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"Extrem wirksam": Neue Impfkampagne soll Säuglinge vor Bronchiolitis schützen

Babys auf Mallorca und den Nachbarinseln werden seit dem 1. Oktober gegen Bronchiolitis immunisiert. Die Impfung wird dringend empfohlen

Neugeborene sollten zum Impfen gebracht werden

Neugeborene sollten zum Impfen gebracht werden / INGImage

Auf Mallorca und den Nachbarinseln hat am 1. Oktober in 46 Gesundheitszentren die zweite Impfkampagne gegen das Respiratorische Synzytialvirus (RSV), die Hauptursache für die Entwicklung einer Bronchiolitis bei Kindern, begonnen. Noch bis zum 31. März sollen alle Babys geimpft werden, die zwischen dem 1. April 2024 und dem 31. März 2025 geboren wurden.

Laut Victoria Pascual, der Leiterin der Primärversorgung auf Mallorca, handelt es sich „eher um eine Immunisierung als um eine Impfung“. Das den Kleinkindern verabreichte Medikament sei „effizient, schnell und wirksam“ und verlangsame so das Eindringen des Virus bei Neugeborenen und Kleinkindern, deren Immunsystem noch nicht entwickelt ist. RSV ist ein saisonaler Virus, dessen Verbreitung ab Oktober beginnt. Daher sei just dieser Tage die Impfkampagne angelaufen. Erkrankt ein Kind schwer, kann es sein, dass es ins Krankenhaus eingeliefert werden muss.

Ansteckung vor allem in der kalten Jahreszeit

„Wir hoffen, dank der aktuellen Kampagne etwa 3.500 Kinder impfen zu können und so Krankenhauseinweisungen infolge des Virus zu vermeiden“, sagt Victoria Pascual. Dank der letzten Impfkampagne konnten die Krankenhauseinweisungen um 80 Prozent reduziert werden. Mit der aktuellen erhoffen sich die Verantwortlichen zumindest einen Rückgang von 70 Prozent.

RSV zirkuliert in der Regel zwischen Oktober und März und ist ein Krankheitserreger, mit dem sich vor allem Säuglinge unter einem Jahr anstecken. Das Virus ist häufig die Hauptursache für Infektionen der unteren Atemwege, insbesondere Bronchiolitis.

Das hierzulande verwendete Medikament heißt Nirsevimab und ist ein sogenannter monoklonaler Antikörper, der durch intramuskuläre Injektion verabreicht wird. Es schützt das Baby und verringert das Risiko schwerer Komplikationen im Falle einer Infektion. Eine Dosis bietet Schutz für mindestens fünf Monate. Da dem Säugling die Antikörper direkt gespritzt werden, setzt die Wirkung unmittelbar danach ein und hängt nicht vom Immunsystem des Neugeborenen ab. Nirsevimab ist hochwirksam und beeinträchtigt aufgrund seines Wirkmechanismus keinen der im Impfkalender vorgesehenen Impfstoffe, kann also gleichzeitig verabreicht werden.

Tipps zur Vermeidung

Um die Übertragung von RSV zu verhindern, empfehlen Experten regelmäßiges Händewaschen wie auch das häufige Waschen von Spielzeug, Kleidung, Geschirr und Bettwäsche. Zudem sollte man engen Kontakt mit Rauchern, kranken oder verschnupften Personen vermeiden, da diese eine Infektionsquelle darstellen können. Stillen könne als natürlicher Schutzfaktor gegen eine Ansteckung gesehen werden.

Wer von seinem öffentlichen Gesundheitszentrum (centro de salud) noch nicht kontaktiert wurde, kann bei der Zentrale Infosalut Connecta (Tel.: 971-22 00 00) einen Termin vereinbaren.

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