"Außer Kontrolle geraten": Dieses Suchtmittel konsumieren schon Kinder auf Mallorca "wie Süßigkeiten"
Erschreckender Bericht: Die Zahl der Kinder unter zehn Jahren, die vapen, hat im vergangenen Jahr laut Polizeiberichten erheblich zugenommen - ungeachtet der Gefahren

Jugendliche mit E-Zigaretten / Carlos Arjones
Das Dampfen von E-Zigaretten ist auf Mallorca und den Nachbarinseln nicht nur in Mode, sondern hat sich etabliert - und entwickelt sich inzwischen sogar bei Kindern unter zehn Jahren zu einer Gewohnheit. Die Situation sei "außer Kontrolle geraten“, interpretiert Rafel Covas die Daten, die er und seine Kollegen in den vergangenen Jahren gesammelt hat. Als sogenannte "Policías Tutor" sind sie an Schulen unterwegs, um Konflikte im schulischen Umfeld zu lösen und Präventionsarbeit zu leisten.
Keine Angst, entdeckt zu werden
Es seien dringend strengere Regelungen gegen das Vapen nötig, wie das Dampfen von E-Zigaretten auch genannt wird (im Spanischen: vapear), so Covas weiter. Als Koordinator des Schulpolizisten-Programms laufen bei ihm die Tätigkeitsberichte von der ganzen Insel ein. Im vergangenen Schuljahr wurden demnach 5.786 Einsätze durchgeführt, fünf Prozent weniger als im Jahr zuvor: 2.482 im schulischen Bereich, 3.029 mit Minderjährigen außerhalb des schulischen Umfelds sowie 275 Einsätze im Zusammenhang mit neuen Technologien.
„Das Problem haben wir jetzt nicht mit Tabak“, sagt Covas, sondern mit den Vape-Geräten. Die Schüler gehen in die Toiletten der Schulen oder auf öffentliche Plätze, weil sie „kein Problem“ damit haben, es außerhalb zu tun und „dass man sie dabei sieht“. Der Zugang zu Bankkarten erleichtere ihnen den Online-Kauf, und „sie verkaufen sie untereinander“. Es sei geradezu ein Handel rund um die Dampfgeräte festzustellen.
Spiel statt Bedrohung
Die Vielfalt an E-Zigaretten und Geschmacksrichtungen sorge dafür, dass sie es „als Spiel“ wahrnähmen - und nicht als ernsthafte Bedrohung für ihre Gesundheit. Vor allem bei jüngeren Kindern sei die Situation „ungeheuerlich“, weil sie in diesem Alter so leicht beeinflussbar seien. "Sie haben das Gefühl, dass es nichts Schädliches ist und konsumieren es fast so, als wäre es eine Süßigkeit", so Covas
Derzeit arbeite die balearische Landesregierung Kampagnen gegen das Vapen und auch gegen Energydrinks aus, die auf Aufklärung setzen und auch die Eltern für das Thema sensibilisieren sollen. Es sei jedoch notwendig, zudem auf nationaler Ebene strengere Regelungen einzuführen, so der Polizist.
Auch Joints "normalisiert"
Ebenfalls auffällig: Der Konsum und Besitz von Drogen innerhalb der Bildungseinrichtungen sind laut den Tätigkeitsberichten der Schulpolizisten um 24 Prozent zurückgegangen. Dafür sei der Drogenkonsum und -besitz von Minderjährigen außerhalb der Schulen gestiegen. Joints zu rauchen habe sich bei vielen Schülern auf den Balearen „sehr normalisiert“. /somo
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