Festgenommener Mallorca-Makler soll deutsche Unternehmer um 2,2 Millionen Euro geprellt haben

Neue Details zum mutmaßlichen Immobilienbetrug: Der 37-Jährige soll auch in diesem Fall Anzahlungen einbehalten haben. Häuser standen offenbar gar nicht zum Verkauf

In dem Büro des festgenommenen Maklers in Port d'Andratx steht nur noch dieser leergeräumte Schreibtisch.

In dem Büro des festgenommenen Maklers in Port d'Andratx steht nur noch dieser leergeräumte Schreibtisch. / Imagepoint

Ciro Krauthausen

Ciro Krauthausen

In dem Fall des in Deutschland festgenommenen Mallorca-Maklers werden neue Einzelheiten bekannt. So soll der 37-Jährige Deutsche neben einem Insel-Unternehmer sowie einen in Hongkong lebendem Ehepaar auch eine Gruppe deutscher Unternehmer betrogen haben. In diesem Fall geht es um Anzahlungen in Höhe von insgesamt 2,2 Millionen Euro, die der Immobilienunternehmer nicht zurückgezahlt haben soll, obwohl es gar nicht zum Verkauf kam. Das berichtet einer der betroffenen Unternehmer der MZ

Der auf Mallorca tätige Makler ist am Mittwoch vergangener Woche (8.12.) in Deutschland festgenommen worden, wie die Staatsanwaltschaft Stuttgart der MZ bestätigte. Die Polizei ermittelt sowohl in Deutschland als auch in Spanien gegen ihn. 

Dem Bericht des Betroffenen zufolge sei ein erster Hauskauf bei dem Maklerbüro mit Filialen in Puerto Portals und Port d’Andratx im Sommer 2020 beeindruckend reibungslos verlaufen. Man habe sich bei dem Makler und seiner Frau gut und professionell aufgehoben gefühlt. Das von ihnen gekaufte Haus besitze er heute noch, sagt der Unternehmer. 

"Superattraktiver Preis"

Aufgrund der guten Erfahrungen sollten dann drei weitere Immobilienkäufe auf Mallorca folgen - auf Empfehlung des deutschen Unternehmers bei demselben Makler. Mit dabei waren zwei Geschäftspartner sowie auch die Firma des Unternehmers. Drei passende Immobilien waren schnell gefunden, sie sollten jeweils 3 bis 4 Millionen Euro kosten, was für diese Objekte ein „superattraktiver Preis“ gewesen sei, so der Betroffene.

Die drei Interessenten ließen sich von dem stets teure Uhren tragenden und teure Autos fahrenden Makler durch die leeren Häuser führen, waren beeindruckt und schlossen mit dem Makler einen Optionsvertrag ab. Die Notartermine für den Kaufabschluss wurden schon wenig später anberaumt – und dann ein ums andere Mal von dem Makler verschoben.  

Die Unternehmer schöpften daraufhin Verdacht, dass die Häuser womöglich gar nicht zum Verkauf standen, und forderten die Anzahlungen über insgesamt 2,2 Millionen Euro zurück. Der Makler sagte zu, bat um eine Ratenzahlung – und zahlte dennoch nicht. 

Die Yacht überschrieben

Der nun Festgenommene habe sich seit Ende 2020 immer wieder in neue Ausreden und Lösungsvorschläge geflüchtet und sogar mit mutmaßlich gefälschten Überweisungsbelegen zu zeigen versucht, dass das Geld schon auf dem Weg sei, so der Betroffene. Von den Unternehmern unter Druck gesetzt, soll der Makler ihnen schließlich sogar seine Yacht überschrieben haben. 

Bis Ende November, so der deutsche Unternehmer, habe er gehofft, dass der Makler das Geld doch noch zurückzahle. Diese Hoffnung hat er inzwischen aufgegeben, "da kommt nichts mehr". Die Büros in Port d'Andratx und Portals sind geschlossen. Der Makler sitzt in der Justizvollzugsanstalt Stammheim in Untersuchungshaft. Aufzuklären, was in diesem wie auch in den anderen Fällen geschehen ist, müssen nun in beiden Ländern strafrechtliche und zivilrechtliche Verfahren