Augenprobleme nach der Sonnenfinsternis? Hier finden Sie auf Mallorca Hilfe
Augenärztin Ainhoa Rosselló erklärt die zwei Hauptarten von Verletzungen und wann Betroffene ärztliche Hilfe suchen sollten
Die Sonnenfinsternis ist vorbei – mögliche Folgen für die Augen können sich aber noch Tage später bemerkbar machen. Wer am Mittwoch direkt in die Sonne geschaut hat oder unsicher ist, ob die verwendete Schutzbrille zuverlässig war, sollte deshalb in den kommenden Tagen auf Veränderungen des Sehvermögens achten.
Darauf weist Ainhoa Rosselló, auf Netzhauterkrankungen spezialisierte Augenärztin am Krankenhaus Son Llàtzer, hin. Nach einer solchen Sonnenexposition können vor allem zwei Arten von Verletzungen auftreten: Schäden an der Netzhaut und Schäden an der Hornhaut. Die Beschwerden unterscheiden sich deutlich.
Fleck im Sichtfeld kann auf Netzhautschaden hindeuten
Bei einer sogenannten solaren Makulopathie ist der zentrale Bereich der Netzhaut betroffen. Die Beschwerden können unmittelbar nach dem Blick in die Sonne auftreten, unter Umständen aber auch erst mehrere Tage später deutlicher werden.
Typisch ist ein Fleck in der Mitte des Gesichtsfeldes. Dieser kann ein oder beide Augen betreffen. Betroffene können dadurch Schwierigkeiten haben, Gesichter zu erkennen, zu lesen oder Details wahrzunehmen.
Auch andere Veränderungen sind möglich: Bilder können verzerrt erscheinen, Gegenstände größer oder kleiner wirken als gewohnt und die Farbwahrnehmung kann sich verändern. Die Symptome müssen nicht plötzlich auftreten, sondern können zunächst sehr schwach sein und sich erst mit der Zeit verstärken.
Rosselló rät deshalb, im Zweifel einen Arzt aufzusuchen.
Brennen, Rötung und Fremdkörpergefühl
Anders äußert sich eine Verletzung der Hornhaut. Eine sogenannte solare Photokeratitis tritt normalerweise etwa sechs bis zwölf Stunden nach der Sonnenexposition auf.
Zu den möglichen Symptomen zählen gerötete Augen, Juckreiz, Brennen und Tränenfluss. Auch das Gefühl, Sand oder einen Fremdkörper im Auge zu haben, kann auftreten. Bei stärkeren Verletzungen sind zudem Schmerzen und verschwommenes Sehen möglich.
Ein wichtiger Unterschied: Während Hornhautschäden behandelt werden können, gibt es laut Rosselló bei einer solaren Makulopathie keine Behandlung, die die Verletzung direkt rückgängig machen kann. Bei Verdacht auf einen Netzhautschaden ist eine Untersuchung durch einen Augenarzt erforderlich.
Wann sollte man sich untersuchen lassen?
Ein kurzer, versehentlicher Blick in die Sonne bedeutet nach Angaben der Augenärztin nicht automatisch, dass eine Verletzung entstanden ist. Das Risiko besteht vor allem dann, wenn jemand mehrere Sekunden lang direkt in die Sonne geschaut hat.
Wer nach der Sonnenfinsternis Beschwerden feststellt, sollte sich nicht darauf konzentrieren, möglichst genau zu rekonstruieren, wie lange der Blick in die Sonne gedauert hat. Entscheidend seien die Symptome: Treten entsprechende Veränderungen auf, sollte man medizinischen Rat einholen.
Wo gibt es Hilfe?
Der balearische Gesundheitsdienst IB-Salut hat bei InfoSalut Connecta (Tel.: +34 971 220 000) eine spezielle Möglichkeit für mögliche Augenverletzungen nach der Sonnenfinsternis eingerichtet. Dort wird anhand mehrerer Fragen eingeschätzt, welche erste Versorgung nötig ist und an welche Stelle sich Betroffene wenden sollten.
Eine weitere Anlaufstelle sind die Notfalldienste der Primärversorgung. Dort können Ärzte oder Kinderärzte eine erste Untersuchung vornehmen. Je nach Befund kann eine Behandlung mit anschließender Kontrolle erfolgen oder eine Überweisung ins Krankenhaus notwendig werden.
Wer eine geeignete Schutzbrille getragen hat, muss sich nicht sorgen
Menschen, die eine zertifizierte Sonnenfinsternis-Brille korrekt verwendet haben, beruhigt Rosselló. „Die Brillen funktionieren. Wenn sie richtig benutzt wurden, wird es keine Probleme geben.“
Problematisch könne es allerdings sein, wenn die Brille beschädigt, nicht zuverlässig oder gefälscht war. Fachleute hatten deshalb bereits vor der Sonnenfinsternis dazu geraten, Schutzbrillen nur in Optikgeschäften, Apotheken oder anderen vertrauenswürdigen Geschäften zu kaufen und auf ihre Herkunft zu achten.
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