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Höhlenforscher schlagen Alarm: Geplante Luxuswohnungen bedrohen die unter Schutz stehende Cova des Coll

Die Höhle dient als unterirdischer Sturzbach. Zudem hat sie ein eigenes, einzigartiges Ökosystem

7.020 Meter langes Naturwunder: die Cova des Coll.

7.020 Meter langes Naturwunder: die Cova des Coll. / Miquel Àngel Perelló

Elena Vallés

Elena Vallés

Der Bau von Luxuswohnungen im Küstenörtchen Portocolom sorgt weiter für Ärger. Erst hatte der Abriss des alten Nonnenklosters für Unmut unter den Anwohnern gesorgt, jetzt schlägt der Verband der balearischen Höhlenforscher Alarm. Denn der Neubau bedroht die Höhle Cova des Coll, wie der angesehene Höhlenforscher Xisco Gràcia gegenüber der MZ-Schwesterzeitung "Diario de Mallorca" erklärt.

Der geplante Neubau befindet sich über einem der großen Säle der Höhle, die seit 1994 erforscht wird. Bei dem Nonnenkloster handelte es sich um einen einstöckigen Bau, der die Statik der Höhle nicht bedroht habe. Das neue Wohnhaus soll aber mehrstöckig werden. Es stelle sich zum einen die Frage, inwieweit die Höhle die Last aushalten kann, zum anderen, inwieweit die Grundmauern in den Saal hineinragen werden.

Unterirdischer Sturzbach

Laut Gràcia diene die Cova des Coll, die unter besonderem Schutz steht, als unterirdischer Sturzbach. Sollte der Wasserlauf unterbrochen werden, könnte dies dramatische Konsequenzen haben. "Das Wasser wird sich in dem Fall einen anderen Weg suchen", so der Höhlenforscher.

Doch nicht nur die Statik macht dem Experten Sorgen. In dem Bereich der Höhle, über dem gebaut werden soll, befinden sich zahlreiche Fossilien aus dem Erdzeitalter des Miozän. Zudem werde durch die Bauarbeiten möglicherweise das Ökosystem der Höhle beeinträchtigt.

Der Verlauf der Cova d'en Coll. An der rot eingekreisten Stelle sollen die Luxuswohnungen gebaut werden.

Der Verlauf der Cova d'en Coll. An der rot eingekreisten Stelle sollen die Luxuswohnungen gebaut werden. / Societat Espeleològica Balear

Gràcia und seine Kollegen haben die Gemeinde Felanitx über ihre Bedenken informiert. Zudem haben sie Kontakt zur Bürgerinitiative Salvem Portocolom aufgenommen, die gegen die Gentrifizierung in dem Hafenörtchen kämpft. Allerdings betont Gràcia: "Ich weiß nicht, ob die Wohnungen gebaut werden sollten oder nicht. Aber wir bitten darum, dass Maßnahmen ergriffen werden, sowohl um die Höhle als auch den Neubau zu sichern."

Das Ökosystem der Höhle

Die Cova des Coll ist 7.020 Meter lang, 5.529 Meter davon befinden sich unter Wasser. 765 Meter bestehen aus Kammern, die zum Teil unter Wasser stehen. 726 Meter sind Gänge, in denen es kein Wasser gibt. In der Höhle wurden mindestens 15 Arten an wirbellosen Organismen entdeckt. Zudem gibt es rund 30 Arten von Krebstieren. Einige von ihnen wurden erstmals just in dieser Höhle entdeckt. /pss

In der Höhle gibt es zahlreiche wirbellose Organismen.

In der Höhle gibt es zahlreiche wirbellose Organismen. / Mateo Vadell

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