"Zurück bleibt eine Gegend ohne Seele": Anwohner trauern wegen Abriss des alten Nonnenklosters in Portocolom
Das ehemalige Convento de las Hermanas de la Claridad im Hafenort an der Ostküste von Mallorca ist am Dienstag (26.11.) dem Erdboden gleichgemacht worden

Der Bulldozer bei den Abrissarbeiten des Klosters. / Salvem Portocolom
Das Nonnenkloster von Portocolom ist nun Geschichte. Ein Bulldozer hat sich am Dienstag (26.11.) daran gemacht, das Gebäude abzureißen, das ein Teil der Geschichte der Hafenortes war. Einige Anwohner verfolgten die Abrissarbeiten mit großer Traurigkeit. Andere zogen es vor, für ein paar Stunden das Haus zu verlassen, um die Zerstörung nicht mitansehen zu müssen. Jaume Adrover von der Bürgerinitiative Salvem Portocolom sagte beim Ortsbesuch: "Es stand fest, dass es passieren würde, es war nur eine Frage der Zeit."
Zwei Jahre ist es nun her, dass die Klarissen das 1914 erbaute Kloster nach 108 Jahren verließen und es zum Verkauf anboten. Als die derzeitigen Eigentümer den Abriss beantragten, ersuchte der Denkmalschutzverband Arca mit Unterstützung von Salvem Portocolom beim Inselrat um den Schutz des Gebäudes, doch der Antrag wurde abgelehnt. Der Bau erfülle nicht die Kriterien, um als Kulturdenkmal (BIC) eingestuft zu werden.
Soziale Funktion der Nonnen im Hafenort
Der Abriss des Klosters sei ein großer Verlust, und die soziale und kulturelle Gemeinschaft von Portocolom beschädigt worden, beklagte Jaume Adrover am Dienstag. Orestes Pérez von der Initiative fügte hinzu: "Es ist ein Verlust des architektonischen, historischen und nostalgischen Erbes eines 110 Jahre alten Gebäudes, das sich in das Gedächtnis vieler Einwohner eingebrannt hat."

Die Fassade des Klosters vor dem Abriss. / A. Ruiz
Adrover erinnerte an die soziale Funktion, die die Nonnen im Hafenort einst hatten: "Es gab kein Gesundheitszentrum, daher haben sie diese Funktion übernommen. Auch ein öffentliches Bildungszentrum gab es nicht. Ich bin bei den Nonnen zur Schule gegangen."
Auch hätten im Kloster Konferenzen stattgefunden, ebenso wie Feste oder sportliche Aktivitäten. Jetzt würden dort hochpreisige Wohnungen gebaut, so der Sprecher der Bürgerinitiative. "Das ist die Geschichte von Portocolom und Mallorca. (....) Der Luxus frisst das kulturelle und soziale Gefüge der Dörfer auf. Zurück bleibt eine Gegend ohne Fundament, ohne Wurzeln und ohne Seele." /bro
Brigitte RohmWenn Hafenromantik auf Mallorca nur noch Kulisse ist
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