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Krankenwagen auf Mallorca zu schwer: Landesregierung zahlt Sanitätern den Lkw-Führerschein

Weil neue Krankenwagen auf den Balearen schwerer als 3,5 Tonnen sind, sollen die Fahrer nun einen Lkw-Führerschein machen – auf Kosten der Steuerzahler

Die neuen weißen Krankenwagen (vorgesehen für den nicht dringenden Krankentransport). Fahrer brauchen einen Lkf-Führerschein, um sie zu fahren.

Die neuen weißen Krankenwagen (vorgesehen für den nicht dringenden Krankentransport). Fahrer brauchen einen Lkf-Führerschein, um sie zu fahren. / IB-Salut

Mit den neuen Krankenwagen auf den Balearen sind auch neue Probleme entstanden: Ein Teil des Personals darf die Fahrzeuge nicht fahren, weil sie schwerer sind als 3,5 Tonnen und dafür ein Lkw-Führerschein nötig ist. Der balearische Gesundheitsdienst IB-Salut will die dadurch ausgelöste Krise weiter entschärfen und hat eine Schulung ausgeschrieben, damit die Rettungssanitäter im nicht dringenden Krankentransport den Führerschein der Klasse C erwerben können.

Der Auftrag hat einen Etat von 72.479 Euro inklusive Mehrwertsteuer und soll bis zu 50 Beschäftigten den Erwerb der Fahrerlaubnis finanzieren.IB-Salut betont, dass es sich dabei um eine Schätzung handelt, die vom Angebotspreis der Fahrschulen beziehungsweise Bildungsanbieter abhängt. Je nach Vergabe könnten in späteren Runden weitere Plätze hinzukommen, da der Bedarf in der Belegschaft deutlich höher sei.

Mit dem Vertrag sind mindestens 130 Stunden Theorieunterricht (in Präsenz oder online) sowie 15 individuelle praktische Fahrstunden pro Sanitäter vorgesehen. Außerdem umfasst das Paket Begleitung und Beratung während des gesamten Prozesses sowie die Übernahme der Gebühren für die amtlichen Prüfungen. Auch die Terminplanung für die Prüfungen – Theorie, Übungsplatz und Straßenfahrt – ist Bestandteil der Leistung.

Sanitäter schalten Anwalt ein

Die neuen Krankenwagen waren Ende 2025 angeschafft worden, ohne in Betracht zu ziehen, dass der Betrieb den Lkw-Führerschein erfordert. Solange viele Beschäftigte diesen Führerschein nicht haben, hat das öffentliche Ambulanzunternehmen GSAIB einen Teil der Fahrzeuge leichter gemacht. Dafür wurden ergonomische Elemente entfernt, zum Beispiel hydraulische Plattformen oder verstärkte Halterungen. Das Gesundheitsministerium erklärt, dass diese Ausstattungen nach und nach wieder eingebaut werden, sobald mehr Fahrer berechtigt sind.

Derweil haben rund 70 Beschäftigte einen Anwalt eingeschaltet. Sie hatten ihren Führerschein der Klasse C selbst bezahlt. Die Kläger fordern eine finanzielle Entschädigung und argumentieren, dass sie beim Fahren der schweren Fahrzeuge mehr Verantwortung tragen. Außerdem fordern sie eine Neuorganisation der Dienste. So sollen Benachteiligungen vermieden werden und die Fahrdienste sollen nicht immer bei denselben Personen landen.

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