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Wirbel an beliebtem Urlaubsort: Vermarktet ein Bauträger seine Immobilien exklusiv an Nicht-Residenten?

Über eine entsprechende Klausel in Verträgen hatte eine mallorquinische Zeitung berichtet. Das Unternehmen streitet den Vorwurf ab

Auch in Colònia de Sant Jordi wird kräftig gebaut (Symbolbild).

Auch in Colònia de Sant Jordi wird kräftig gebaut (Symbolbild). / Nele Bendgens

Patrick Schirmer Sastre

Patrick Schirmer Sastre

Wirbel in Colònia de Sant Jordi: Dem Bauträger TM Grupo Inmobiliario wird vorgeworfen, die Wohneinheiten eines neuen Immobilienprojekts exklusiv an Nicht-Residenten zu vermarkten. Über den Fall hatte zunächst die Zeitung "Ara Balears" berichtet und aus einem Vertrag zitiert, den der Bauträger mit verschiedenen Immobilienmaklern abgeschlossen hatte. Darin hieß es wörtlich: "Der Verkauf an spanische Steuerresidenten ist innerhalb der Bedingungen des vorliegenden Vertrags nicht gestattet." Die Wohneinheiten richteten sich demnach an "Weltbürger, mit Ausnahme von spanischen Steuerresidenten."

UPDATE:

Der von "Ara Balears" vorgelegte Vertrag richte sich exklusiv an ausländische Immobilienmakler, erklärte ein Sprecher auf MZ-Anfrage. Dem Auslandsnetzwerk sei es im Rahmen des Vertrags nicht erlaubt, an spanische Steuerresidenten zu verkaufen, da diese Aufgabe von TM Grupo Inmobiliario selbst übernommen wird. Es gehe darum, keine Interessenskonflikte entstehen zu lassen.

Die Oppositionspartei Endavant im Gemeinderat von Ses Salines stellte aufgrund der Berichterstattung den Antrag, den "diskriminierenden Vertrag" bei der nächsten Plenarsitzung auf die Tagesordnung zu setzen. Die Partei argumentiert, dass durch so eine Praxis gerade junge Familien ausgeschlossen werden, die auf der Suche nach einer Wohnung sind.

So reagiert das Unternehmen

Während sich der Bauträger gegenüber "Ara Balears" nicht zu der fraglichen Vertragklausel hatte äußern wollen, reagierte er am Dienstag (23.9.). Wie die MZ-Schwesterzeitung "Diario de Mallorca" berichtet, erklärte das Unternehmen aus Alicante, dass "Menschen jeglicher Nationalität" die von ihm vermarkteten Immobilien erwerben dürfe. "Die Spanier beziehungsweise die spanischen Residenten sind die zweitgrößte Kundengruppe unter den 38 Nationalitäten, die uns ihr Vertrauen geschenkt haben", hieß es.

Für Juan Rodríguez, den konservativen Bürgermeister von Ses Salines, ist die Sache damit dennoch gegessen. Er kritisierte die Opposition für die Eingabe in die Tagesordnung des Gemeinderats. "Ich bitte um ein bisschen mehr Ernsthaftigkeit und Rigorosität. Man sollte sich nicht auf unbestätigte Informationen verlassen. Es bringt niemandem etwas, wenn Panik gesät wird."

Einnerungen an 2022 werden wach

Im Sommer 2022 sorgte eine Anzeige für Wirbel, in der ein Immobilienprojekt in Palmanova "aus rechtlichen Gründen nur an Deutsche" vermarktet wurde. Auf den Aufschrei aus Gesellschaft und Politik reagierte das Unternehmen Villa Circle damals schuldbewusst. In einer öffentlichen Mitteilung erklärte das Unternehmen damals, dass die Aussage, das Angebot richte sich lediglich an deutsche Staatsangehörige, falsch sei. Man entschuldige sich, dass hier „ein falscher Eindruck entstanden“ sei. „Das Angebot von VillaCircle richtet sich an die breite Öffentlichkeit in Europa, unabhängig von der Nationalität und dem Wohnsitz der Kunden.

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