Gesundheitsministerin zur siebten Welle: Die Notaufnahmen auf Mallorca stehen unter "großem Druck"

Gerade wenn viele Ärzte wegen Corona ausfallen, wird die Versorgung der Patienten schwierig

Die balearische Gesundheitsministerin Patricia Gómez.

Die balearische Gesundheitsministerin Patricia Gómez. / DM

M. Elena Vallés

Die balearische Gesundheitsministerin Patricia Gómez hat am Mittwoch (6.7.) zugegeben, dass die Notaufnahmen auf Mallorca und den Nachbarinseln unter "großem Druck" stehen. Zuvor hatte es immer wieder Berichte über überfüllte Notaufnahmen und Patienten gegeben, die tagelang auf ein Stationszimmer warten mussten.

Grund für die überfüllten Krankenhäuser ist laut Gómez die Zunahme der Bevölkerung im Sommer durch die vielen Urlauber und die steigende Anzahl an Corona-Patienten durch die siebte Welle. "Oft ist der Arzt nicht da, weil er selbst positiv auf Corona getestet wurde", sagte sie.

Um der siebten Corona-Welle entgegenzutreten, wirbt Gómez für die sogenannte Booster-Impfung, die dritte Corona-Impfung. "Um die 90 Prozent der Bevölkerung auf den Balearen ist doppelt geimpft, aber nur 58 Prozent haben eine dritte Impfung", sagte sie. Die Balearen seien die Region mit der niedrigsten Quote an Auffrischungsimpfungen.

Was tun mit einem positiven Corona-Test?

Abgesehen von Engpässen in den Notaufnahmen befürchtet Gómez auch Probleme in den Gesundheitszentren, wo die Allgemeinärzte sich um einen Großteil der Gesundheitsprobleme der Bevölkerung kümmern. Wenn dort jemand wegen Corona ausfalle, verkompliziere das die Lage zusätzlich.

Um die Gesundheitszentren zu entlasten, hat die Gesundheitsbehörde IB-Salut die Covid-Express-Einheiten in Son Dureta, Inca und Manacor, wo gerade nur geimpft wurde, wieder zu Testzentren erklärt. Dadurch sollen wieder Krankschreibungen ohne einen Arztbesuch möglich sein und weniger Covid-Kranke in die Gesundheitszentren kommen.

Wer also Corona-Symptome oder einen positiven Selbsttest hat, soll jetzt folgendermaßen vorgehen: Bei einem Anruf in der zentralen Nummer der Gesundheitszentren (971-22 00 00) wird Patienten, die nicht zu den gefährdeten Bevölkerungsgruppen gehören, ein Termin bei einer Express-Einheit gegeben. Dort wird mit einem Test die Corona-Infektion bestätigt. Wer eine Krankschreibung benötigt, erhält sie direkt vor Ort, bekommt aber noch einen Anruf von einem Arzt, der die Krankschreibung bestätigen muss. Es ist nicht wie zu Beginn des Jahres möglich, sich selbst krankzuschreiben. Die Krankschreibung wird außerdem automatisch nach fünf Tagen aufgehoben.

Grund für die Überfüllung der Gesundheitszentren ist unter anderem, dass auf den Balearen im Schnitt ein Allgemeinarzt drei Mal so viele Patienten betreut wie in anderen Regionen Spaniens. Aber Gómez sagte am Mittwoch, das sei schwer vergleichbar: "Die Balearen sind ein sehr begrenztes Gebiet, während in Kastilien zum Beispiel ein Arzt 50 Kilometer fahren muss, um fünf Kranke zu besuchen." Auch auf den Inseln sei die Anzahl der Patienten pro Arzt unterschiedlich verteilt: In Zonen mit einer wirtschaftlich schlechter gestellten Bevölkerungsstruktur müsse ein Arzt mehr Zeit pro Patient aufbringen als in wohlhabenderen Gebieten nahe Palmas, "wo viele privat versichert sind", erklärte Gómez. /mwp