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Allergie auf Mallorca: Diese Pollen machen Urlaubern und Auswanderern das Leben schwer

Gräser, Oliven, Mauer-Glaskraut: Die häufigsten Pollenallergene auf Mallorca. Tipps von Ärztinnen und aktuelle Daten

Ein Olivenbaum auf Mallorca

Ein Olivenbaum auf Mallorca / Klose/dpa

Sarah López

Sarah López

Viele freuen sich aktuell über die Farbenpracht der Wiesen auf Mallorca: Alles blüht und riecht fantastisch. Doch für Menschen mit Pollenallergie ist die Insel aktuell eher ein Albtraum. Vor allem Urlauber, die aus dem Norden kommen, unterschätzen oft, wie vielfältig die heimische Flora ist – und wie früh die Pollensaison hier beginnt. „Viele denken, sie könnten der Allergie entfliehen. Aber gerade Gräserallergiker finden auf Mallorca ähnliche Belastungen wie in Deutschland“, sagt Sandra Lossau, Hausärztin in Santa Ponça. Allergie sei aktuell in der Klinik ein großes Thema. Vor allem die Olivenbaumblüten machten vielen Langzeitresidenten zu schaffen, die im Laufe der Jahre eine Allergie zum Pollen dieser Bäume entwickelt haben, die man so nie in Deutschland finden würde.

Fast das ganze Jahr über

Die Pollensaison auf der Insel startet deutlich früher als im Norden Europas: „Bereits im Januar beginnt die Blütezeit mit Zypressen und Mauer-Glaskraut“, sagt Dr. Patricia López De Los Santos, Allergologin mit eigener Praxis in Santa Ponça und früher Forscherin an der Medizinischen Hochschule Hannover. „Ab März folgen dann Platanen, Gräser und ab Mai der Olivenbaum – der größte Allergieauslöser auf Mallorca.“ Die gute Nachricht: Gräserpollenstaub ist auf Mallorca nicht so verbreitet wie in Deutschland oder auf dem Festland. Im Sommer können die Pollenallergiker aufatmen, denn in den heißen Monaten schwirren kaum Pollen in der Luft. Im Herbst geht es dann oft weiter mit dem frühzeitigen Pollenflugs des Mauer-Glaskrauts.

Der Klimawandel macht es nur noch schlimmer

Der Klimawandel ist auch für Allergiker ein Problem. „Die Pollenproduktion steigt spürbar an, Gräser- und Mauer-Glaskrautpollen treten zunehmend aggressiver auf. Das ist die Folge eines ungewöhnlich warmen Frühjahrsbeginns und vermehrter Niederschläge“, sagt López De Los Santos. „Während Gräserpollen früher meist erst im Mai auftraten, beginnen sie mittlerweile bereits im Januar zu fliegen. In diesem Frühjahr wird mit einer besonders starken Pollenkonzentration auf Mallorca gerechnet.“

Besonders tückisch: Selbst wer in seinem ersten Mallorca-Urlaub beschwerdefrei bleibt, kann bei einem weiteren Aufenthalt plötzlich Symptome entwickeln. „Um auf eine neue Pollenart allergisch zu reagieren, muss der Körper mehrmals Kontakt mit ihr gehabt haben“, erklärt Lossau. „Menschen mit Allergien sind Atopiker – das heißt, sie haben eine Veranlagung, weitere Allergien zu entwickeln.“ Wer nach mehreren Aufenthalten auf Mallorca merkt, dass die Augen tränen und die Nase ständig läuft, könnte eventuell an einer neuen Pollenallergie leiden.

Gute Vorbereitung

Für Betroffene ist deshalb nicht nur der aktuelle Gesundheitszustand wichtig, sondern auch die Vorbereitung. Lossaus Empfehlung: Starke Allergiker, die schon vorher auf der Insel Beschwerden hatten, sollten schon vor dem Urlaub mit Antihistaminika beginnen – und sie auch im Reisegepäck haben. „Die bekommt man in Spanien auch ohne Rezept, und sie werden unter dem gleichen Namen verkauft. Doch kortisonhaltige Nasensprays, die oft notwendig sind, sollte man von zu Hause mitbringen – die gibt es hier nur auf Rezept.“

Aktuelles Pollengeschehen

Wertvolle Orientierung bietet das Online-Portal PIAaerobiologia.cat, das von der Universität Barcelona betrieben wird. Die Seite zeigt die Pollenwerte in der Luft für die aktuelle Woche, sind aber nur auf Katalanisch und Spanisch einzusehen – Allergiker sollten sich also vorab mit den botanischen Namen ihrer „Problem-Pflanzen“ vertraut machen, die ebenfalls dabeistehen. Eine Liste mit Bildern der Erzfeinde gibt es auf dem Online-Portal unter: Predicción de la semana (WEB).

Die Daten für den 14. bis 20. April

Die Daten für den 14. bis 20. April. / PIA

„Die Messstation befindet sich beim Krankenhaus Son Espases in Palma und misst die Luft in etwa 25 Meter Höhe“, erklärt Analyst David Navarro. „Ein rundes Gerät saugt kontinuierlich Luft an. Auf einem beschichteten Band bleiben die Pollenpartikel haften und werden unter dem Mikroskop ausgewertet.“ Die gesammelten Werte gelten allerdings nur für Palma. „ Je nachdem, wo man sich befindet, kann die Belastung unterschiedlich sein“, sagt David Navarro. Zudem sei die tägliche Pollenmenge nur eine Schätzung auf Basis der Vorwoche. Unerwarteter Regen oder Hitze könnten einen Einfluss auf den Pollenflug haben.

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