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Mallorca Zeitung

Wer ab jetzt kostenlos auf Mallorca zum Zahnarzt kann

Nach Kindern können nun auch Neugeborene, Schwangere oder Krebspatienten Gratis-Zahnbehandlungen in Anspruch nehmen

Die Zahnbehandlung im öffentlichen Gesundheitssystem wird weiter geöffnet. Markus Scholz/dpa-tmn

In Spanien muss man, bis auf wenige Ausnahmen, zu denen etwa das Ziehen eines Zahns im Notfall gehört, als Mitglied der Seguridad Social seine Zahnbehandlungen selbst zahlen. Kinder und Jugendliche zwischen sechs und 15 Jahren bekommen aber seit Jahren eine Sonderbehandlung. Bei ihnen werden mit dem Programm PADI (Programa de Asistencia Dental Infantil) die Kosten für Kontrolltermine sowie erste Füllungen für die bleibenden Zähne von der Sozialversicherung übernommen.

Neben den Zahnärzten in den Gesundheitszentren nehmen auch private dentistas an dem Programm teil. Nun hat die Balearen-Regierung das Programm ausgeweitet. Unter anderem Schwangere, Neugeborene und Krebspatienten sollen ab sofort nach und nach von dem Angebot profitieren. Ihre Behandlungen sollen überwiegend in den öffentlichen Gesundheitszentren stattfinden.

Zahnreinigungen, Kontrollbesuche und Behandlungen für Kinder

Statt für Kinder ab sechs Jahren beginnt der Zeitraum für die kostenlosen Zahnreinigungen, Kontrollbesuche und Behandlungen zur Vorbeugung von Krankheiten nun bereits mit der Geburt des Kindes. Achtung: Für Implantate oder kieferorthopädische Behandlungen übernimmt die Sozialversicherung die Kosten nach wie vor nicht.

Auch Schwangere können während der ganzen Schwangerschaft etwa kostenlose Kontrollbesuche in Anspruch nehmen. Zudem informiert das Personal sie darüber, wie sie Karies vorbeugen können, da sich die Erkrankung später auch auf das Kind übertragen kann.

Neben diesen beiden Personengruppen können künftig auch Menschen mit geistiger Behinderung ab 15 Jahren lebenslang von dem Angebot Gebrauch machen. Auch alle, die sich aufgrund anderer Einschränkungen nicht ausreichend um die Zahnpflege kümmern können, sind miteingeschlossen. Das balearische Gesundheitsministerium finanziert auch ihnen zahnmedizinische Operationen mit Betäubung. Rund 4.500 Menschen sollen in dieser Gruppe von den kostenlosen Behandlungen profitieren.

Auch Krebspatienten werden ins Programm aufgenommen

Neu ins Programm aufgenommen wurden auch Krebspatienten, sofern die Erkrankung in der Nähe des Halses oder Gesichts diagnostiziert wurde. Infolge einer Strahlen- oder Chemotherapie-Behandlung können oft schwere Verletzungen im Mundbereich entstehen, sodass eine regelmäßige und sorgfältige Zahnpflege nicht mehr uneingeschränkt möglich ist.

Schon seit 2019 können Kinder mit angeborenen Fehlbildungen im Gesicht, etwa Lippen-Kiefer-Gaumensegel-Spalten, das Behandlungsangebot nutzen. Um die Fehlbildung zu korrigieren, müssen sie sich oft mehreren Operationen unterziehen. Dafür gibt es ein eigenes Ärzteteam.

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