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Studie schlägt Alarm: Mehr als 70.000 Menschen leben auf Mallorca in Gebieten mit nicht trinkbarem Leitungswasser

Die Plattform Aliança per l’Aigua meldet wiederkehrende Nitratbelastungen im Inselinneren und Salzwassereintritt an der Küste Mallorcas

Nicht überall bedenkenlos zu konsumieren: Leitungswasser auf Mallorca.

Nicht überall bedenkenlos zu konsumieren: Leitungswasser auf Mallorca. / dpa

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Redaktion MZ

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Sauberes und unbedenklich zu konsumierendes Trinkwasser auf Mallorca zur Verfügung zu haben, ist keine Selbstverständlichkeit: Auf der Insel haben im Jahr 2025 insgesamt 70.357 Menschen in Gebieten gelebt, in denen das Leitungswasser mindestens einmal als nicht für den menschlichen Verzehr geeignet eingestuft wurde. Das geht aus einer Auswertung der Plattform Aliança per l’Aigua hervor, die auf 992 Wasseranalysen aus dem staatlichen Trinkwasser-Informationssystem SINAC basiert.

Insgesamt registrierten 26 Versorgungsgebiete in 13 Gemeinden mindestens einen entsprechenden Verstoß. Der Anteil beanstandeter Analysen lag auf Mallorca bei 9,2 Prozent. Nach Angaben der Organisation handelt es sich vielfach nicht um vereinzelte Vorfälle, sondern um strukturelle Probleme, die sich in manchen Orten seit 2016 oder 2017 Jahr für Jahr wiederholen.

Vor allem im Inselinneren ein Problem

Besonders betroffen ist das landwirtschaftlich geprägte Inselinnere. In Gemeinden wie Manacor, Sineu, Ariany, Costitx, Vilafranca de Bonany, Lloret de Vistalegre, Llubí und Petra wurden wiederholt zu hohe Nitratwerte gemessen. Als Ursachen nennt die Aliança per l’Aigua neben der Landwirtschaft vor allem die steigende Bebauungs- und Bevölkerungsdichte.

An der Küste in der Gemeinde Santanyí etwa zeigt sich ein anderes, ebenso besorgniserregendes Bild: Dort weisen erhöhte Chlorid-, Natrium-, Sulfat- und Leitfähigkeitswerte auf das Eindringen von Meerwasser in die Grundwasservorkommen hin.

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Viele Menschen auf der Insel müssen Trinkwasser kaufen und schleppen. / Nele Bendgens

145.000 Menschen ohne ausreichende Wasserqualität

Weitere zwölf Versorgungsgebiete mit insgesamt 37.601 Einwohnern gelten als gefährdet. Dazu gehören Llucmajor mit 11.418 und Can Picafort mit 8.869 Betroffenen. Dort treten wiederholt erhöhte Natrium- und Leitfähigkeitswerte auf. Rechnet man diese Risikogebiete hinzu und nimmt die gesamten Balearen als Maßstab, waren 2025 insgesamt 145.027 Menschen von unzureichender oder gefährdeter Trinkwasserqualität betroffen.

Die Aliança per l’Aigua sieht darin ein Problem der öffentlichen Gesundheit und macht vor allem die Übernutzung und Versalzung der Grundwasservorräte verantwortlich. „Was aus dem Wasserhahn kommt, ist nur das Symptom. Die Krankheit liegt unter der Erde“, sagt Sprecher Rafael Tur. Mehr Chlor und zusätzliche Kontrollen reichten nicht aus, solange Bebauung und Bevölkerung weiter zunähmen.

Strengere Kontrollen gefordert

Die Organisation fordert von der balearischen Gesundheitsbehörde eine strengere Kontrolle der Wasserversorger. Diese müssten über die gesetzlich vorgeschriebenen Gesundheits- und Eigenkontrollpläne verfügen.

Vom zuständigen Ministerium verlangt sie eine wirksame Überwachung der Grundwasserentnahmen und rasche Maßnahmen zur Sanierung der Wasservorräte. Auch die Gemeinden müssten neue Bauvorhaben ablehnen, solange keine ausreichende Menge an qualitativ einwandfreiem Wasser gewährleistet sei.

Nach dem geltenden Wasserwirtschaftsplan befinden sich bereits 60 Prozent der Grundwasserkörper auf den Balearen wegen Übernutzung, Versalzung oder Nitratbelastung in schlechtem Zustand. Die Aliança per l’Aigua kritisiert deshalb auch das jüngst verabschiedete Mammutgesetz "Ley 'Omnibus". Dieses schwäche ausgerechnet in dieser Situation die Pflicht, bei neuen Baugebieten die ausreichende Wasserversorgung nachzuweisen.

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