Diese Gemeinde auf Mallorca will den Bau von neuen Pools vorerst verbieten

Am Montagabend (17.6.) soll ein einjähriges Moratorium verabschiedet werden

Pool in der Gemeinde Artà.

Pool in der Gemeinde Artà. / DM

Im Kampf gegen die dramatische Wasserknappheit auf Mallorca werden immer drastischere Maßnahmen ergriffen. Nachdem einige Gemeinden wie Banyalbufar und Bunyola unter anderem das Füllen von privaten Pools zum Sommerbeginn verboten hatten, will Artà nun den Bau von neuen privaten Schwimmbecken gänzlich untersagen.

Außerordentliche Gemeinderatssitzung

Wie die Gemeinde in den sozialen Netzwerken bekannt gab, soll ein entsprechendes einjähriges Moratorium am Montagabend (17.6.) bei einer außerordentlichen Gemeinderatssitzung beschlossen werden. Neben privaten Schwimmbecken soll der Bau von jeglichen Einrichtungen untersagt werden, in denen Wasser "für Freizeitaktivitäten oder zu dekorativen Zwecken verwendet wird".

Während des Jahres, in dem das Bauverbot gilt, sollen die Richtlinien für die Vergabe von Pool-Lizenzen überarbeitet werden. Hierbei sollen vor allem Aspekte der Nachhaltigkeit in die Regelungen integriert werden.

Wie Bürgermeister Manolo Galán gegenüber der MZ-Schwesterzeitung "Diario de Mallorca" erklärte, gebe es derzeit ein enormes Interesse von Immobilienbesitzern und Investoren daran, Pools im Gemeindegebiet zu errichten, unter anderem auch im Ortskern. "Dies liegt unter anderem daran, dass die aktuellen Regelungen es erlauben", so der sozialistische Bürgermeister.

Weitere Maßnahmen

Das anvisierte Verbot von Pools ist nur ein Teil der Maßnahmen, die die Gemeinde im Kampf gegen die Wasserknappheit beschlossen hat. Erst Anfang des Monats hatte die Gemeinde in dem besonders betroffenen Küstenort Colònia de Sant Pere verboten, die Gärten mit Trinkwasser zu gießen, Pools zu befüllen oder Außenterrassen und Autos mit Leitungswasser zu säubern. Durchschnittlich liege der Verbrauch bisher bei 117 Litern pro Kopf - viel zu hoch, findet die Gemeindeverwaltung. Die Ortspolizei solle verstärkt darauf achten, dass die Wassersparmaßnahmen eingehalten werden.

Dass gerade die Gemeinde Artà immer wieder mit Wassermangel zu kämpfen hat, liegt aber nicht nur am Klima. Auch große Teile der Kanalisation im Gemeindegebiet sind noch immer in prekärem Zustand, viel Wasser geht durch Lecks in den alten Leitungen verloren. /pss

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