Zum Hauptinhalt springenZum Seitenende springen

Das war's dann mit dem Rauchen an Stränden und in Außenbereichen von Restaurants auf Mallorca

Das neue Anti-Tabak-Gesetz sieht auch vor, dass das Rauchen ebenfalls im Umkreis von 15 Metern vor zahlreichen öffentlichen Einrichtungen verboten sein soll

Das wird bald nicht mehr gehen.

Das wird bald nicht mehr gehen. / Manu Mitru

Folgen Sie uns bereits?Marken Sie uns als bevorzugte Medien
Hinzufügen zu Google

Nieves Salinas

Zigaretten-Stummel an den Stränden von Mallorca dürften bald endgültig Geschichte sein: Der Ministerrat der spanischen Zentralregierung hat am Dienstag (21.7.) den Entwurf für das neue Antirauchergesetz verabschiedet. Die Reform zählt zu den wichtigsten Vorhaben des spanischen Gesundheitsministeriums und muss noch endgültig vom spanischen Parlament verabschiedet werden.

Neben den Stränden und Außenbereichen von Restaurants auf Mallorca, dort soll künftig Rauchverbot gelten, sind auch Minderjährige betroffen. Erstmals soll Letzteren nicht nur der Kauf beziehungsweise die Abgabe von Tabak an sie untersagt werden, sondern auch das Rauchen selbst. Das Verbot gilt ebenfalls für elektronische Zigaretten und weitere verwandte Produkte. Vorgesehen sind Bußgelder zwischen 200 und 600 Euro, für die die Eltern der Minderjährigen aufkommen müssen. Nach Angaben aus dem Gesundheitsministerium könnten die Geldstrafen auch durch gemeinnützige Arbeit ersetzt werden.

Mit der Reform soll das bisherige Tabakgesetz aus dem Jahr 2005 geändert werden. Ziel ist es, die Zahl der rauchfreien Bereiche auszuweiten, Kinder und Jugendliche besser zu schützen und die Gesetzgebung an neue Tabak- und Nikotinprodukte anzupassen. Bereits im September 2025 hatte die spanische Zentralregierung die Gesetzesverschärfung angekündigt.

So nicht, Fräulein! Auf Restaurrantterrassen darf man künftig nicht mehr rauchen.

So nicht, Fräulein! Auf Restaurrantterrassen darf man künftig nicht mehr rauchen. / Patrick Schirmer Sastre

Hier ist das Rauchen bald verboten

Künftig soll das Rauchen unter anderem in den Außenbereichen von Bars, Restaurants und anderen Gastronomiebetrieben verboten sein. Auch an den Stränden, an Flüssen und in öffentlich zugänglichen Schwimmbädern, Sportanlagen und Nationalparks soll Rauchverbot gelten. Auch in Arbeitsfahrzeugen soll nicht mehr geraucht werden dürfen. Ausnahmen gelten, wenn das Fahrzeug ausschließlich privat genutzt wird.

Rauchfrei werden sollen außerdem Gelände, auf denen öffentliche Veranstaltungen stattfinden, darunter Theater-, Kino- und Konzertveranstaltungen. Das gilt auch dann, wenn die Veranstaltungen unter freiem Himmel stattfinden.

15-Meter-Abstand vor öffentlichen Einrichtungen

Das Gesetz sieht außerdem besonders geschützte Bereiche rund um sensible Einrichtungen vor. In einem Umkreis von weniger als 15 Metern vor den Eingängen zahlreicher Gebäude und Anlagen soll nicht mehr geraucht werden dürfen. Dazu gehören öffentliche Gebäude, öffentliche und private Gesundheitseinrichtungen, soziale Einrichtungen, Schulen, Universitäten, Forschungszentren, Museen, Bibliotheken, Kulturzentren und Sportanlagen. Auch vor Parks, Spielplätzen und anderen Bereichen für Kinder soll der genannte Mindestabstand gelten.

