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Nach jahrelangen Auseinandersetzungen: Der Abriss der illegalen Gebäude in Cala Llamp hat begonnen

Erste Bagger sind angerückt, um die zwölf Apartments niederzureißen. Mehr als zehn Jahre lang hatte es rechtliche Auseinandersetzungen um den Abriss gegeben

Schwarzbauten auf Mallorca: Hier werden die illegalen Wohnhäuser an der Cala Llamp abgerissen

Juan Luis Iglesias

Man hätte es ja kaum noch für möglich gehalten, doch am Mittwochmorgen (11.12.) haben Bagger und andere Baumaschinen in Cala Llamp im Südwesten von Mallorca begonnen, zwei illegal errichtete Wohngebäude abzureißen.

Die ersten schweren Maschinen waren bereits am Dienstag angerückt und mussten erste Außenmauern niederreißen, um sich Zugang zu verschaffen. Um den Abriss der insgesamt zwölf Apartments hatte es mehr als zehn Jahre rechtliche Auseinandersetzungen gegeben.

Eigentümer wehrten sich gegen den Abriss

Bis zuletzt weigerten sich die Eigentümer der Apartmentanlagen, darunter auch einige Ausländer, den Abriss hinzunehmen. Anfang Oktober hatten die Eigentümer Mitarbeitern der Gemeinde Andratx den Zutritt verwehrt, die sich vor Ort ein Bild der Lage machen und die ersten Vorbereitungen für die Abrissarbeiten in die Wege leiten wollten.

Die Beamten der Gemeinde wurden von Ortspolizisten begleitet. Am Eingang zur Anlage fanden sie ein Schild mit der Aufschrift "Zutritt ohne richterliche Genehmigung verboten. Privateigentum" vor.

Abrissgenehmigung kam Ende November

Ein Richter in Palma hatte kurz zuvor ein Ersuchen der Gemeinde Andratx abgelehnt, die beantragt hatte, die Gebäude für die Vorbereitungen des Abrisses zwangsräumen zu lassen. Der positive Bescheid für den Abriss erfolgte dann am 29. November.

Noch am selben Wochenende wurden die beiden Gebäude von der Gemeindeverwaltung zwangsgeräumt und versiegelt. Wachleute wurden davor postiert, damit die Eigentümer nicht wieder versuchen, in ihre Wohnungen zu gelangen.

Wohl bald weg: die beiden Apartmentblöcke in der Cala Llamp.

Wohl bald weg: die beiden Apartmentblöcke in der Cala Llamp. / Foto: DM

Höhepunkt des Korruptionsskandals um Eugenio Hidalgo

Die zwölf Apartments im Carrer Tonyina waren 2005 in der Zeit von Bürgermeister Eugenio Hidalgo in einer Grünzone errichtet worden - mit einer Genehmigung, die das Rathaus laut Gerichtsurteil niemals hätte ausstellen dürfen. Es war der Kern des großen Korrup­tionsskandals von Andratx.

Hidalgo wurde 2006 festgenommen und mehrfach wegen einer langen Reihe von Delikten verurteilt - sein Erbe jedoch bereitet den Gemeinde­oberen, die die Gebäude abreißen und die Eigentümer entschädigen müssen, noch heute Kopfschmerzen.

Immer wieder Einsprüche der Eigentümer

Der Abriss der Anlage hat sich mehr als zehn Jahre verzögert. Das lag lange Zeit vor allem an Einsprüchen und Revisionen der betroffenen Eigentümer bei Gericht, zum anderen am Widerstand der Bewohner, die den Zutritt zum Grundstück verweigern.

Die Gemeinde unterdessen musste zudem die Abrissarbeiten wiederholt ausschreiben, weil Fristen nicht eingehalten werden konnten. In der ganzen Zeit wurden die Apartments nicht nur von den Eigentümern genutzt, sondern auch an Urlauber vermietet.

Für die Abrissarbeiten hat die Gemeinde Andratx ein Budget von knapp 300.000 Euro bereitgestellt, wie die Bürgermeisterin Estefania Gonzalvo vor kurzem mitteilte. Insgesamt sollen die Arbeiten etwa zwei Monate dauern.

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