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Selbst auf einen Nuklearangriff vorbereitet: Mallorca verbessert Rettungsdienst für 56 Millionen Euro

Samu061 bekommt neue hochmoderne Krankenwagen, die für alle Notfälle ausgerüstet sind

Rettungswagen auf Mallorca

Rettungswagen auf Mallorca / IB Salut

Mallorca peppt seinen Rettungsdienst auf. Das Unternehmen Fraikin hat den Zuschlag bekommen, um in den kommenden fünf Jahren für 56 Millionen Euro 246 Krankenwagen der letzten Generation zu stellen. "Nach Katalonien und Madrid werden wir die dritte Region Spaniens sein, die auf nukleare, chemische oder biologische Unfälle vorbereitet ist", sagte Samu061-Chef Eloy Villalba.

Die neue Krankenwagenflotte soll 33 Fahrzeuge mehr beinhalten. Das bedeutet, dass alle zwei Krankenwagen ein Ersatzfahrzeug zur Verfügung steht. Bislang gab es bei einer Panne nur alle 13 Krankenwagen einen Ersatz.

Der Komfort für die Kranken und Verletzten soll sich durch eine bessere Stoßdämpfung auf der Krankentrage erhöhen, die zudem in allen Wagen elektrisch ist. Die Rettungssanitäter ersparen sich dadurch körperliche Arbeit. Die Luft im Fahrzeuginneren wird automatisch gefiltert und desinfiziert.

Nicht nur Notfälle behandeln

Samu061 sei nicht mehr nur der Lebensretter im absoluten Notfall, erklärte Villalba. "Die lebensbedrohlichen Notfälle machen heute nur noch 18 Prozent der Einsätze aus." Besonders seit der Corona-Pandemie würden viele Leute wegen kleinen Dingen anrufen. Die Notfallnummer 061 ist auch als Hotline freigeschaltet, wenn man beispielsweise die Dosierung eines Medikaments nachfragen möchte. Von 170.000 Patienten ist die Nachfrage beim Rettungsdienst in den vergangenen Jahren daher auf 270.000 gestiegen.

Die Flotte umfasst drei besondere Fahrzeuge. Eines ist spezialisiert auf den Transport verletzter oder kranker Kinder, ein anderes ist eine fahrende Apotheke. Zuletzt gibt es einen ECMO-Krankenwagen. Die Extrakorporale Membranoxygenierung ist eine künstliche Beatmung. Die soll bei möglichen nuklearen, biologischen oder chemischen Vorfällen zum Einsatz kommen. Einige Krankenwagen verfügen über Allradantrieb, um in schwer zugänglichen Gelände fahren zu können.

Für fünf Jahre ausgeliehen

Die derzeitige Flotte stammt aus dem Jahr 2018. Die Fahrzeuge haben an die 400.000 Kilometer auf dem Tacho und werden aus dem Verkehr gezogen. Die neuen Krankenwagen sollen im September oder Oktober des laufenden Jahres eintreffen. "Zur Miete ohne Kaufoption", sagte Villalba. "In fünf Jahren schließen wir dann wohl den nächsten Vertrag ab."

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