Immobilienmarkt auf Mallorca wieder auf Niveau von 2019

Zahl der Transaktionen nimmt weiter zu. Viele der Käufer sind Ausländer

Eine der neuen luxuriösen Wohnanlagen die gerade in dem Stadtviertel Nou Llevant in Palma de Mallorca entstehen.

Eine der neuen luxuriösen Wohnanlagen die gerade in dem Stadtviertel Nou Llevant in Palma de Mallorca entstehen. / Margalida Salas

Auf Mallorca haben die Verkäufe und die Preise von Immobilien in diesem Jahr deutlich zugelegt - und zwar nicht nur verglichen mit dem Corona-Jahr 2020, sondern auch mit 2019. Das geht aus mehreren Statistiken hervor, unter anderem vom spanischen Statistikinstitut INE. Auf Mallorca und den anderen Balearen-Inseln gab es speziell im Juni 2021 starke Zuwächse.

So wechselten laut INE allein im Juni 1.156 Häuser und Wohnungen den Besitzer. Das waren beinahe 75 Prozent mehr als im Vergleichsmonat des Vorjahres, als der strenge Lockdown in Spanien endete. Damals gab es gerade einmal 661 Transaktionen. Und selbst 2019, also noch vor Corona, waren es mit 1.063 Verkäufen im Juni weniger als 2021.

52 Prozent mehr als 2020

Bereits im Mai war der Vorjahresmonat übertroffen worden: 1.078 Immobilien wechselten den Besitzer, gegenüber 667 im Mai 2020 und 1.535 im Mai 2019. Im zweiten Quartal ergibt sich demnach ein Zuwachs von 52,3 Prozent im Vergleich zu 2020. Und auch wenn man die ersten beiden Quartale als Vergleichszeitraum heranzieht, nahm die Zahl der Verkäufe um rund 9 Prozent gegenüber 2020 zu.

Ein Hauptgrund für die anziehende Nachfrage ist laut der Branche vor allem der ausländische Käufermarkt, der speziell seit Mai 2021 wieder großes Interesse an Mallorca zeigt. Ein großer Teil der Käufer sind Deutsche, Briten und Skandinavier. Auf den Inseln haben viele der Einheimischen weiterhin das große Problem, dass sie sich aufgrund des hohen Preisniveaus keine Immobilie leisten können. Denn prinzipiell sind die Vorzeichen für einen Wohnungskauf derzeit günstig: niedrige Zinsen, größere Bereitschaft der Banken, wieder Kredite zu geben oder auch höhere Spareinlagen der Haushalte aufgrund geringer Ausgaben während des Lockdowns.

Diese Faktoren spielen auch landesweit eine Rolle: Laut INE wurden in Spanien in den ersten sechs Monaten dieses Jahres 0,6 Prozent mehr Immobilien ge- und verkauft als im selben Zeitraum 2019

Durchschnittspreis von über 1 Million Euro in Calvià

Speziell an der Küste ist es für einheimische Normalverdiener kaum möglich, Immobilieneigentum zu erwerben. Das wird deutlich, wenn man sich die Preisgestaltung näher anschaut. So liegt beispielsweise die Gemeinde Calvià - mit ihren Luxussiedlungen Bendinat, Portals Nous, Costa d'en Blanes, Nova Santa Ponça und anderen - auf Platz 2 im spanienweiten Vergleich, wenn es um die Durchschnittspreise der Immobilien geht.

Laut der Studie des Immobilienportals Idealista muss man in Calvià mit einem Durchschnittspreis von 1.081.932 Millionen Euro rechnen. Teurer ist im landesweiten Vergleich nur Benahavís nahe Málaga mit einem Durchschnittspreis von knapp 1,5 Millionen Euro. Calvià verweist damit sogar den Jetset-Ort Marbella auf den dritten Platz (914.069 Euro).

Auch die Gemeinde Llucmajor hat es in die Top Ten geschafft und ist auf Platz 9 zu finden. Auch hier treiben vor allem die Urbanisationen an der Küste und die Luxusvillen den Preis in die Höhe. So zahlt man laut Idealista in der Gemeinde Llucmajor durchschnittlich 520.635 Euro für eine Immobilie.

Wenn es ums Mieten geht, liegt Calvià mit einem Preis von durchschnittlich 1.810 Euro im Monat auf Rang 4 in Spanien, Llucmajor findet sich mit 1.338 Euro erneut auf Rang 9 wieder. Palma de Mallorca liegt hier mit einem Durchschnittspreis von knapp 1.000 Euro auf Rang 19 landesweit. Zu beachten ist, dass es sich bei den Idealista-Preisen um die Angebote auf der Website handelt, nicht um die letztendlich gezahlten Preise. /jk