Drei Männer gestorben: Regierung auf Mallorca will den Gebrauch der "Zombie-Droge" Fentanyl stärker überwachen
Am Dienstag (4.3.) wurde eine Frau auf Menorca festgenommen, die das Rauschmittel an die Opfer verkauft haben soll

Soll in Zukunft stärker kontrolliert werden: Das Opioid Fentanyl. / Diario de Mallorca
Die Balearen-Regierung hat angekündigt, den Gebrauch von Fentanyl in Zukunft "aktiv überwachen" zu wollen. Das gab Gesundheitsministerin Manuela García am Mittwoch (5.3.) bei der Vorstellung des Suchtbekämpfungsplans 2025-2032 bekannt. Auslöser für die stärkere Überwachung der sogenannten "Zombie-Droge" war der Tod dreier junger Menschen im vergangenen Jahr auf Mallorcas Nachbarinsel Menorca. Diese waren an einer Überdosis gestorben. Die Polizei nahm die mutmaßliche Dealerin in dieser Woche fest.
Reaktion auf Warnung der Vereinigten Staaten
„Auf den Balearen überwacht eine Gruppe seit zwei Jahren aktiv den Gebrauch von Fentanyl, als Reaktion auf die Warnung in den Vereinigten Staaten. Wenn die Fälle zunehmen, werden wir das feststellen“, erklärte die Gesundheitsministerin. Bei Fentanyl handelt es sich um ein künstlich hergestelltes Opioid, das zur Linderung starker akuter oder chronischer Schmerzen verwendet wird. In den vergangenen Jahren wird die Substanz immer häufiger als Droge missbraucht. In den USA gibt es seit Jahren eine regelrechte Fentanyl-Epidemie. Jedes Jahr sterben mehrere zehntausend Menschen an den Folgen des Drogenkonsums.
Fünf Fentanyl-Fälle 2024
Im vergangenen Jahr gab es auf den Balearen fünf Fälle, bei denen Fentanyl im Körper der Personen nachgewiesen werden konnte. In diesem Jahr ist noch kein Fall bestätigt worden: Auch im Krankenhaus Son Espases in Palma konnte die Droge bei duchgeführten Tests bei Verdachtspersonen nicht nachgewiesen werden.
„Wir müssen uns darüber im Klaren sein, dass die pharmazeutische Verwaltung in Spanien sehr strukturiert und streng ist. Ein Anstieg des Fentanylkonsums bei einer Person, die ein Rezept dafür hat, kann sofort erkannt werden und es gibt einen Alarm", sagte García.
Festnahme auf Menorca
Die Kontrollen haben sich nach dem Tod der drei jungen Menschen auf Mallorcas Nachbarinsel im vergangenen Jahr verschärft. Bei zwei Opfern wurde damals Fentanyl in Form eines Pflasters gefunden. Die Menge der verabreichten Droge war jedoch zu hoch und sie starben an einer Überdosis. Die Ermittler der Drogenfahndungsgruppe stellten daraufhin fest, dass sich bereits ein Schwarzmarkt für fentanylhaltige Medikamente auf der Insel etabliert hat. Durch die Zusammenarbeit mit den Familien der Opfer stieß die Polizei nun auf die mutmaßliche Dealerin.
Die Spanierin wurde am Dienstag (4.3.) im menorquinischen Hafenort mit der Droge erwischt, nachdem sie von Barcelona aus auf die Insel gereist war. Die Verdächtige trug zum Zeitpunkt ihrer Verhaftung 15 Pflaster mit fentanylhaltigen Medikamenten, Bargeld und ein Mobiltelefon bei sich.

Die Frau trug mehrere Fentanylpflaster sowie USB-Sticks bei sich. / Policía Nacional
Keine Zustände wie in den USA
Zustände wie in den USA sollen auf Mallorca aktiv vorgebeugt und verhindert werden. „In Spanien gibt es eine strenge Kontrolle, die es in den Vereinigten Staaten nicht gibt. Das verschafft uns einen gewissen Spielraum, aber natürlich kann es überall einen Schwarzmarkt geben“, sagte die Ministerin. Weitere Todesfälle im Zusammenhang mit dem Konsum von Fentanyl habe es seitdem auf den Balearen nicht mehr gegeben.
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