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Mallorca Zeitung

Bei Deutschen beliebte Gemeinde Calvià auf Mallorca will Neubauten auf 83 Prozent ihrer Fläche verbieten

Der Linkspakt in der Gemeinde im Südwesten von Mallorca plant eine Überarbeitung des Raumordnungsplans und will Baugrund in ländlichen Grund umwandeln

Das Gemeindegebeit Calvià soll vor weiteren Neubauten weitgehend geschützt werden DM

Die Gemeinde Calvià im Südwesten von Mallorca will eine weitere Bebauung im großen Stil verhindern. Am Donnerstag (30.6.) stimmten die Vertreter der sozialistischen PSOE, dem linksgrünen Bündnis Més-Podem sowie einige fraktionslose Abgeordnete für eine Überarbeitung des Raumordnungsplans. Ziel ist es, mehr als 1,2 Millionen Quadratmeter, die eigentlich als Baugrund ausgewiesen sind, in ländlichen Grund umzuwandeln. Damit wären dann 83 Prozent der Gesamtfläche der Gemeinde vor Neubauten geschützt.

Ab sofort liegen die Pläne 60 Tage lang aus und können öffentlich eingesehen werden, damit Bürger oder Verbände Änderungsvorschläge einbringen können. Es sei ein "historischer Tag", so der zuständige Gemeinderat Marc López Expósito. Der neue Gemeindeordnungsplan solle gekennzeichnet sein durch "soziale Nachhaltigkeit, Umwelt - und Landschaftsschutz sowie den Kampf gegen den Klimawandel".

Konservative kritisieren: Mit dem neuen Gesetz können nur Ausländer in Calvià leben

So soll unter anderem die Festung Fortí de Illetes enteignet werden, die im Bürgerkrieg als Hinrichtungsstätte genutzt wurde, um dort ein Informationszentrum für geschichtliche Aufarbeitung zu errichten. Auch sind fünf neue öffentliche Grünflächen geplant. Zudem sollen 425 neue Sozialwohnungen entstehen.

Vertreter der konservativen Volkspartei PP, der liberalen Ciudadanos und der rechtsextremen Vox stimmten nicht für das Vorhaben. Die Sprecherin der örtlichen PP, Luisa Jiménez, kritisierte, dass durch den neuen Raumordnungsplan der Wohnraummangel weiter wachsen werden. "Bald können hier nur noch sehr vermögende Menschen leben, sprich: Ausländer", so Jiménez. /somo

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