Neues Verbot auf Mallorca: Keine Energydrinks und kein Lachgas mehr für Minderjährige
Bis zu 60.000 Euro Bußgeld drohen Betrieben, die Energydrinks oder Lachgas an Minderjährige auf den Balearen verkaufen

Der junge Mann auf dem Foto wird sich einige Jahre gedulden müssen, bis er die Energydrinks im Regal kaufen darf. / DM
Die Balearen-Regierung wird den Verkauf von Energydrinks und sogenanntem Lachgas an Jugendliche unter 18 Jahren verbieten. Der Ministerrat hat am Freitag (7.8.) ein Gesetzesdekret verabschiedet, das den Zugang Minderjähriger zu diesen Substanzen auf den Inseln verbietet, beziehungsweise regelt. Für Betriebe, die gegen die Vorschriften verstoßen, sind Geldbußen zwischen 6.000 und 60.000 Euro vorgesehen.
Damit gehören die Balearen neben Galicien zu den ersten Autonomen Regionen Spaniens, die ein solches Verbot einführen. Hintergrund ist der zunehmende Konsum dieser Produkte unter Minderjährigen. Laut einer Studie aus dem Jahr 2023 hatten 47,7 Prozent der 14- bis 18-jährigen Schüler im vorherigen Monat Energydrinks konsumiert. Eine Erhebung aus dem Jahr 2025 ergab zudem, dass 1,7 Prozent der Jugendlichen derselben Altersgruppe regelmäßig Distickstoffmonoxid, also Lachgas, konsumierten.
Verbot und Sanktionen
Das neue Gesetzesdekret verbietet auf den Balearen den Verkauf und die Abgabe von Energydrinks an Minderjährige – unabhängig von der Verkaufsform. Damit werden sie in dieser Hinsicht Alkohol und Tabak gleichgestellt. Andere Produkte wie isotonische Sportgetränke sind von der Regelung nicht betroffen, da sie eine andere Zusammensetzung und einen anderen Verwendungszweck haben.
Außerdem werden Verkauf, Abgabe und Werbung für Distickstoffmonoxid verboten, wenn es zum Inhalieren zu Freizeitzwecken bestimmt ist. Damit soll insbesondere der Zugang Minderjähriger zu diesem Produkt erschwert werden. Die Regelung betrifft ausdrücklich nur die Vermarktung von Gas, das für den Freizeitkonsum durch Inhalation vorgesehen ist. Dabei handelt es sich um ein aufkommendes Phänomen, das nach Angaben der Regierung insbesondere im Freizeit- und Partybereich an Bedeutung gewonnen hat.
„Ein Problem für die öffentliche Gesundheit“
Nach Angaben der balearischen Gesundheitsministerin Manuela García hat sich der Konsum beider Produkte auf den Balearen zu „einem Problem für die öffentliche Gesundheit“ entwickelt. Er habe direkte Auswirkungen auf die körperliche, geistige und emotionale Entwicklung von Jugendlichen. „Das sind Lebensphasen, in denen sich ihre Impulse und Verhaltensweisen herausbilden; es ist ein Moment besonders großer Verletzlichkeit“, erklärte García.
Beim Konsum von Energydrinks komme hinzu, dass diese häufig mit Leistungsfähigkeit, Spaß und Energie in Verbindung gebracht würden und gesellschaftlich weitgehend akzeptiert seien. „Ihr Konsum verbreitet sich unter unseren Minderjährigen schnell und auf gefährliche Weise, und zwar exponentiell. Außerdem mischt jedes fünfte Kind sie mit Alkohol, was sehr gefährlich ist“, sagte die Ministerin. García erklärte zudem, dass solche Getränke keinen ernährungsphysiologischen Nutzen hätten und Angstzustände, erhöhten Blutdruck, Schlafstörungen, Übergewicht, Typ-2-Diabetes und einen hohen Zuckerkonsum begünstigen könnten. Noch größer sei das Risiko, wenn sie mit Alkohol gemischt würden.
Beim Distickstoffmonoxid beziehungsweise Lachgas handelt es sich um eine Substanz mit legalen Verwendungszwecken, die in bestimmten Jugendgruppen verbreitet und vergleichsweise günstig ist. Die einfache Anwendung könne enthemmend wirken und die Risikowahrnehmung verringern. Der Konsum könne jedoch schwerwiegende Folgen haben, warnte García. „Es erzeugt eine euphorisierende Wirkung, aber bei regelmäßigem Konsum kann es zu neurologischen Schäden kommen, etwa zu Lähmungen ab der Hüfte oder Störungen der Schließmuskelfunktion.“
Abonnieren, um zu lesen
- Warum Mallorquiner mit mir 'aus Respekt' Spanisch sprechen, obwohl ich ihre Sprache kann
- Mitten in der Hochsaison: Gastronomie baut vermehrt Jobs ab
- Sie tun nichts': Sóller macht seinem Ärger um Verkehrschaos Luft - und sieht einen klaren Schuldigen
- Langzeitprognose: So wird das Wetter im Herbst auf Mallorca
- Kind im Speiseraums des Hotels fotografiert: Gericht spricht deutschen Mallorca-Urlauber frei
- Neue Parkfläche eröffnet: 150 zusätzliche Stellplätze in Port d’Andratx
- Schweizer Urlauber verliert beim Baden auf Mallorca fast sein Leben
- MZ vor Ort: So bunt ist der Wochenmarkt in Alcúdia