Mehrtägiger Ärztestreik: Gewerkschaften freuen sich über hohe Beteiligung
Zahlreiche Mediziner haben sich den Angaben der Gewerkschaften zufolge an dem landesweiten Streik beteiligt

Auch am Landeskrankenhaus Son Espases veranstalteten die Gewerkschaften am Dienstag (9.12.) eine Kundgebung. / B. Ramon
Zahlreiche Ärzte auf Mallorca und den Nachbarinseln haben sich am Dienstag (9.12.) wie zuvor angekündigt einem landesweiten Streik angeschlossen, der noch bis einschließlich Freitag (12.12.) dauern soll.
Hohe Beteiligung
Wie Vertreter der Ärztegewerkschaft der Balearen (Simebal) versichern, nahmen an den Kundgebungen am Dienstagvormittag in verschiedenen Inselkrankenhäusern „mehrere Hundert Ärzte“ teil. Schätzungsweise legten 85 Prozent der Beschäftigten in den öffentlichen Krankenhäusern und 65 bis 70 Prozent in den ambulanten Gesundheitszentren die Arbeit nieder. Unter den Anästhesisten habe die Beteiligung sogar bei 100 Prozent gelegen, so die Sprecher von Simebal. Ein Teil des Personals muss allerdings dennoch arbeiten, um die gesetzlich vorgeschriebenen Mindestdienstleistungen erfüllen zu können. Vor allem die hohe Grippe-Inzidenz hält derzeit viele Mitarbeitende im Gesundheitssystem auf Trab.
Die Ärzte protestieren in dem viertägigen Streik gegen den Entwurf des Rahmenstatuts, das vom Gesundheitsministerium vorgeschlagen wurde. Ein Dokument, das – wie sie anprangern – die Besonderheit der ärztlichen Tätigkeit nicht anerkenne, Situationen der „arbeitsrechtlichen Diskriminierung“ aufrechterhalte und den strukturellen Mangel an Fachärzten nicht angehe, den sie als das größte Risiko für die Nachhaltigkeit des öffentlichen Systems betrachten. Sie fordern ein eigenes Statut mit Verbesserungen bei Ruhezeiten, Arbeitszeit und Arbeitsorganisation sowie eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie.
Kein Streik in den "kritischen Bereichen"
Wie die balearische Gesundheitsbehörde Ib-Salut am Montag (8.12.) festgelegt hatte, muss während des Streiks ein Mindestaufgebot an Fachpersonal erhalten bleiben, das denen des Personalaufkommens an Feiertagen entspricht. In den Bereichen mit stationär behandelten Patienten wurde ein zusätzlicher Facharzt für die Frühschicht eingesetzt, und in als "kritisch" eingestuften Bereichen (wie Onkologie, Hämatologie, onkologische Chirurgie, Notaufnahme, Dialyse, Tagesklinik oder Krankenhausapotheke) wird 100 Prozent der Tätigkeit gewährleistet, um die Kontinuität der Versorgung sicherzustellen. In der außerklinischen Notfallversorgung (SUAP) und beim Notfalldienst 061 beträgt die Mindestdienstabdeckung ebenfalls 100 Prozent.
In jedem Fall erklärten Vertreter von Simebal, dass die Fachkräfte, die den Mindestdiensten unterliegen, „an den Kundgebungen in den frühen Morgenstunden teilnehmen konnten“, bevor sie sich an ihre Arbeitsplätze begaben. /somo
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