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Neue App des balearischen Gesundheitsdiensts auf Deutsch: EspaiSalut bündelt Termine, Berichte und Medikamente

Künftig sollen viele Vorgänge, für die bislang Anrufe, persönliche Besuche oder gesonderte Verwaltungstermine nötig waren, direkt über das Smartphone erledigt werden können

Eine fiktive virtuelle Gesundheitskarte in der neuen App EspaiSalut.

Eine fiktive virtuelle Gesundheitskarte in der neuen App EspaiSalut. / IB-Salut

Der balearische Gesundheitsdienst Ib-Salut hat die neue digitale Plattform EspaiSalut eingeführt, über die Bürger auf Mallorca und den Nachbarinseln ihre Gesundheitsdaten einsehen und zahlreiche Verwaltungsangelegenheiten erledigen können – direkt per Handy oder über eine Internetseite und auch auf Deutsch. Für viele administrative Vorgänge soll der Gang ins Gesundheitszentrum damit künftig entfallen.

Die neue Anwendung ist bereits online unter espaisalut.ibsalut.es verfügbar und kann außerdem als App für Android und iOS heruntergeladen werden. Nach Angaben von Ib-Salut soll EspaiSalut zum neuen digitalen Zugangspunkt für das öffentliche Gesundheitssystem der Balearen werden.

Nutzer können dort unter anderem ihre virtuelle Gesundheitskarte auf dem Smartphone speichern, Termine im Gesundheitszentrum vereinbaren, ärztliche Berichte und Untersuchungsergebnisse abrufen sowie verschriebene Medikamente, registrierte Allergien oder Patientenverfügungen einsehen. Die bisherige App für die Terminvergabe wird damit ersetzt und soll künftig nicht mehr funktionieren.

Virtuelle Gesundheitskarte per QR-Code

Die bisherige physische Karte bleibt weiterhin gültig. Wer möchte, kann sie jedoch zusätzlich auf dem Mobiltelefon mitführen. Über einen QR-Code soll die Identifikation in Gesundheitszentren, Krankenhäusern und Apotheken möglich sein. Über dieselbe Plattform können auch die Erneuerung der Karte, die Beantragung eines Duplikats oder Änderungen bestimmter damit verknüpfter Daten vorgenommen werden.

Termine bis zu zwei Monate im Voraus

Ein weiterer zentraler Bereich ist die Terminverwaltung. Über EspaiSalut lassen sich Termine bei Krankenschwestern oder Hausärzten im Gesundheitszentrum reservieren. Auch bereits vergangene und künftige Termine können eingesehen werden. Gleichzeitig wird der Vorlauf bei der Terminvergabe erweitert: Statt wie bisher maximal zwei Wochen im Voraus können Nutzer künftig bis zu zwei Monate vorher einen Termin vereinbaren.

Nach Angaben des Generaldirektors von Ib-Salut, Javier Ureña, soll ein neues Terminsystem die Nutzer je nach Anliegen gezielt zur passenden Sprechstunde oder Fachstelle lotsen.

Direkter Zugriff auf die Krankengeschichte

Neu ist auch der direkte Zugang zur Krankengeschichte. Bislang war es in vielen Fällen nötig, für bestimmte Unterlagen persönlich ins Zentrum zu gehen oder gesonderte Anträge zu stellen. Mit EspaiSalut sollen Nutzer medizinische Berichte, Laborergebnisse oder diagnostische Untersuchungen direkt einsehen und herunterladen können.

Ureña erinnerte in diesem Zusammenhang daran, dass auf den Balearen jedes Jahr rund 20.000 Anträge auf Einsicht in Papierakten gestellt werden. Die neue Plattform soll einen Teil dieser Wege und Wartezeiten vermeiden.

Medikamente, Dosierung und Abholtermine

EspaiSalut verfügt zudem über einen eigenen Bereich für Medikamente, der mit dem neuen elektronischen Rezeptsystem SIGMA verknüpft ist. Dort können sämtliche verordneten Medikamente samt Behandlungsplan, Dosierung, Hinweisen zur Einnahme und Abgabekalender eingesehen werden.

Damit lässt sich auf einen Blick prüfen, welche Medikamente aktuell aktiv sind, wie sie eingenommen werden müssen und wann sie in der Apotheke abgeholt werden können. Darüber hinaus soll die App auch eine Apothekensuche sowie Informationen zu Notdienstapotheken enthalten.

Benachrichtigungen in Echtzeit

Das System soll Nutzer außerdem in Echtzeit benachrichtigen können – etwa zur Erinnerung an Termine, bei Hinweisen zur Medikation oder bei Warnmeldungen, die der Nutzer selbst im Portal abonniert hat.

Allerdings gelten je nach Funktion unterschiedliche Sicherheitsstufen. Für die Terminvergabe, bei der keine sensiblen klinischen Daten angezeigt werden, reicht weiterhin eine einfache Anmeldung mit der Nummer der Gesundheitskarte und dem Geburtsdatum.

Wer dagegen auf sensible Informationen wie Berichte, Untersuchungsergebnisse oder Medikationsdaten zugreifen will, muss sich über sichere Verfahren identifizieren – etwa mit der elektronischen Kennung Cl@ve permanente, einem elektronischem Personalausweis, dem digitalem Zertifikat oder vergleichbaren Systemen anderer EU-Länder.

Weitere Verwaltungswege sollen folgen

Neben den medizinischen Funktionen soll EspaiSalut auch weitere Verwaltungsvorgänge ermöglichen. So können Nutzer beispielsweise den Wechsel einer Gesundheitsfachkraft beantragen, Unterlagen hochladen oder den Stand bestimmter Verfahren verfolgen.

Perspektivisch sollen weitere Möglichkeiten für die direkte Kontaktaufnahme etwa per E-Mail, Instant Messaging oder andere Formen virtueller Unterstützung hinzukommen. Über die Kanäle soll der direkte Kontakt zum Gesundheitswesen gefördert werden in Form von Beschwerde-, Vorschlags- oder Dankesformularen.

Ib-Salut versteht EspaiSalut ausdrücklich als ein Projekt, das Schritt für Schritt erweitert werden soll. Die Plattform wird auf Katalanisch, Spanisch, Englisch und Deutsch verfügbar sein. Erklärvideos sollen den Einstieg erleichtern.

Das Budget für das Projekt liegt bei 2,46 Millionen Euro. Finanziert wird es teilweise mit Mitteln aus dem europäischen Förderprogramm Next Generation. /slr

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