Zum Hauptinhalt springenZum Seitenende springen

Studie: Wohnungsnot auf Mallorca kurzfristig nicht in den Griff zu bekommen

Laut einem Bericht von BBVA Research sind die Probleme in Spanien nirgendwo so ausgeprägt wie auf den Balearen

Wohnungsmarkt.

Wohnungsmarkt. / Foto: DM

Folgen Sie uns bereits?Marken Sie uns als bevorzugte Medien
Hinzufügen zu Google

Die Wohnungsnot ist in Spanien nirgendwo derart ausgeprägt wie auf Mallorca sowie den anderen Balearen-Inseln, und es gibt keine Anzeichen, dass sich die Probleme kurzfristig lösen lassen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie zum Immobilienmarkt von BBVA Research, der Plattform für Wirtschaftsstudien des gleichnamigen Kreditinstituts. Die politischen Maßnahmen, die derzeit ergriffen werden, gingen zwar in die richtige Richtung, hätten aber eine begrenzte Wirkung, die sich außerdem nicht kurzfristig zeigen dürfte, so der Autor des Berichts, Félix Lores.

So wird in der Studie darauf verwiesen, dass zum Abschluss des ersten Quartals die Balearen und Madrid als einzige Regionen in Spanien durchschnittliche Immobilienpreise aufwiesen, die über den Spitzenwerten der Immobilienblase von 2008 lägen. Auf den Inseln liege der Wert mit 25 Prozent sogar deutlich höher als in Madrid mit 5 Prozent.

Ein weiterer Aspekt sei der deutliche durchschnittliche Preisanstieg, der sowohl 2023, als auch im laufenden Jahr verzeichnet werde. Die Werte zwischen 8 und 9 Prozent seien auf den Balearen doppelt so hoch wie im spanischen Mittel. Nur die Kanaren wiesen annähernd ähnliche Werte auf.

Neubauimmobilien

Spitzenwerte auf den Balearen auch hinsichtlich der Verteuerung von Neubauimmobilien seit dem Jahr 2019. Laut dem Bericht lag der durchschnittliche Preis dieser Objekte im ersten Quartal dieses Jahres mehr als 30 Prozent über den Werten vor der Pandemie. Zwar wies die Region Valencia 2023 einen höheren durchschnittlichen Preisanstieg auf. Doch im laufenden Jahr sei auf den Balearen im Gegensatz zu den anderen Regionen in Spanien keine Mäßigung dieser Entwicklung zu beobachten.

Der Markt der Bestandsimmobilien auf den Inseln hat sich laut dem Bericht ähnlich entwickelt, auch hier sei eine durchschnittliche Preissteigerung von 30 Prozent im Vergleich zum Zeitraum vor der Pandemie zu verzeichnen.

Vor diesem Hintergrund müssen Familien im Schnitt 43 Prozent ihrer Einnahmen für den Kauf einer Wohnimmobilie verwenden. Dahinter folgen das Baskenland mit 38 Prozent und Madrid mit 32 Prozent.

Ausländer sind deutlich weniger an Mallorca-Immobilien interessiert als 2022.

Kräne über Palma. / B. Ramon

Faktor ausländische Käufer

Dass keine baldige Besserung der Situation zu erwarten sei, liege an der geringen Zahl von Neubauprojekten im Wohnungsmarkt. Die Studie verweist auf das begrenzte Angebot von Baufläche infolge der Insellage. Darüber hinaus gebe es durch das Interesse ausländischer Immobilienkäufer mit deutlich höherer Kaufkraft einen ungleichen "Wettbewerb", der angesichts der Attraktivität von Mallorca als Urlaubsziel und Ferienhausdomizil weiter anhalten dürfte.

Autor Félix Lores verweist auf die Maßnahmen, die die konservative Landesregierung gegen die Wohnungsnot in Angriff genommen hat. So etwa flexiblere Vorschriften bei der Höhe und beim Volumen neuer Wohnungsbauprojekte oder die Umwandlung von Ladenlokalen, wenn im Gegenzug die Preise gedeckelt werden. Angekündigt für den Herbst ist zudem eine staatliche Garantie, die Risiken auf dem Mietmarkt absichern soll. Derlei Maßnahmen gingen in die richtige Richtung, ihre Wirkung sei aber begrenzt und nicht unmittelbar.

Die Wohnungsnot auf den Balearen gilt derzeit als größte politische Herausforderung und steht im Zentrum der Proteste gegen den Overtourism. /ff

Abonnieren, um zu lesen

Tracking Pixel Contents