Fast 10.000 Ärzte-Sprechstunden ausgefallen: Streik lässt die Wartelisten im Gesundheitssystem auf Mallorca anwachsen
Geschätzt wird, dass zwischen 70 und 90 Prozent der Medizinerinnen und Mediziner sich an der Arbeitsniederlegung beteiligt haben

Bei einer Kundgebung der Ärzte in Palma am Donnerstag (19.2.). / B. Ramon
Der fünftägige Ärztestreik hat auf Mallorca spürbare Folgen hinterlassen: Nach Angaben des balearischen Gesundheitsdienstes Ib-Salut wurden 278 Operationen sowie 15.626 Sprechstunden und Untersuchungen abgesagt. Insgesamt fielen auf den Balearen während der Streikwoche 20.046 medizinische Leistungen aus – darunter Eingriffe, Krankenhaussprechstunden, diagnostische Tests und Termine in der Primärversorgung.
Ib-Salut erklärte, sämtliche abgesagten Termine würden neu angesetzt. Gleichzeitig räumte die Behörde ein, dass dies zu „einem leichten Anstieg“ der Wartelisten sowohl für Operationen als auch für Facharzttermine und Diagnostik führen werde. Das Gesundheitsministerium hatte bereits im Vorfeld gewarnt, dass die aufgelaufenen Ausfälle eine Neuorganisation der Terminpläne nötig machen und Wartelisten, die in einzelnen Fachbereichen bereits angespannt sind, zusätzlich unter Druck setzen könnten.
435 ausgefallene Operationen
Balearenweit wurden laut den offiziellen Zahlen 435 Operationen gestrichen, außerdem 11.281 Sprechstunden, radiologische und weitere diagnostische Untersuchungen sowie 8.330 Termine in den Gesundheitszentren. Auf Mallorca entfielen davon 278 Operationen, 9.272 Sprechstunden und Tests sowie 6.354 Termine in der Primärversorgung.
Die Mediziner protestieren gegen den vom Gesundheitsministerium in Madrid vorgelegten Entwurf des neuen Rahmenstatuts, weil dieser aus ihrer Sicht zentrale Forderungen nicht berücksichtigt. Sie verlangen unter anderem ein eigenes Ärzte-Statut, eine berufliche Einstufung, die Ausbildung und Verantwortung angemessen abbildet, sowie die Anrechnung von Bereitschaftsdiensten als Arbeitszeit im Hinblick auf die Rente.
Keine offiziellen Zahlen zur Beteiligung
Ib-Salut veröffentlichte zwar die Zahl der ausgefallenen Leistungen, legte jedoch – trotz Nachfrage – keine offiziellen Angaben zur Streikbeteiligung vor. Für die Balearen liegen bislang nur Schätzungen der Gewerkschaften vor. Simebal beziffert die Beteiligung im Krankenhausbereich auf rund 90 Prozent und in den Gesundheitszentren auf etwa 70 Prozent – eine Bestätigung durch die Verwaltung gibt es nicht.
Fest steht: Mehr als 20.000 verschobene Leistungen dürften die Wartelisten in den kommenden Monaten zusätzlich belasten – zumal angekündigt ist, dass die Arbeitsniederlegungen monatlich wiederholt werden könnten, falls es keine Lösung gibt.
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