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Fünf Jahre Corona-Pandemie auf Mallorca

"Ich bin wohl ein positives Corona-Opfer": Wie die Pandemie einen deutschen Zweithausbesitzer zum Residenten machte

Wolfgang Bläsi (56), Unternehmensberater und Immobilienbesitzer, durfte zu Beginn der Corona-Zeit nicht in sein Zweithaus in Campos reisen. Doch die Pandemie lehrte ihn, dass Mallorca auch als Lebensmittelpunkt taugt

Wolfgang Bläsi entschied sich während der Pandemie ganz für Mallorca.

Wolfgang Bläsi entschied sich während der Pandemie ganz für Mallorca. / Privat

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Sophie Mono

Sophie Mono

Am Freitag (7.2.) war es auf den Tag fünf Jahre her, dass auf Mallorca der erste Covid-19-Infizierte registriert wurde: der britische Mallorca-Resident hatte sich auf Reisen bei einem Landsmann, der zuvor in Asien war, angesteckt. Es war der Beginn einer Pandemie, die auch die Insel in Atem hielt: Lockdown, überlastete Krankenhäuser, Zusammenbruch des Tourismus, verzweifelte Unternehmer, wütende deutsche Zweithausbesitzer und nicht zuletzt umstrittene Corona-Leugner. Die Gefahr ging erst ab Ende 2022 zurück, als sich die weniger aggressive Virus-Variante Omikron verbreitete. Sophie Mono hat verschiedene Menschen gebeten, diese Zeit noch einmal Revue passieren zu lassen – und zu überlegen, welche Lehren sie persönlich und beruflich aus den Pandemie-Erfahrungen auf Mallorca ziehen. Teil 6 und Schluss: Der Unternehmer Wolfgang Bläsi.

Als Corona losging, hatte ich meinen Erstwohnsitz noch in Heidelberg. Meine Frau und ich besaßen zwar schon länger eine Finca auf Mallorca, die wir vermieteten, und hatten 2017 eine weitere Immobilie in Campos gekauft, die wir sanierten, aber sie war ursprünglich nur als Zweithaus gedacht. Leider durften wir aufgrund der Pandemie in den ersten Monaten gar nicht auf die Insel reisen. Das war schon eine massive Einschränkung. Ich habe ein Haus, zahle Steuern dafür, darf aber nicht hinfahren - meiner Meinung nach war das eine Überreaktion der Politik, und ob das irgendwem geholfen hat, sei mal dahin gestellt. Deshalb habe ich damals auch den Brandbrief mitunterschrieben, den zahlreiche Zweithausbesitzer an Francina Armengol schickten.

Viel Aktionismus"

Überhaupt hatte ich das Gefühl, dass bei den politischen Entscheidungen viel Aktionismus im Spiel war, in Deutschland und in Spanien. Klar, handeln unter einer solchen Unsicherheit ist immer schwierig, aber bei vielen Maßnahmen hatte ich das Gefühl, dass sie nur getroffen wurden, um überhaupt etwas zu tun. Was ich in Spanien kolossal fand, war die Maskenpflicht im Freien bei mehr als 30 Grad, selbst dann, wenn man alleine durch die Straßen lief. Das war sicherlich nicht wissenschaftlich fundiert.

Da ich zunächst nicht nach Mallorca durfte, habe ich den Lockdown auf der Insel nicht mitbekommen. Ich bin dann aber direkt am 1. Juli 2020, als es wieder möglich war, in unser Zweithaus nach Campos gereist - und erst einmal acht Monate am Stück geblieben. Ich bin Unternehmensberater, war vorher ständig unterwegs, kann aber auch im Homeoffice arbeiten, wie sich herausstellte.

Durch Corona für die Auswanderung entschieden

Tatsächlich hat mich diese Zeit auf Mallorca dazu bewogen, meinen Lebensmittelpunkt komplett auf die Insel zu verlagern. In der Hinsicht bin ich wohl ein positives Coronaopfer. Ohne die Pandemie hätte ich nie darüber nachgedacht, ganz nach Mallorca zu ziehen. Aber ich habe in dieser Zeit festgestellt, dass es auch alles geht, und dass ich mich hier wohler fühle. Die Menschen sind entspannter hier, auch was Corona anging wurden die Einstellungen anderer hier mehr toleriert als in Deutschland, und überhaupt gilt bei vielen Menschen auf der Insel das Motto: "Leben und leben lassen". Das gefällt mir.

Ab 2021 war ich beruflich dann schon wieder relativ viel unterwegs, in Europa und Russland. Ich war geimpft und kannte schnell alle Corona-Testcenter auf der Insel. Das war etwas mühselig, aber auch lösbar. Zweimal erkrankte ich an Corona, es war aber kein schlimmer Verlauf. Seit Mitte 2023 bin ich Mallorca-Resident - und froh, dass es so gekommen ist. Nach Deutschland will ich aktuell nicht dauerhaft zurück.

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