Ein Raucher auf einer Terrasse.

Ein Raucher auf einer Terrasse. / EP

Strengere Regeln für E-Zigaretten und Shishas

Die neuen Verbote sollen grundsätzlich auch für elektronische Zigaretten mit und ohne Nikotin, pflanzliche Rauchprodukte, Shishas und weitere Erzeugnisse gelten, die das Rauchen nachahmen oder damit in Verbindung stehen. Für die genannten Produkte gelten dieselben Einschränkungen wie für herkömmliche Zigaretten. Dort, wo das Rauchen verboten ist, dürfen somit auch E-Zigaretten oder Shishas nicht mehr verwendet werden.

Eine Ausnahme bilden Nikotinbeutel. Sie werden nicht vollständig mit Tabakprodukten gleichgestellt und dürfen dem Entwurf zufolge auch weiterhin in rauchfreien Bereichen konsumiert werden. Für Minderjährige soll der Konsum jedoch verboten sein.

Werbung wird weiter eingeschränkt

Der Gesetzentwurf verschärft auch die Vorschriften für Werbung, Verkaufsförderung und Sponsoring von Tabakprodukten, Geräten zum Tabakkonsum und verwandten Produkten. Die Einschränkungen sollen für sämtliche Medien und Werbeträger gelten, darunter das Internet, Zigarettenautomaten und alle Formen der direkten oder indirekten Werbung.

Auch an Verkaufsstellen sollen strengere Regeln gelten. Werbung in Schaufenstern oder auf Plakaten soll verboten werden, wenn sie von außen sichtbar oder wahrnehmbar ist. Das betrifft sowohl Tabakläden als auch spezialisierte Geschäfte für E-Zigaretten und ähnliche Produkte.

Diese rauchfreien Strände auf Mallorca gibt es

An den Stränden der Insel herrscht bisher kein generelles Rauchverbot. 2019 hat das balearische Gesundheits- und Umweltministerium aber erstmals „rauchfreie Strände“ (playas sin humo) eingeführt. Rechtlich gesehen handelt es sich nicht um ein Verbot, sondern um eine Empfehlung. Daher gibt es auch keine Sanktionen für Badegäste, die trotz des Verbots an den besagten Stränden rauchen. Auch die Ortspolizei kontrolliert die Einhaltung der Regelung nicht. Gemeinden, die ihre (kommunalen) Strände als rauchfrei auszeichnen wollen, können sich freiwillig bei der Balearen-Regierung melden.

Ein Großteil der rauchfreien Strände befindet sich im Gemeindegebiet von Manacor, Felanitx, Pollença, Calvià, Palma und Artà. Auch die bekannte Playa de Muro ist seit Anfang 2024 dabei. Die playas sin humo sind mit Schildern, QR-Codes und einer Fahne als rauchfreie Strände ausgewiesen.

Der Verband der kleinen und mittleren Unternehmen, Pimem, auf Mallorca warnt unterdessen davor, dass das geplante Rauchverbot die Existenz kleiner Gastronomiebetriebe gefährden könnte. Die Branche sei ein wichtiger Teil des Dienstleistungssektors und belebe Gemeinden sowie den Tourismus. Einschränkungen auf Außenterrassen könnten Stammgäste und internationale Besucher abschrecken und Arbeitsplätze gefährden.

Zudem kritisiert PIMEM, dass Wirte und Angestellte faktisch zu Kontrolleuren gemacht würden und für das Verhalten einzelner Gäste haften könnten. Neue Beschilderungen sowie der Austausch von Mobiliar mit Markenlogos verursachten zusätzliche Kosten für Betriebe, die bereits unter hohen Personal- und Betriebskosten litten.

Statt eines pauschalen Verbots fordert der Verband freiwillige Regelungen, klar abgegrenzte rauchfreie Bereiche und staatliche Anreize.

Tracking Pixel Contents