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Mallorca Zeitung

Deutscher Mallorca-Resident will den Berg des Castell d'Alaró kaufen

Die Eigentümerfamilie bestreitet, dass es eine Vereinbarung mit dem Inselrat über den Kauf gibt

Der Berg des Castell d'Alaró: zurzeit eher ein Zankapfel. DM

Es liegt ein Kaufangebot für den Berg Castell d'Alaró für 2,1 Millionen Euro vor - das Stück Land, das der Inselrat von Mallorca kaufen will. Wie das "Diario de Mallorca" am Freitag (23.9.) berichtet, ist ein in Alaró ansässiger Deutscher daran interessiert, den 575.000 Quadratmeter großen Berg von der Eigentümerfamilie Ordinas zu erwerben, der seit April von zwei Immobilienunternehmen für 2,5 Millionen Euro angeboten wird. Miguel Ángel Ordinas, Sohn des Eigentümers Lorenzo Ordinas, den das "Diario de Mallorca" daraufhin kontaktierte, erklärte: "Wir sind Mallorquiner, und unser Wunsch wäre es, dass das Anwesen in die öffentliche Hand übergeht. Nach 137 Jahren in Privatbesitz besteht die historische Chance, dass das Grundstück wieder in öffentliches Eigentum fällt, aber das hängt nicht von uns ab."

Im Moment seien die Positionen des Inselrats und der Eigentümer sehr weit voneinander entfernt. Man werde nicht auf den Inselrat warten. "Das Anwesen ist zu verkaufen". Der Berg mit dem Castell d'Alaró befindet sich seit 1999 im Besitz der Ordinas. Man ziehe derzeit "ein bedeutsames Angebot in Betracht", bei dem noch Details zu klären seien.

Gibt es eine Vereinbarung oder nicht?

Bisher hatte die Familie zu dem Thema geschwiegen. Das "Diario de Mallorca" hatte am Montag (19.9.) geschrieben, dass der Berg rund um das Castell d'Alaró, den der Inselrat zu kaufen beabsichtigt, zum Verkauf steht. Am selben Tag versicherte die zuständige Dezernentin im Inselrat, Maria Antònia Garcías, dass der Inselrat den Kauf des Castell d'Alaró aus Mitteln der Steuer für nachhaltigen Tourismus stemmen werde. Es gebe eine "Vereinbarung" mit den Eigentümern. Laut der Familie Ordinas existiert eine solche Vereinbarung allerdings nicht: "Das ist absolut falsch", sagte Miguel Ángel Ordinas.

Die Erklärungen der Dezernentin und der Ärger darüber in der Eigentümerfamilie sorgten schließlich dafür, dass sich die Ordinas an die Presse wandten. "In dieser Legislaturperiode war unser einziger Kontakt mit dem Inselrat am 29. August 2022, als Garcías mich anrief und mich um ein dringendes Treffen bat." Sie habe Ordinas mitgeteilt, dass der Inselrat die Absicht habe, den Berg zu kaufen. In 48 Stunden laufe die Frist für die Einreichung eines Projekts zum Kauf aus Mitteln der Touristensteuer ab, fasst Ordinas zusammen.

Die Mauern gehören der Familie

"Garcías teilte mir mit, dass ihr Angebot bei einer Million Euro liege und verlangte als Bedingung, dass ich in einem öffentlichen Dokument bestätige, dass ich anerkennen würde, dass die Gemäuer Eigentum des Staates sind. Die Antwort kam schnell: Die Gemäuer gehören uns, und der Preis für den Berg beträgt 2,5 Millionen Euro. Ende der Sitzung", sagte Miguel Ángel Ordinas, der Garcías daran erinnerte, dass der Berg seit April bei zwei Immobilienbüros zum Verkauf stand. "Das glaube ich nicht", sei ihre Antwort gewesen.

Die Eigentümerfamilie stellt klar, dass "wir nie eine Einigung mit dem Inselrat erzielt haben, weder in der letzten noch in dieser Legislaturperiode". Er erinnert sich, dass er in der letzten Legislaturperiode zwei Treffen mit Mercedes Garrido (der damaligen zuständigen Dezernentin) hatte, die sich mit der Familie in Verbindung setzte, um die Bereitschaft des Inselrats zum Kauf des Grundstücks zu bekunden. Beim ersten Treffen mit Garrido, sagt Ordinas, habe ich ihr gesagt, dass der Schätzpreis des Anwesens 2,5 Millionen Euro beträgt. Es seien sieben oder acht Monate verstrichen, ohne dass der Inselrat etwas von sich hören haben lasse.

Berg wird auch in Deutschland zum Verkauf angeboten

Dann wurde in den Medien angekündigt, dass der Inselrat das Anwesen für 1.053.000 Euro mit Mitteln aus der Ökosteuer kaufen würde. "Abgesehen davon, dass uns das überrascht hat, weil wir bei der Sitzung den Preis auf 2,5 Millionen Euro festgesetzt hatten, hat es uns entrüstet. Wir forderten ein Treffen mit Dezernentin Garrido. Sie wiederholte ihr Angebot, das wir rundweg ablehnten", beschreibt Ordinas. Die Begründung für den "Nicht-Kauf wurde dann mit der Corona-Pandemie begründet, aber in Wahrheit haben wir ihr Angebot abgelehnt".

Die Familie habe nicht die Zeit und Hingabe, die für die Pflege des historischen Anwesens erforderlich sei und wolle deshalb verkaufen, so Ordinas. Deshalb habe man beschlossen, das Grundstück bei zwei Immobilienunternehmen, einem in Alaró und einem in Deutschland, zum Verkauf anzubieten. Im Übrigen, auch das wollte Ordinas klarstellen, seien im Angebot sehr wohl auch die historischen Mauern und Ruinen des Castell d'Alaró enthalten, anders als zunächst berichtet. "Dem Staat gehört kein einziger Quadratmeter des Castell d'Alaró", sagt Miguel Ángel Ordinas.

Lediglich das Oratorium auf dem Berg und ein dazugehöriges Gästehaus gehörten der Kirche. Das sei der einzige Teil des Berges, der nicht in die Transaktion mit eingehe. Ordinas erinnerte daran, dass der Staat im Jahr 1885 den gesamten Berg des Castell d'Alaró mit Ausnahme des Oratoriums und des Gästehauses zum Verkauf ausschrieb. Das sei im Amtsblatt der Balearen veröffentlicht. Weder die Mauern noch die Ruinen wurden ausgeklammert, wie dies beim Oratorium und dem Gästehaus der Fall war. "Mein Großvater hat das Weingut 1935 gekauft, und mein Vater Lorenzo Ordinas ist seit 1999 der Eigentümer." /jk

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