Soll nicht zum Abnehmen verschrieben werden: Die Versorgung mit Ozempic auf Mallorca ist knapp
Dagegen hat sich die Verfügbarkeit von Medikamenten gegen ADHS auf den Balearen verbessert, nachdem vor Monaten "ernste Probleme" festgestellt wurden

Ein Patient mit dem Medikament Ozempic. / EP
Die Apotheken auf Mallorca und den Nachbarinseln beklagen weiterhin Lieferengpässe bei der "Abnehmspritze" Ozempic, die eigentlich zur Behandlung von Typ-2-Diabetes entwickelt wurde. Sie pochen darauf, dass medizinische Fachkräfte dieses Medikament nicht zur Gewichtsabnahme verschreiben.
Die letzte Aktualisierung der Bestandssituation von Ozempic durch die Spanische Agentur für Arzneimittel und Gesundheitsprodukte (AEMPS), in der bereits vor Lieferproblemen gewarnt wurde, die zu einer Verknappung führten, stammt vom April 2024. "Die Situation hat sich nicht geändert, und es gibt weiterhin einen Engpass", sagte die Apothekerin Emma Suárez vom Arzneimittelinformationszentrum (CIM) der Balearen gegenüber der Agentur Europa Press.
Enorme Bekanntheit und höhere Nachfrage
Laut Daten einer Studie von LUDA Partners machte Ozempic im Jahr 2023 noch 11 Prozent aller von den Apotheken der Balearen gemeldeten Fehlbestände aus. Dieser Anteil sank im Jahr 2024 auf 8 Prozent und stieg im ersten Quartal 2025 sprunghaft auf 15 Prozent an.
Es handelt sich um ein Medikament, das zur Gruppe der GLP-1-Rezeptoragonisten gehört und ursprünglich zur Behandlung von Typ-2-Diabetes entwickelt und zugelassen wurde. In den letzten Jahren hat es jedoch aufgrund seiner Wirksamkeit bei der Gewichtsabnahme enorme Bekanntheit erlangt, was seine Nachfrage über die ursprünglichen Prognosen hinaus gesteigert hat.
Hype wirkt sich auf Diabetes-Patienten aus
Seine Verwendung zu ästhetischen Zwecken oder als Mittel zur Bekämpfung von Fettleibigkeit, die viral über soziale Netzwerke verbreitet wurde, dürfte hinter diesem wachsenden Interesse stecken. Dieser Hype wirke sich, wie Suárez mahnte, direkt auf die diabetischen Patienten aus, die mangels Ozempic gezwungen sind, auf Alternativen zurückzugreifen.
Nach ihren Angaben ist die Situation bei Ozempic derzeit eine "teilweise Knappheit", das heißt, es gibt Einheiten, aber nicht genug, um alle Patienten damit zu erreichen. Diese Situation entstehe, weil es weiterhin Fachkräfte gibt, die Ozempic zur Gewichtsabnahme verschreiben.
Nur mit Rezept, nicht zur Gewichtsabnahme
"Es darf nicht ohne ärztliche Verschreibung abgegeben werden, und die Verschreibungen sollten immer gemäß der Fachinformation erfolgen, die die Blutzuckerkontrolle bei Diabetikern vorsieht. Es wurden jedoch Fälle festgestellt, in denen es für andere Indikationen wie die Gewichtsabnahme verschrieben wurde", sagte sie.
Die Situation, so die Fachfrau des CIM, könnte sich von dem Moment an verbessern, in dem neue Medikamente zur Gewichtskontrolle auf den Markt kommen. Deren Markteintritt sollte wohl zu einer besseren Verfügbarkeit von Ozempic für diabetische Patienten führen.
Lage bei der Behandlung von ADHS
Andererseits hob Suárez die Verbesserung der Verfügbarkeit einiger Medikamente zur Behandlung von ADHS hervor, bei deren Beständen in den letzten Monaten Engpässe festgestellt wurden. Diese Situation seit jetzt unter Kontrolle. Es könne nur vorkommen, dass eine bestimmte Darreichungsform eines Medikaments fehlt. Es kann also etwas sein, dass ein Medikament in einer Packungsgröße von sieben und 28 Tabletten verkauft wird, und eine der beiden Größen nicht verfügbar ist. Dabei gibt es also weiterhin immer eine Alternative.
Falls das Medikament selbst in der benötigten Dosierung nicht verfügbar sei, habe die Verwaltung die Möglichkeit eingeräumt, es über ausländische Apotheken und aus anderen Ländern zu beziehen, so Suárez: "Es gab in der Tat ernste Probleme, bei denen einige Patienten ihre Medikamente umstellen mussten, weil sie diese nicht bekommen konnten, aber im Moment ist die Situation stabil." /bro
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