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Tödliche Hitze auf Mallorca: Auch Menschen ohne Vorerkrankungen von Hitzschlägen betroffen

Das balearische Gesundheitsministerium zählt elf Todesfälle in zehn Jahren - und deutlich mehr Hitzschläge, bei denen die Betroffenen überlebten

Ein Kind erfrischt sich an einem öffentlichen Brunnen auf Mallorca

Ein Kind erfrischt sich an einem öffentlichen Brunnen auf Mallorca / B. Ramon

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Auf Mallorca und den Nachbarinseln sind in den vergangenen zehn Jahren elf Menschen an einem Hitzschlag gestorben. Das geht aus den Daten der epidemiologischen Überwachung des balearischen Gesundheitsministeriums hervor. Den jüngsten offiziell bestätigten Todesfall registrierten die Behörden 2025. Damals untersuchte das Amt für öffentliche Gesundheit 28 Verdachtsfälle und bestätigte fünf Hitzschläge – so viele wie seit 2019 nicht mehr. Vier der Betroffenen überlebten, einer starb.

Bei dem Todesopfer handelte es sich um einen 62-jährigen Briten, der an einer gemeinsamen Radtour teilgenommen hatte. Während der Fahrt verloren ihn die anderen Teilnehmer aus den Augen. Später fanden sie ihn bewusstlos. Der Mann kam auf die Intensivstation, erlitt jedoch ein Multiorganversagen und starb drei Tage später. Todesursache war den Angaben zufolge eine durch den Hitzschlag ausgelöste refraktäre metabolische Azidose, also eine schwere Übersäuerung des Körpers, die sich nicht mehr behandeln ließ.

Bei den vier weiteren bestätigten Fällen des Jahres 2025, die ohne Todesfolge blieben, handelte es sich um drei Männer und eine Frau. Drei Betroffene waren zwischen 55 und 60 Jahre alt, eine weitere Person war über 70. Alle erlitten den Hitzschlag bei Freizeitaktivitäten, etwa bei Bergwanderungen oder beim Segeln.

Hitzschläge häufig bei Sport und Freizeit

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums trifft ein Hitzschlag nicht ausschließlich besonders gefährdete Menschen. Mehr als die Hälfte der in den vergangenen Jahren erfassten Betroffenen hatte keine bekannten Risikofaktoren. Rund 30 Prozent litten dagegen an einer chronischen Erkrankung.

Seit Beginn der Erfassung bestätigte das Amt für öffentliche Gesundheit insgesamt 46 Hitzschläge. Davon standen 13 Fälle, rund 28 Prozent, im Zusammenhang mit der Arbeit. Die übrigen ereigneten sich überwiegend bei Sport- und Freizeitaktivitäten. Dazu gehörten Bergläufe, Radtouren und Volksläufe sowie längere Aufenthalte in der Sonne am Strand oder touristische Aktivitäten. Auch in Wohnungen kam es zu Hitzschlägen.

Die Zahl der untersuchten Verdachtsfälle lag in den meisten Jahren deutlich über der Zahl der bestätigten Fälle. Den höchsten Wert verzeichneten die Behörden 2017: Nach der Untersuchung von 21 Verdachtsfällen bestätigten sie 15 Hitzschläge. Im Jahr 2019 waren es neun. 2023 bestätigte das Amt drei Fälle, obwohl es 25 Verdachtsfälle untersuchte – mehr als in jedem anderen Jahr der Statistik. Meist schwankte die Zahl der bestätigten Fälle zwischen einem und fünf.

Zwei Statistiken mit unterschiedlichen Berechnungen

Die Zahlen des Gesundheitsministeriums unterscheiden sich von den Angaben des staatlichen Systems zur täglichen Überwachung der Sterblichkeit, MoMo (sistema estatal de Monitorización de la Mortalidad diaria). Dieses errechnet mithilfe statistischer Modelle, wie viele Todesfälle auf ungewöhnlich hohe Temperaturen zurückzuführen sein könnten. Demnach gab es auf den Balearen 2023 einen hitzebedingten Todesfall, 2024 acht und 2025 vier. Damit gehörte die Inselgruppe zu den spanischen Regionen mit der niedrigsten hitzebedingten Sterblichkeit.

Die beiden Statistiken erfassen jedoch unterschiedliche Sachverhalte. Das Amt für öffentliche Gesundheit zählt ausschließlich klinisch bestätigte und einzeln untersuchte Hitzschläge. MoMo schätzt dagegen die zusätzliche Sterblichkeit während hoher Temperaturen. Dabei berücksichtigt das System auch Todesfälle, bei denen Hitze etwa Herz-Kreislauf- oder Atemwegserkrankungen verschärft haben könnte, obwohl ein Hitzschlag nicht die direkte Todesursache war.

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