einerseits können die anderen Personen den Positiven umsorgen. Andererseits müssen sie aber auch eine Ansteckung befürchten und sich unter Umständen selbst in Quarantäne begeben. Der positiv Getestete sollte wenn möglich ein eigenes Badezimmer benutzen und sein Schlafzimmer möglichst nicht verlassen. Für die Essensversorgung müssen der Lieferdienst oder die Kochkünste der Mitbewohner herhalten. Die Vorsichtsmaßnahmen müssen maximiert werden: Gemeinsam genutzte Räume sollten gründlich und regelmäßig desinfiziert werden. Zum Corona-Erkrankten muss ein Mindestabstand von zwei Metern eingehalten werden. Auch der Kontakt zu den anderen Mitbewohnern sollte minimiert werden, da anfangs unklar ist, wer sich noch angesteckt haben könnte. Der Gebrauch einer Atemmaske in gemeinsam genutzten Bereichen ist ratsam.

Wer muss noch in Quarantäne?

Als enge Kontakte, die in Quarantäne müssen, gelten in der Regel alle Personen, die sich länger als 15 Minuten auf weniger als zwei Metern dem Erkrankten genähert haben. Auch wenn das bei Mitbewohnern nicht immer gegeben ist, gilt die gemeinsame Nutzung der Wohnung als Sonderfall und die compañeros de piso als enger Kontakt. Die Gesundheitsbehörde lässt sich zudem vom positiv Getesteten eine Liste mit Kontakten erstellen, die dann abtelefoniert wird. Das kann wegen der Vielzahl der Fälle einige Tage dauern.

Die als enge Kontakte eingestuften Personen müssen zwei (kostenlose) PCR-Tests absolvieren. Dafür muss man im Krankenhaus oder im Gesundheitszentrum erscheinen. Der Ort wird telefonisch mitgeteilt und per SMS bestätigt. Das Ergebnis gibt es 24 bis 48 Stunden ebenfalls per Nachricht auf das Handy. Die Quarantäne endet am zehnten Tag um Mitternacht. Auch das bestätigt eine SMS.

Impfen schützt vor Quarantäne

Wegen der fortgeschrittenen Impfkampagne hat das spanische Gesundheitsministerium mittlerweile die Quarantänebedingungen geändert. Demnach entfällt für komplett Geimpfte sowie Genesene die strenge Quarantänepflicht. Diese müssen binnen weniger Tage zwei PCR-Tests absolvieren, um sicherzustellen, dass sie sich nicht doch angesteckt haben. Darüber hinaus jedoch können sie ihrem Alltag nachgehen, müssen sich also nicht isolieren. Das Gesundheitsministerium schreibt lediglich vor, dass bei Begegnungen mit anderen Menschen Mund-Nasen-Schutz getragen werden muss, und hält die Betroffenen an, Großveranstaltungen sowie Kontakte zu immungeschwächten Personen zu meiden.

Es gibt bei dieser Regelung eine wichtige Ausnahme, die aber für Mallorca derzeit nicht relevant ist. Wenn die geimpfte oder genesene Person in Kontakt mit einer Person stand, die mit der Beta- oder Gamma-Variante des Virus infiziert ist, muss sie dennoch Quarantäne bewahren. Diese Virus-Varianten sind auf der Insel derzeit kaum vertreten. Dominant ist mittlerweile die als besonders ansteckend geltende Delta-Variante mit 92 Prozent. So gut wie alle restlichen analysierten Proben werden der Alpha-Variante zugeordnet.

Urlauber

Etwas kniffliger ist die Lage, wenn man keine Wohnung auf der Insel hat. Ist der Test positiv, informiert in der Regel bereits das Testzentrum die Corona-Hotline. Ist dem nicht so, ist das mittlerweile nicht mehr ganz so schlimm: Die Zeiten, an denen die Hotline ständig besetzt und überfordert war, scheinen vorbei. Mittlerweile lässt sich nach dem Anruf per Tastendruck die Sprache auswählen – Katalanisch, Spanisch oder Englisch. Danach fragt die Stimme von Band, ob man wegen einer Corona-Erkrankung oder allgemeinen Reiseinfos anruft. Beim MZ-Test war ohne lange Warteschleife problemlos ein Mitarbeiter am anderen Ende der Leitung erreichbar.

Da es sich beim positiven Test in der Regel um einen Antigen-Test handelt, ordnet die Gesundheitsbehörde einen PCR-Test an. „Der ist für den Urlauber kostenlos. Wir sagen jederzeit Bescheid, was zu tun ist. Unter Umständen kommt der Arzt sogar zum Urlauber, um den Test vorzunehmen“, sagt ein Mitarbeiter der Corona-Hotline. Ist dieser dann ebenfalls positiv, muss der Tourist in Quarantäne. Für diese wird er von den Behörden in eines der beiden offiziellen Corona-Hotels eingewiesen. Dort stehen mittlerweile über 600 Zimmer zur Verfügung, womit es nicht mehr zu Engpässen kommen sollte.