Sorge wegen Impfgegnern: Gesundheitsministerium gibt Masern-Warnung auf Mallorca heraus
Zwar ist aktuell kein Masernfall auf den Inseln dokumentiert, doch die internationalen Entwicklungen lösen Alarmbereitschaft im balearischen Gesundheitsministerium aus

Auf dem spanischen Festland sind die Fälle von Masern in den vergangenen Wochen angestiegen / EPC
Das balearische Gesundheitsministerium hat am Donnerstag (29.1.) explizit vor einer möglichen Ausbreitung der Infektionskrankheit Masern auf Mallorca und den Nachbarinseln gewarnt. Zuvor hatte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Spanien den Status als masernfreies Land entzogen.
"Falsche Botschaft der Impfgegner"
Die balearische Gesundheitsministerin Manuela García zeigte sich bei einer Pressekonferenz vor allem besorgt über den Aufschwung von Impfkritikern, die die präventiven Maßnahmen ablehnen. „Das ist eine absolut falsche Botschaft, die wir bekämpfen müssen.“ Impfstoffe könnten "Leben retten".
Zwar sei die Situation der Masern auf den Inseln aktuell „unter Kontrolle“, betone jedoch die Notwendigkeit, angesichts des internationalen Kontexts vorbereitet zu sein: „Wir leben in einer globalisierten Welt, mit sehr viel Personenverkehr“, so García. Dass auch Menschen aus Ländern mit niedrigeren Impfquoten kommen und die Verbreitung der Krankheit vorantreiben könnten, sei keinesfalls auszuschließen – und bei anderen Erkrankungen ja bereits geschehen.
Importierte Fälle
Die Generaldirektorin für Öffentliche Gesundheit, Elena Esteban, erinnerte daran, dass 2025 ein Ausbruch mit 35 Fällen registriert wurde, der inzwischen abgeschlossen sei, und „es handelte sich um importierte Fälle“, deren Ursprung unter anderem in Ländern wie Usbekistan, Vietnam oder Marokko lag. Im Jahr 2026, fügte sie hinzu, sei auf den Inseln bislang kein Masernfall gemeldet worden. Anders auf dem spanischen Festland, wo die dokumentierten Fälle ansteigen.
In diesem Zusammenhang hat das Ministerium auf die Impfung mit dem MMR-Impfstoff (Masern, Röteln und Mumps) hingewiesen – insbesondere vor dem Hintergrund eines internationalen Wiederanstiegs. „Wichtig ist, dass unsere Bevölkerung geimpft und geschützt ist; das ist der beste Schutz vor Masern“, unterstrich die Gesundheitsministerin.
Daten bündeln
Parallel dazu erklärte Estevan, es habe eine Kampagne zur aktiven Nachverfolgung gestartet, um Impfausweise zu überprüfen und sogar telefonisch Kontakte aufzunehmen, um Familien einzubestellen und ausstehende Dosen zu vervollständigen. Laut García dient diese Arbeit sowohl dazu, Impfungen nachzuholen, als auch dazu, Daten zu bereinigen, da ein Teil der Impfquote auf den privaten Gesundheitssektor entfällt.
Die Ministerin sagte dazu, die Angaben des spanischen Gesundheitsministeriums – wonach die Masern-Impfquote auf den Balearen unter 90 Prozent liegt – bildeten nur das öffentliche Gesundheitssystem ab. Minderjährige, die privat geimpft wurden, seien darin nicht enthalten.
Kritik an "Scharlatanen"
Nach Angaben der Generaldirektorin für Öffentliche Gesundheit sei die Impfquote in der Kinderheilkunde „hoch“, wenn man die private Impfung hinzurechne, die durch Überprüfungen und Rückfragen bei den Familien festgestellt wurde; in der Altersgruppe bis 25 Monate läge sie demnach bei über 95 Prozent. In jedem Fall, so betonen sie, arbeite man daran, die Informationen aus dem öffentlichen und privaten Bereich zusammenzuführen: „Es gibt Hunderte von Kindern, die im öffentlichen System nicht als geimpft erfasst sind.“
Die balearische Gesundheitsministerin ging außerdem den Impfgegnern scharf entgegen, die sie als „reine Scharlatanerie“ und als „Leugnung“ bezeichnete, der man mit wissenschaftlicher Evidenz begegnen müsse: „Masern können eine sehr schwere Erkrankung sein“, erinnerte sie und rief dazu auf, hohe Impfquoten aufrechtzuerhalten und nicht nachlässig zu werden.
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