26. Mai 2021
26.05.2021
Mallorca Zeitung

Birkenstock-Erbe kauft Millionen-Finca auf Mallorca

Alex Birkenstock hatte gemeinsam mit seinem Bruder Christian im Februar die Mehrheitsanteile an dem Schuhhersteller verkauft. Jetzt legt er einen Teil seines Geldes in Andratx an

26.05.2021 | 10:42
Hubschrauber-Landeplatz und Pool: das Anwesen zwischen Andratx und Port d'Andratx.

Alex Birkenstock, einer der beiden Birkenstock-Brüder, die im Februar ihre Mehrheitsanteile an der über 250-jährigen deutschen Schuhmarke für geschätzte 3,4 Milliarden Euro an einen französischen Luxus-Konzern verkauften, legt zumindest einen kleineren Teil seines Geldes auf Mallorca an. Anfang März erwarb er eine historische Finca zwischen Andratx und Port d'Andratx für rund 16 Millionen Euro.

Im Unterschied zu einem ebenfalls kürzlich bekannt gewordenen Finca-Kauf in Andratx durch die Rennfahrer- und Reiter-Familie Schumacher, die ihr neues Grundstück von einer mallorquinischen Erbengemeinschaft erwarb, ist der Verkäufer in diesem Fall ein Deutscher. Der Vorbesitzer ist der in Wirtschaftskreisen sehr bekannte Investor und Mediator Clemens Vedder. Im Jahr 2000 war er Teil jener Investorengruppe, die versuchte, die Commerzbank umzustrukturieren und mit der Dresdner Bank zu fusionieren. Zudem ist Vedder immer wieder als Vermittler bei Unternehmenskonflikten eingeschaltet worden. Ebenso wie die Birkenstock-Brüder wird er zu den wohlhabendsten Menschen Deutschlands gezählt.

Das von Birkenstock direkt von Vedder erworbene historische Anwesen mit kleineren Nebengebäuden und Hubschrauber-Landeplatz verfügt über einen spektakulären Blick über das Tal von Andratx aufs Meer. Zu den Annehmlichkeiten gehört ein 25-Meter-Pool, ein türkisches Dampfbad und eine parkähnliche Gartenanlage. An den Wänden des aufwendig restaurierten Haupthauses hängen großformatige Bilder des Kult-Fotografen Helmut Newton.

Alex Birkenstock hatte die historische Schuhmarke, deren Wurzeln sich bis 1774 zu einem hessischen Schuster zurückverfolgen lassen, gemeinsam mit seinen Brüdern Christian und Stephan von seinem Vater Karl Birkenstock geerbt. Alex Birkenstock war dabei selbst seit 1984 in dem Unternehmen tätig und somit daran beteiligt, aus der anfangs als Gesundheits- und Öko-Schuhwerk bekannten Sandalen-Marke ein international erfolgreiches Modelabel zu machen.

Im Februar 2021 verkauften Christian und er die Mehrheitsanteile an der Unternehmensgruppe an die amerikanisch-französische Beteiligungsgesellschaften L Catterton, hinter der unter anderen der französische Luxusgüterkonzern LVMH und dessen Eigentümer Bernard Arnault steht. Ihr Bruder Stephan hatte sich schon 2013 zurückgezogen.

Arnault gilt laut "Forbes" derzeit als der zweitreichste Mensch der Welt hinter Jeff Bezos (Amazon). Das US-Magazin schätzte den Vermögenszuwachs der beiden Birkenstock-Brüder durch den Verkauf auf je 1,7 Milliarden Euro. Christian und Alex Birkenstock bleiben an der Schuhmarke beteiligt: „Wir freuen uns, gemeinsam mit unseren Partnern die nächsten Schritte zu gehen und unser Familienunternehmen in eine noch bessere Zukunft zu tragen", hatten sie im Februar mitgeteilt. Das Unternehmen mit Sitz in Linz am Rhein (Rheinland-Pfalz) beschäftigt weltweit rund 4.300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Alex Birkenstock investiert laut "Forbes" auch in Immobilien in den USA, etwa in Miami und New York. Für Aufsehen sorgte 2018 zudem ein umstrittener Bauantrag für eine 51 Meter lange Villa mitsamt zweistöckiger Tiefgarage direkt am Tegernsee. Wie eine Redakteurin der Tegernseer-Zeitung gegenüber der MZ berichtet, haben die Bauarbeiten aber noch nicht begonnen. 

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