Bezahlbarer Wohnraum auf Mallorca: Ministerpräsidentin stellt Programm für 3.000 Mietwohnungen vor

Es handelt sich dabei nicht um Neubauten, sondern um bestehende Apartments, die bisher nicht vermietet werden. Die Landesregierung springt als Vermittler zwischen Vermietern und Mietern ein

Nichts Besonderes – und dennoch derzeit für viele auf Mallorca unbezahlbar: einfache Wohnungen in einem Mehrfamilienhaus in Palma.

Nichts Besonderes – und dennoch derzeit für viele auf Mallorca unbezahlbar: einfache Wohnungen in einem Mehrfamilienhaus in Palma. / ISAAC BUJ/EP

Noch mangelt es an einem konkreten Starttermin, doch die balearische Ministerpräsidentin Marga Prohens hat einmal mehr ihr Programm "Alquiler seguro" (Sicheres Mieten) vorgestellt. Immerhin legte sich die konservative Politikerin bei der Präsentation am Mittwoch (10.7.) auf Herbst als Zeitpunkt fest, zu dem der Aktionsplan startet. Die Landesregierung verbindet damit große Hoffnungen, die Wohnungsnot auf den Balearen zumindest ein wenig lindern zu können.

Die konkreten Bedingungen für "Alquiler seguro" waren bereits vor einigen Wochen veröffentlicht worden. Prohens hofft, dass auf diese Weise bis zu 3.000 zusätzliche Wohnungen auf den Markt kommen, die für bis zu 30 Prozent unter dem Marktpreis angeboten werden können.

Landesregierung gibt Garantien

Funktionieren soll das dadurch, dass die Landesregierung als Vermittler zwischen Vermietern und Mietern auftritt und für die Eigentümer die Garantien übernimmt. Die Vermieter bekommen zugesichert, dass sie ihr Geld bekommen und die Wohnung nach Mietende in ordentlichem Zustand ist.

Die Landesregierung springt also selbst ein, wenn die Mieter keine Miete zahlen und garantiert, dass die Wohnung nach Ende des Mietverhältnisses unversehrt an den Eigentümer zurückgegeben wird. Die Regelung gilt nicht für Besitzer von mehr als zehn Wohnungen. In das Programm werden nur Wohnungen aufgenommen, die mindestens sechs Monate leerstanden.

Einkommensobergrenze und Hauptwohnsitz

Die Landesregierung tritt mit den Maklern in Kontakt, um die Mietverträge abzuschließen und die Wohnungen dann für einen Preis etwa jungen Familien anzubieten, der bis zu 30 Prozent unter dem liegt, was auf dem freien Markt gezahlt würde.

Die Mieter müssen ebenfalls eine Reihe von Bedingungen erfüllen: So gibt es eine Einkommensobergrenze, sie müssen in der Wohnung angemeldet sein, die zusätzlich der Hauptwohnsitz sein muss. Dazu müssen sie mindestens fünf Jahre auf den Inseln gelebt haben und sich dazu verpflichten, die Wohnung in dem Zustand zurückzugeben, in der sie sie angemietet haben. Und natürlich dürfen sie die Wohnung nicht an Urlauber untervermieten.

Preise noch unklar

Noch nicht konkretisiert wurden die Preise, die die Mieter schließlich für die Wohnungen zahlen müssen. Dazu sagte Marga Prohens, diese lägen auf jeder Insel unterschiedlich hoch. Man könne keine allgemein gültige Aussage treffen. Auch nicht dazu, zu welchem Preis die Landesregierung die Wohnungen anmietet.

Das Programm "Alquiler seguro" ist nur ein Standbein der Wohnungspolitik der Konservativen. In den kommenden Jahren sollten Tausende weitere Wohnungen auf den Inseln entstehen. Das soll unter anderem durch Umwidmung von Ladenlokalen in Wohnungen, durch Aufstocken von Gebäuden, aber auch durch den Bau neuer Sozialwohnungen passieren.