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Eigentümerfamilie will Zugang zum Castell d'Alaró beschränken

Nach wie vor gibt es heftigen Streit zwischen den Besitzern und dem Inselrat darüber, wem welcher Teil der Finca gehört

Ziemlich verfallen: ein Teil des Castell d'Alaró aus der Luft aufgenommen.

Ziemlich verfallen: ein Teil des Castell d'Alaró aus der Luft aufgenommen. / DM

Der Dauerzank um das beliebte Ausflugsziel Castell d'Alaró im Inselinneren von Mallorca geht in eine neue Runde: Die Familie Ordinas, der die Finca gehört, auf der die dringend restaurierungsbedürftigen Reste der ehemaligen Burg stehen, droht nun mit einem Schritt, der dem Inselrat von Mallorca und den zahlreichen Wanderern und Ausflüglern, die gerne zum Castell hinauflaufen, nicht schmecken dürfen: Die Ordinas wollen ihre privaten Ländereien für Besucher sperren und diese nur noch auf dem schmalen Steinweg laufen lassen, der zum Gästehaus führt, das sich wie die Kapelle im Eigentum der Kirche befindet.

Entsprechende Anträge für das Aufstellen von Zäunen und anderen Begrenzungen sind bei der Gemeindeverwaltung von Alaró eingegangen. Bürgermeister Llorenç Perelló erklärte allerdings dem "Diario de Mallorca", dass diese Anträge bisher "unvollständig" seien. Es fehlten viele Daten, darunter das Bauprojekt an sich, der Kostenvoranschlag und weitere wichtige Informationen.

Zugänge zu Wasserspeicher und Höhle sollen gesperrt werden

Die Eigentümerfamilie will nicht nur beide Seiten des Weges absperren, sondern lediglich die rund 3.000 Quadratmeter zugänglich machen, die der Erzdiözese Mallorca gehören. Der Rest der Finca Es Verger soll für das Publikum gesperrt werden. Auf diese Weise wären auch die Zugänge zu den Wasserspeichern, den sogenannten aljubs, sowie zur Höhle Cova de Sant Antoni, nicht mehr möglich.

Diese Orte machten für viele Besucher bisher einen großen Teil des Reizes aus. Mit der Maßnahme wollen die Ordinas unter anderem erreichen, dass die Maulesel, die bisher unter anderem Lebensmittel in das Gästehaus bringen, sich weiter frei auf dem Gelände bewegen können.

Ausflügler auf dem Castell d'Alaró.

Ausflügler auf dem Castell d'Alaró. / DM

Der Inselrat habe einfach mit der Restaurierung eines Wasserdepots begonnen

Größeren Ärger gibt es auch an einer anderen Stelle: Im Gebiet Es Pouet, die Ebene, bis zu der Fahrzeuge fahren können, will die Familie Ordinas ebenfalls Zäune aufstellen, um ihren Privatgrund klar abzutrennen. Der Unmut der Familie rührt daher, dass der Inselrat von Mallorca vor wenigen Wochen mit der Restaurierung eines Wasserdepots begonnen hat, von dem die Ordinas behaupten, es befinde sich auf ihrem Privatgrund. Die Arbeiter des Inselrats stellten kleine Markierungen auf, um das Gebiet der Arbeiten zu kennzeichnen. Das erregte den Zorn der Eigentümerfamilie.

Diese will nun das Wasserdepot selbst reparieren und es selbst nutzen. Man erlaube nicht, dass damit die Herberge versorgt werde, so wie es das Projekt des Inselrats vorsieht. Die Familie Ordinas benötige das Wasser für die landwirtschaftlichen Aktivitäten auf der Finca, vor allem für die Tiere.

Langer Streit um die Besitzverhältnisse

Der Streit um die Finca zieht sich schon seit Jahren hin. 1999 erwarb die Familie Ordinas die Finca. Bereits in der ersten Legislaturperiode des Linkspakts (2015-2019) wollte der Inselrat die Ländereien aus Mitteln der Touristensteuer kaufen und dafür gut eine Million Euro bezahlen. Die Eigentümer verlangten allerdings eine Summe von 2,5 Millionen Euro, eine Einigung kam nicht zustande.

2022 dann versuchte die Eigentümerfamilie, die Finca bei zwei Immobilienbüros zu verkaufen. Ein Deutscher, der in Alaró lebte, wollte laut dem "Diario de Mallorca" 2,1 Millionen Euro dafür bezahlen. Doch auch dieser Verkaufsversuch scheiterte. Die Eigentümerfamilie wünscht sich nämlich ohnehin, dass die Finca öffentlich zugänglich gemacht werde. Allerdings arbeitet sie zeitgleich daran, den Verkaufspreis auf rund 3 Millionen Euro nach oben zu aktualisieren. /jk

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