Grippewelle auf Mallorca: Die Notaufnahmen stehen vor dem Kollaps
Allein im Krankenhaus Son Espases warteten am Donnerstagmorgen (8.1.) rund 80 Personen auf ein Krankenhausbett. Mittlerweile wurden Operationen abgesagt, um Platz fur die Patienten zu schaffen

Die Notaufnahme des Landeskrankenhauses Son Espases auf Mallorca. / DM
Die Notaufnahmen der öffentlichen Krankenhäuser Son Espases und Son Llàtzer auf Mallorca sind seit dem frühen Donnerstagmorgen (8.1.) völlig überlastet. Grund sind die Grippewelle sowie andere Atemwegsviren, die derzeit auf der Insel die Runde machen. Wie die MZ-Schwesterzeitung "Diario de Mallorca" berichtet, warteten am Donnerstagmorgen allein in Son Espases rund 80 Personen auf ein Krankenhausbett. Im Krankenhaus Son Llàtzer ist die Überlastung ebenfalls hoch: Nach Angaben der Gewerkschaft SATSE warten 36 Patientinnen und Patienten auf eine stationäre Aufnahme, während 78 Personen in der Notaufnahme behandelt werden. Am Donnerstag gab Son Espases bekannt, alle nicht dringenden und lebensnotwendigen Operationen zu verschieben, um Platz für die Grippe-Patienten zu garantieren.
Der Versorgungsdruck begann bereits am Mittwochnachmittag. Mittlerweile sind die beiden Notaufnahmen dem Kollaps nah. Betroffen sind insbesondere älteren Patientinnen und Patienten sowie Personen mit Vorerkrankungen. Zum Anstieg der Atemwegsinfektionen kommt außerdem die für diese Jahreszeit typische erhöhte Nachfrage nach medizinischer Versorgung hinzu.
Überlastung in allen Krankenhäusern
Der Kollaps betrifft das gesamte Krankenhausnetz. Im Krankenhaus von Manacor ist die Kurzzeitstation vollständig belegt, ebenso wie die Behandlungsräume für Patientinnen und Patienten, die auf eine Aufnahme warten. Im Regionalkrankenhaus Inca sind sowohl die Notaufnahme als auch die Intensivstation ausgelastet; mehr als 20 Patientinnen und Patienten können erst aufgenommen werden, wenn Entlassungen auf den Stationen abgewickelt sind.
Auch auf Menorca und Ibiza ist die Lage kritisch. Das Krankenhaus Mateu Orfila (Menorca) verfügt über keine freien Betten, die Notaufnahme ist überfüllt. Im Krankenhaus Can Misses (Ibiza) wird die Versorgungssituation zusätzlich durch fehlende Vertretungen bei krankheitsbedingten Ausfällen des Gesundheitspersonals verschärft.
"Keine unvorhersehbare Situation"
Die Gewerkschaft SATSE betont in einer Mitteilung, der Kollaps sei „keine unvorhersehbare Situation“ gewesen, sondern das Ergebnis einer „mangelhaften Verwaltung“. Er sei die direkte Folge fehlender Planung, nicht zur Verfügung stehender Betten und unzureichender Verstärkung der personellen Ressourcen. „Der Gesundheitsdienst wusste, was passieren würde, und hat dennoch nicht die notwendigen Maßnahmen ergriffen, um diesen Kollaps zu verhindern“, heißt es seitens der Gewerkschaft.
Zudem warnt die Organisation, dass die Bewerberpools für Pflegekräfte „praktisch erschöpft“ seien, was die Deckung des Versorgungsbedarfs in einer Phase maximaler Belastung erheblich erschwere. Der Personalmangel führe zu Arbeitsüberlastung und Schichten am Limit für die Pflegekräfte.
„Das Gesundheitssystem kann nicht länger auf Kosten des grenzenlosen Einsatzes der Pflegekräfte aufrechterhalten werden“, prangert SATSE an.. „Der Krankenhauskollaps darf nicht zur Normalität werden. Das öffentliche Gesundheitssystem der Balearen kann nicht dauerhaft am Limit arbeiten“, so das Fazit der Gewerkschaft.
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