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In den öffentlichen Gesundheitszentren auf Mallorca verfallen täglich Hunderte Arzttermine

Mit einer neuen Kampagne wollen die Verantwortlichen der medizinischen Grundversorgung Patienten dazu auffordern, Arzttermine, die sie nicht wahrnehmen können, abzusagen

Beispiel für eines der in einem Gesundheitszentrum aufgehängten Plakate, auf dem die Anzahl der zuvor abgesagten Termine vermerkt ist.

Beispiel für eines der in einem Gesundheitszentrum aufgehängten Plakate, auf dem die Anzahl der zuvor abgesagten Termine vermerkt ist. / Gesundheitsministerium

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In den öffentlichen Gesundheitszentren auf Mallorca verfallen täglich Hunderte Termine, weil Patienten letztlich nicht erscheinen, die cita médica aber auch nicht absagen. Leidtragende sind andere Patienten, die dringend auf eine Behandlung warten und früher hätten drankommen können, wenn die Termine rechtzeitig freigegeben worden wären. Nach Angaben der balearischen Gesundheitsbehörde IB-Salut gingen im Jahr 2025 auf diese Weise 544.088 Termine in der medizinischen Grundversorgung (atención primaria) auf der Insel verloren – bei insgesamt 8.807.397 vereinbarten Terminen.

Das entspricht 5,71 Prozent aller geplanten Sprechstunden. Damit setzt sich ein Trend der vergangenen Jahre fort: Etwa jeder zwanzigste Termin verfällt. In der Praxis bedeutet das, dass täglich rund 1.500 Sprechstunden ungenutzt bleiben, weil Patienten weder erscheinen noch vorher Bescheid geben.

Situation ähnlich wie im Vorjahr

Auch im bisherigen Verlauf des Jahres 2026 hat sich die Situation kaum verändert. Bereits 279.022 Termine gingen verloren – bei insgesamt 4.407.101 vereinbarten. Der Anteil der Patienten, die ohne vorherige Absage nicht erscheinen, bleibt mit 5,8 Prozent stabil. Es handelt sich somit um ein wiederkehrendes Phänomen.

Damit sich das Nutzerverhalten verbessert, das zusätzlich zu ohnehin bereits angespannten Wartelisten beiträgt, hat die Leitung der medizinischen Grundversorgung auf Mallorca eine Sensibilisierungskampagne in den Gesundheitszentren (centros de salud) und Basisgesundheitseinheiten (unidades básicas) gestartet. In den Einrichtungen werden Plakate aufgehängt, auf denen die Zahl der in der Vorwoche verfallenen Termine angegeben ist. Ein QR-Code führt direkt zur neuen Plattform und App EspaiSalut, damit Patienten ihren Termin dort leichter absagen können, wenn sie nicht erscheinen können.

Beispielwoche 29. Juni bis 3. Juli

In der Woche vom 29. Juni bis zum 3. Juli gingen beispielsweise im Gesundheitszentrum Es Blanquer in Inca 369 Termine verloren. Im Zentrum Arquitecte Bennàssar in Palma waren es 288 Sprechstunden, in Escola Graduada, ebenfalls in Palma, 233 Termine und in Manacor sogar 338. Es handelt sich um die vier größten und repräsentativsten Gesundheitszentren der einzelnen Regionen Mallorcas – Tramuntana, Ponent, Migjorn und Llevant, in dieser Reihenfolge. Allein in diesen vier Einrichtungen verfielen in der vergangenen Woche damit mehr als 1.000 Termine.

Besonders auffällig sind die Zahlen bei Hausärzten, bei denen es häufig besonders schwierig ist, einen Termin zu bekommen. In der genannten Woche gingen allein in den vier Gesundheitszentren 480 ärztliche Sprechstunden verloren. Im Zentrum Es Blanquer in Inca blieben 138 Hausarzttermine ungenutzt, in dem namens Arquitecte Bennàssar in Palma waren es 147, in Manacor 141 und in dem namens Escola Graduada in Palma 94.

Auf den Praxisalltag übertragen entsprechen diese Zahlen nahezu dem vollständigen Tagesplan eines Hausarztes pro Tag. In einer solchen Sprechstunde werden üblicherweise zwischen 22 und 30 Patienten täglich behandelt.

Hier können Sie Termine absagen

Die medizinische Grundversorgung erinnert daran, dass ein frei werdender Termin einer anderen Person angeboten werden kann, wenn ein Patient rechtzeitig mitteilt, dass er nicht kommen kann. Die Mitwirkung der Bürger ist daher entscheidend, um die Abläufe in den Gesundheitszentren zu verbessern.

Für die Absage eines Termins gibt es mehrere Möglichkeiten. Nutzer können ihren Termin über das Portal EspaiSalut oder über die gleichnamige App stornieren. Möglich ist dies auch telefonisch über InfoSalut Connecta unter 971–22 00 00. Die Hotline ist montags bis samstags von 7 bis 21 Uhr sowie sonntags und an Feiertagen von 8 bis 21 Uhr erreichbar.

Die Kampagne soll dazu beitragen, die Zahl der verfallenen Termine zu senken und die Bevölkerung daran erinnern, dass eine Absage ermöglicht, dass ein anderer Patient früher behandelt werden kann. /sw

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