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Usutu-Virus: Blutbank auf Mallorca weist ersten Fall einer Infektion in Spanien nach

Der Fall wurde im Juni 2024 bei einem auf der Insel ansässigen Spender bestätigt

Stechmücken der Gattung Culex übertragen das Usutu-Virus.

Stechmücken der Gattung Culex übertragen das Usutu-Virus. / ISCIII

Die Blutbank der Balearen (Bstib) hat an einer Studie teilgenommen, die den ersten Fall einer Infektion mit dem Usutu-Virus (USUV) in Spanien bestätigt hat. Der Fall wurde im Juni 2024 bei einem auf Mallorca ansässigen Spender identifiziert. In den routinemäßigen Tests zum Nachweis des eng damit verwandten West-Nil-Virus hatte die Probe positiv reagiert und wurde daraufhin an ein Speziallabor des Instituto de Salud Carlos III in Madrid überwiesen.

In dem Forschungsinstitut ergaben spezifische Tests, dass es sich um eine Infektion mit dem Usutu-Virus handelte, einem in Europa neu auftretenden Arbovirus, das durch Stechmücken der Gattung Culex übertragen wird. Zusätzlich zu dem Fall auf Mallorca hat die Studie zwei weitere Infektionen in Katalonien nachgewiesen, die mittels Techniken der Molekularbiologie und Genomsequenzierung bestätigt wurden. Die drei Fälle traten bei Spendern auf, die nicht außerhalb ihrer autonomen Gemeinschaft gereist waren, was die lokale Zirkulation des Virus belegt.

Institut aus Deutschland beteiligt

An der Forschungsarbeit, die in der Fachzeitschrift "Transfusion" veröffentlicht wurde, war ein multidisziplinäres Team aus verschiedenen Institutionen beteiligt. Dazu gehörten die Blutbank der Balearen, die Blut- und Gewebebank von Katalonien, das Institut de Recerca i Tecnologia Agroalimentàries-CReSA, das Centro Nacional de Microbiología des Instituto de Salud Carlos III und das Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin in Hamburg.

Die Autoren haben hervorgehoben, dass die üblicherweise für das Screening auf das West-Nil-Virus verwendeten Techniken auch die Erkennung von Usutu-Infektionen ermöglichen, dank der Kreuzreaktivität zwischen beiden Viren. Dies erleichtert die frühzeitige Identifizierung infizierter Spender und stärkt die Transfusionssicherheit. Das Usutu-Virus wurde 1959 erstmals in Afrika nachgewiesen, und in den vergangenen Jahren hat es eine fortschreitende Ausbreitung in verschiedenen europäischen Ländern gezeigt. Die meisten Infektionen verlaufen ohne Symptome, gefährdet sind jedoch Personen mit geschwächtem Immunsystem. /bro

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