Seit Tagen ohne Krankenbett: Warum sich Patienten in Mallorcas größtem Krankenhaus Son Espases in der Notaufnahme stauen
Die Notaufnahme des Landeskrankenhauses ist seit Tagen am Limit. Dahinter steckt aber keine Grippewelle, sondern ein anderer Grund

Die Notaufnahme im Landeskrankenhaus Son Espases / Irene R. Aguado
Die Notaufnahme des Krankenhauses Son Espases ist erneut überlastet. Das Landeskrankenhaus der Balearen hat am Donnerstag (5.2.) in der Notaufnahme 71 Patienten gezählt, die auf eine stationäre Aufnahme warteten. Zahlreiche Operationen mussten neu terminiert werden, Krankenwagen wurden auf andere Krankenhäuser umgeleitet, insbesondere in Palmas anderes öffentliches Krankenhaus Son Llàtzer.
Keine freien Betten
Laut Informationen der MZ-Schwesterzeitung "Diario de Mallorca" ist die Situation schon seit Tagen angespannt. So sollen einige Patienten bereits seit Sonntag (1.2.) in der Notaufnahme liegen, weil kein Bett auf einer Station verfügbar ist. Immer mehr Patienten sammeln sich an – zunächst in der Notaufnahme, wo sie dann ausharren müssen. Bei den Wartenden handelt es sich um Fälle mittlerer Priorität. Patienten mit sehr hoher Priorität oder jene, die direkt in den Aufwach- oder Reanimationsbereich aufgenommen werden, müssen nicht warten.
Das Hauptproblem für die Bettenknappheit sei derzeit nicht – wie in anderen Wintern bereits geschehen – eine akute Grippewelle, sondern eine "hohe Zahl chronischer Patienten", sowie Menschen mit Erkrankungen, die längere Aufenthalte erfordern, heißt es aus Quellen des Krankenhauses. Dadurch komme der übliche Entlassungsrhythmus durcheinander – und es fehlen Betten.
Häusliche Versorgung wird verstärkt
Seitens des Krankenhauses erklärte man am Donnerstag, dass bereits verschiedene Maßnahmen aktiviert worden seien, um den Versorgungsdruck zu verringern. Dazu gehört, die häusliche Versorgung zu verstärken, damit einige Patienten die Behandlung zu Hause fortsetzen können – mit Nachbetreuung durch medizinisches Fachpersonal. Außerdem wurde die Verlegung von Patienten mit langen Genesungsphasen in sozialmedizinische Einrichtungen wie die Klinik Sant Joan de Déu, das Rote Kreuz oder das Hospital General vorangetrieben.
Eine weitere Maßnahme besteht darin, Patienten in ihre Herkunftskrankenhäuser zurückzuverlegen – denn viele Patienten sind aufgrund ihres Wohnorts eigentlich anderen Krankenhäusern wie dem in Manacor oder Inca zugeteilt, wurden aber aufgrund der Schwere ihrer Fälle nach Son Espases überführt. Bei klinisch stabilen Patienten sei es durchaus möglich, die weitere Betreuung wieder in ihren Heimatkrankenhäusern fortzusetzen, heißt es.
Sofortige Normalisierung nicht möglich
Eine weitere Maßnahme, um möglichst viele Betten zur Verfügung zu haben, ist zudem die Verlegung von nicht dringenden OP-Terminen, da diese oft einen anschließenden stationären Aufenthalt erfordern. Das Zentrum weist aber darauf hin, dass die Umsetzung all dieser Maßnahmen nicht sofort wirkt und zwei bis drei Tage vergehen können, bis der normale Versorgungsbetrieb wiederhergestellt wird.
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