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Zeigt die Anti-Raucherkampagne schon Wirkung? Der Tabakverkauf auf Mallorca geht zurück

Auch andere Tabakwaren werden auf den Balearen weniger konsumiert. Der Einbruch ist stärker als im spanischen Durchschnitt

In den balearischen Geschäften werden weniger Tabakwaren gekauft.

In den balearischen Geschäften werden weniger Tabakwaren gekauft. / B. Ramón

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Zeigt der Feldzug der spanischen Regierung gegen das Rauchen bereits vor der Verabschiedung eines geplanten Anti-Tabak-Gesetzes Wirkung? Fakt ist, dass auf Mallorca und den Nachbarinseln der Verkauf von Zigaretten in den ersten fünf Monaten des Jahres um 714.392 Schachteln gesunken ist. Von Januar bis Mai wurden nach Angaben des spanischen Finanzministeriums gut 23,7 Millionen Packungen verkauft. Im gleichen Zeitraum 2025 waren es mehr als 24,4 Millionen.

Damit ging der Absatz im Jahresvergleich um 2,9 Prozent zurück. Der Rückgang auf den Balearen fiel etwas stärker aus als im spanischen Durchschnitt. Landesweit sank der Verkauf um 2,7 Prozent.

Die Zahlen setzen die Entwicklung des vergangenen Jahres fort. 2025 waren auf den Inseln insgesamt 68,7 Millionen Zigarettenschachteln verkauft worden. Ein Jahr zuvor waren es noch 71,5 Millionen. 2024 hatte der Absatz allerdings leicht über dem Wert von 2023 gelegen, als 71,3 Millionen Schachteln verkauft wurden.

Auch weniger Zigarren und Drehtabak verkauft

Der Rückgang beschränkt sich nicht auf Zigaretten. In den ersten fünf Monaten 2026 wurden auf den Balearen 14,3 Millionen Zigarren verkauft. Im Vorjahreszeitraum waren es noch 14,5 Millionen gewesen. Auch der Absatz von Drehtabak ging zurück. Die Verkaufsmenge sank von 95.613 Kilogramm auf 91.283 Kilogramm. Das entspricht einem Minus von 4,5 Prozent.

Beim Pfeifentabak fiel der Rückgang geringer aus. Von Januar bis Mai wurden 17.817 Kilogramm verkauft. Im gleichen Zeitraum 2025 waren es 17.877 Kilogramm gewesen.

Die balearische Vertretung der spanischen Krebshilfe Asociación Española Contra el Cáncer (AECC) weist darauf hin, dass besonders junge Menschen zunehmend auf alternative Produkte wie E-Zigaretten ausweichen. Die Organisation hält diese ebenfalls für gesundheitsschädlich und fordert deshalb dieselben Einschränkungen wie für klassische Tabakprodukte.

Streit um Rauchverbot auf Terrassen

Das neue spanische Anti-Tabak-Gesetz greift diese Forderung auf. Es stellt elektronische Zigaretten bei den Beschränkungen für Werbung und Verkauf mit herkömmlichen Zigaretten gleich.

Die AECC hatte zudem Rauchverbote auf den Terrassen von Bars und Restaurants sowie an Stränden gefordert. Ihr Balearen-Vorsitzender José Reyes hatte die Regionalregierung aufgefordert, entsprechende Regeln für die Inseln einzuführen. Die spanische Regierung nahm die Verbote schließlich in das neue Gesetz auf. Sie sollen auch für gemeinschaftlich genutzte Schwimmbäder und Sportanlagen gelten.

Die Gastronomieverbände auf den Balearen sprechen sich dagegen für freiwillige Lösungen aus. Einige Betriebe haben ihre Terrassen bereits aus eigener Initiative zu rauchfreien Zonen erklärt. Die Verbände setzen vor allem auf Aufklärungskampagnen.

Juan Miguel Ferrer, Präsident des Gastronomieverbandes Restauración-CAEB, fordert, dass jeder Betrieb selbst entscheiden darf, ob auf seiner Terrasse geraucht werden kann. So könnten die Gäste das für sie passende Angebot wählen. Er plädiert für Regulierung statt für ein vollständiges Verbot.

Der Gastronomieverband des kleinen und mittleren Unternehmerverbandes PIMEM warnt, ein Rauchverbot auf Terrassen könne Stammgäste und internationale Urlauber abschrecken. Andere Gastronomen erinnern dagegen an das frühere Rauchverbot in Innenräumen. Damals habe es ebenfalls große Befürchtungen gegeben. Inzwischen werde die Regelung von vielen sogar begrüßt.

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