Was Mallorca den deutschen Kassen wegen der Arztbesuche der Urlauber in Rechnung stellt
Allein in den ersten sechs Monaten 2022 fielen Rechnungen über rund 4,2 Millionen Euro an. Zahlen müssen letztlich die deutschen Kassen

Blutdruckmessen beim Arzt. / Hauke-Christian Dittrich / dpa
Iñaki Olaizola, Sophie Mono
Die Tourismusbranche auf Mallorca hat sich von den pandemiebedingten Einbrüchen in vielerlei Hinsicht erholt - das zeigt auch ein Blick auf die Abrechnungen der balearischen Gesundheitsbehörde Servei de Salut.
Wie aus einer Pressemitteilung des balearischen Gesundheitsministeriums hervorgeht, haben Ärzte, Krankenhäuser und Gesundheitszentren auf den Inseln allein in den ersten - erfahrungsgemäß urlauberschwächeren - sechs Monaten des Jahres 2022 ausländischen Patienten 17.207 Rechnungen über insgesamt 12,1 Millionen Euro ausgestellt. Das regionale Gesundheitssystem dürfte also in diesem Jahr ähnlich viel Geld zurückerstattet bekommen wie im Vor-Corona-Jahr 2019.
Bei den Patienten handelt es sich größtenteils um Urlauber. Vor allem deutsche, aber auch britische, französische und italienische Touristen nahmen das Gesundheitssystem während ihres Balearen-Urlaubs in Anspruch.
Allein für die deutschen Urlauber wurden von Januar bis Juni 2022 medizinische Leistungen im Wert von 4,2 Millionen Euro auf Mallorca und den Nachbarinseln erbracht, erfasst in 5.267 Rechnungen. Die deutschen Krankenkassen müssen dem Servei de Salut die Behandlungskosten zurückerstatten, meist erfolgt dies erst mit zeitlicher Verzögerung.
Ausgelegtes Geld aus dem Vorjahr angekommen
Tatsächlich gingen im Juli 2022 zunächst rückwirkend die Zahlungen für das Jahr 2021 ein. 23,3 Millionen Euro waren dies allein für Gesundheitsdienstleistungen, die für europäische Urlauber mit EU-Gesundheitskarten erbracht wurden. Hinzu kamen weitere 9 Millionen Euro, die für ausländische EU-Bürger und Festlandspanier anfielen, die in ihren Herkunftsregionen und -ländern krankenversichert sind, ihren Wohnsitz aber auf die Balearen verlegt haben.
Das Gesundheitssystem in Spanien ist dezentral organisiert: Die verschiedenen Regionen stellen Rechnungen für die Gesundheitsversorgung von Einwohnern in anderen Regionen des Landes aus und entschädigen sich dann gegenseitig für die erbrachten Leistungen.
Wegen der Corona-Pandemie und des damit verbundenen Urlauberrückgangs waren im Jahr 2020 auf den Balearen nur 14,5 Millionen Euro in Rechnung gestellt worden, im Vor-Corona-Jahr 2019 waren es 33,4 Millionen Euro. /somo
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