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Bislang teuerste Immobilie auf Mallorca kostet plötzlich 40 Prozent weniger

Für die Villa Solitaire in Son Vida werden neuerdings "nur" noch 39 Millionen Euro aufgerufen – statt 65 Millionen Euro zuvor. Was ist da los?

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Matías Vallés

Matías Vallés

Jahrelang war der Spitzenplatz unbestritten: 65 Millionen Euro sollte die Villa Solitaire im Nobelviertel Son Vida kosten – die teuerste Immobilie der Insel. Vergangene Woche wurde sie von der Finca des verstorbenen McFit-Gründers Rainer Schaller mit ihrem anvisierten Kaufpreis von 72 Millionen Euro vom Thron gestoßen.

Doch ohnehin scheinen die Besitzer der 2017 errichteten Villa auf dem Hügel über Palma nicht mehr an dieser Pole Position interessiert zu sein. Die bei Engel & Völkers gelistete Immobilie ist seit neuestem für 39 Millionen Euro zu haben – ein drastischer Rückgang von knapp 40 Prozent.

Keiner wollte diesen Preis zahlen

Denn so attraktiv das Attribut "teuerste Immobilie der Insel", zwischenzeitlich sogar des Landes, gewesen sein mag – verkaufsfördernd war es nicht. Und auch die sorgfältig eingefädelten Werbekampagnen – etwa als Hollywood-Star Nicole Kidman während ihrer Dreharbeiten zur Serie "Lioness" in der Villa lebte – brachten zwar viel mediale Aufmerksamkeit, aber keinen Käufer, der bereit war, 65 Millionen Euro auf den Tisch zu legen. Und so blieben die sieben Schlafzimmer, die sich auf vier Stockwerke verteilen, leer.

Die jetzige Preisanpassung dürfte Spekulationen darüber auslösen, was der tatsächliche Wert einer solchen Immobilie ist. Schließlich altern Häuser im Luxusbereich besonders schnell. Auch wirft es die Frage auf, ob es andere Gründe als das offensichtliche Desinteresse der Käufer für die Preissenkung gibt.

Die Probleme von "Mallorcas Beverly Hills"

Einer dieser Faktoren könnte der Ort sein. Son Vida wird gerne als das Beverly Hills von Mallorca angepriesen, aber es besteht der Verdacht, dass die Gegend überbewertet oder zumindest overpriced im Vergleich zu anderen, ebenfalls begehrten Örtlichkeiten ist. Das liegt sicher auch an dem Bauwahn, der über die Siedlung hereingebrochen ist.

Viele Anwohner sind vom Lärm genervt. Manche, wie der Ex-Fußballer Steve McManaman, haben schon das Weite gesucht. In den Broschüren der Immobilienmakler wird die grandiose Aussicht angepriesen. In Wahrheit schmuggeln sich da häufig Baukräne hinein.

Die Auswirkungen

Der Preis für die Villa Solitaire war von vornerein völlig fiktiv, symptomatisch für einen Markt, der nichts mehr mit der Realität zu tun hat. Man beachte: Der aufgerufene Preis war höher als derjenige für die Festung Sa Fortalesa in Pollença, für die ein norwegischer Unternehmer im Jahr 2022 rund 63 Millionen Euro zahlte – wohlgemerkt eines der begehrtesten Gebäude der Insel.

Und so fiktiv diese Preise sind, sie haben Auswirkungen auf die Realität. Luxusmakler erzählen gerne, dass ihr Business keine Effekte auf die gewöhnlichen Immobilien hat. Experten in der Branche, wie etwa der ehemalige Generaldirektor für Wohnungsbau der Balearen-Regierung, Edu Robsy, sehen das anders. Für sie gibt es eine direkte Verbindung zwischen den Preisen für eine Son-Vida-Villa und einer 200.000-Euro-Wohnung. Wenn von letzteren überhaupt noch welche übrig sind. /pss

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