Jetzt aber: Countdown für den Abriss illegaler Gebäude in Cala Llamp
Die Richter hatten die Baulizenz schon vor mehr als zehn Jahren für nichtig erklärt. Warum es so lange dauert

Wohl bald weg: die beiden Apartmentblöcke in der Cala Llamp. / Foto: DM
Der Abriss illegaler Apartmentgebäude in Cala Llamp im Südwesten von Mallorca steht nach jahrelangem juristischen Hickhack kurz bevor, verzögert sich aber in letzter Sekunde weiter. Zwar sollten am Dienstag (1.10.) vorbereitende Arbeiten für den Abriss beginnen. Doch verhindern Mieter und Eigentümer den Zutritt auf das Grundstück.
"Zutritt ohne richterliche Genehmigung verboten, Privateigentum", ist auf einem Schild am Eingang zu lesen. Nun wartet man im Rathaus von Andratx auf eine Autorisierung, um die Gebäude räumen zu können.
Die zwölf Apartments im Carrer Tonyina waren 2005 in der Zeit von Bürgermeister Eugenio Hidalgo in einer Grünzone errichtet worden - mit einer Genehmigung, die das Rathaus laut einem Urteil des balearischen Verwaltungsgerichts von 2011 niemals hätte ausstellen dürfen.
Das Erbe von Hildago
Es war der Kern des großen Korruptionsskandals von Andratx. Hidalgo wurde 2006 festgenommen und mehrfach wegen einer langen Reihe von Delikten verurteilt - sein Erbe jedoch bereitet den Gemeindeoberen, die die Gebäude abreißen und die Eigentümer entschädigen müssen, auch heute noch Kopfschmerzen. Auf den Weg gebracht hatte die Klage gegen den illegalen Bau die balearische Umweltschutzvereinigung Gob mit Hilfe eines österreichischen Anwohners.

Schild am Eingang. / Juan Luis Iglesias
Immer neue Probleme
Die Ausführung des Abrisses verzögert sich inzwischen seit mehr als zehn Jahren. Das liegt zum einen an Einsprüchen und Revisionen der betroffenen Eigentümer bei Gericht, zum anderen am Widerstand der Bewohner, die den Zutritt zum Grundstück verweigern. Die Gemeinde unterdessen musste zudem die Abrissarbeiten wiederholt ausschreiben, weil Fristen nicht eingehalten werden konnten. In der ganzen Zeit wurden die Apartments nicht nur von den Eigentümern genutzt, sondern auch an Urlauber vermietet.
Wie geht es jetzt weiter?
Die Bürgermeisterin von Andratx, Estefanía Gonzalvo, vertraut nun darauf, dass die für das Betreten des Grundstücks nötige richterliche Anordnung in Kürze eintrifft, wie die Zeitung "Diario de Mallorca" berichtet. Man habe das Budget für die Abrissarbeiten in Höhe von knapp 300.000 Euro bereitgestellt, auch die Arbeiten wurden ausgeschrieben und Ende August vergeben.
Es wird mit einer Dauer von rund zwei Monaten gerechnet. Unter den Eigentümern und Mietern befinden sich den Angaben der Bürgermeisterin zufolge sowohl natürliche Personen als auch Gesellschaften.
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